Sommerfest in Waddeweitz

Waddeweitz, 14. und 15. Juli 2018.
Die Gemeinde Waddeweitz lud für den vergangenen Sonnabend und Sonntag zu ihrem jährlichen Sommerfest, das zum 52. Mal stattfand, ein. An mehreren Stellen im Landkreis standen diese netten Schilder:

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Ich kam am Sonnabend von meiner Freundin in Bevensen kommend durch Waddeweitz und schaute mal kurz auf dem Festplatz am Schornstein der alten Ziegelei vorbei.

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Der Schornstein als Überbleibsel der alten Ziegelei in Waddeweitz dient als Orientierungspunkt für den Festplatz.

Es war kurz vor 18:00 Uhr, also zu einer Zeit, zu der das Fest eigentlich beginnen sollte. Ein Festzelt für die Disco am Abend und für das Public Viewing am Sonntag war aufgebaut worden, und drum herum standen einige weitere Zelte und Holzbuden sowie diverse Imbisswagen. Im Zentrum des Festplatzes der Bierstand, um den herum sich schon einige Gäste versammelt hatten.

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Einblick in das Festgelände am Dorfgemeinschaftshaus.

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17:59 Uhr: Erst wenige Gäste haben sich eingefunden. Aber das änderte sich im Verlauf des Abends!

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Hier im Festzelt sitzen am Sonntagabend die Fußballinteressierten beim Public Viewing.

 

 

Die Technik für den Discoabend ist aufgebaut, die Techniker können ihren Truck wegfahren.

Da ich Hunger habe, bin ich in einem der Imbisswagen der erste Gast und bestelle eine Pizza Hawaii, die sehr gut schmeckt.

Die Eis- und Imbisswagenbesitzer treffen letzte Vorbereitungen, drehen Fladen für die nächste Pizza oder ordnen die Auslage.

Endlich kommen einige junge Leute und Familien mit Kindern. Das Wetter war einfach wieder zu schön, da waren viele wohl noch im nahen Naturbad.

Ich sehe mir noch das Dorfgemeinschaftshaus und den Spielplatz sowie den Grillplatz drumherum an.

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Das Dorfgemeinschaftshaus von Waddeweitz.

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Der Spiel- und Bolzplatz um das Dorfgemeinschaftshaus.

Um den alten Schornstein der früheren Ziegelei herum gibt es auch viel Platz und Grillmöglichkeiten:
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Am nächsten Tag, dem Sonntag, komme ich wieder um etwa die gleiche Zeit – kurz nach 18:00 Uhr – auf dem Festplatz vorbei.

Jetzt sitzen viele Menschen im Festzelt vor dem großen Fernseher und sehen sich gemeinschaftlich das Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft Frankreich gegen Kroatien an: Public Viewing.

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Andere sitzen lieber in der Mitte des Festplatzes zusammen und trinken ein Bier:

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In einem größeren Zelt – im Unterschied zu den Organisatoren der Pokalverleihung bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland hat man hier an möglichen Regen gedacht –  gibt es leckere Torte, von den Landfrauen im Ort selbst gebacken:

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Die Inhaberin einer kleinen Gärtnerei, die ihre schönen Blumen auch regelmäßig auf dem Lüchower Wochenmarkt am Sonnabend und auf anderen Märkten wie zum Beispiel den Kürbismarkt in Platenlaase anbietet, packt ihre verbliebene Ware zusammen.

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Neben ihr ist ein kleiner Verkaufsstand mit Kirschen, Johannisbeeren und Ähnlichem.

Dann treffe ich in einem kleinen Zelt auf die Kunsthandwerkerin Karin Mönkemann aus Kiefen, das ist ein Dorfteil von Waddeweitz. Sie wickelt gerade sorgsam ihre nicht verkauften Kunstwerke in Papier ein.
Sie hat zwei Jahre lang in ihrer kleinen Werkstatt mit dem Werkstoff Beton experimentiert, ehe sie mit der Konsistenz der Betonart und mit den Ergebnissen ihrer Arbeiten zufrieden war. Endlich hat sie sich nun das erste Mal getraut, ihre Produkte auch zum Verkauf anzubieten – und ist mit dem Erfolg durchaus zufrieden.

Für die Fertigung ihrer dekorativen Figuren nutzt sie Gießformen. So entstehen Hennen, Frösche, Engel, Guglhupfe und Tortenböden aus Beton, die man nach Belieben weiter dekorieren kann. Man kann zum Beispiel Blumen oder Kerzen oder eine Metallkugel darauf setzen und hat so schöne Dinge für Haus und Garten.

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Karin Mönkemann hat auch einen Namen für ihre Werkstatt und deren Produkte: „Beton Art“ – Kunst aus Beton.

Außer Beton-Artikeln stellt Karin Mönkemann auch Gartenstecker aus gebrauchten Glasartikeln her. Zum Beispiel kombiniert sie eine Glasvase mit einem Aschenbecher aus Muranoglas, wie hier zu sehen:

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Oder diese Kombination aus ganz verschiedenen Gebrauchsartikeln:

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Das obere Gefäß soll immer oben offen sein, damit es auch als Vogelbad bzw. Vogeltränke dienen kann.

Durch den Erfolg auf dem Sommerfest in Waddeweitz ermuntert, möchte Karin Mönkemann nun auch auf weiteren Märkten ausstellen, zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt in Waddeweitz.

Ich wünsche ihr viel Erfolg!

 

Der Storch von Kolborn

Kolborn, 13.7.2018.
Ein Bekannter aus dem Nachbardorf berichtete mir gestern von einem Storchennest mit drei Jungtieren in Kolborn.

Das wollte ich mir doch einmal ansehen und fuhr gestern Abend nach Kolborn. Nach einigem Suchen und Fragen fand ich ihn dann, den Weißstorch. Er stand ganz hoch oben auf der Achse eines inzwischen aus Altersgründen weitgehend abgebrochenen hölzernen Wagenrades, das auf die Spitze eines hohen Pfahls montiert war.

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Er stand auf einem Bein und so reglos, dass ich anfangs dachte, es wäre ein künstlicher Storch, aus Plastik etwa, der nur auf das Vorhandensein eines echten Storches aufmerksam machen solle.
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Aber dann – juckte es ihn am Kinn und er musste sich kurz mal kratzen:

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Danach stand er wieder genauso regungslos auf einem Bein. Guckte aber auf mich herab.

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Die Jungen habe ich leider nicht gesehen …

 

 

Die St.-Jakob-Kapelle von Lübbow

Lübbow, Anfang Juli.

Lübbow ist ein Straßendorf zwischen Lüchow und Salzwedel. Straßendorf bedeutet, dass es sich nicht um einen Rundling handelt, sondern die Häuser links und rechts entlang der Hauptstraße durch das Dorf (und in einigen Nebenstraßen) angesiedelt sind.

Die kleine Kapelle habe ich bisher immer übersehen, wenn ich durch Lübbow Richtung Salzwedel gefahren bin. Weil sie so klein ist. Aber irgendwann fiel sie mir auf, und vor ein paar Tagen habe ich mal angehalten und sie mir angeschaut.

 

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Die St.-Jakob-Kapelle von Lübbow von der Straße aus gesehen.

 

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Die Kapelle von der Seite.

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Die hintere Wand der Kapelle in Fachwerkbauweise mit zwei Fenstern.

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Blick durchs Fenster in das Innere.

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Im Vordergrund ein einfacher Tisch mit dem Kreuz und mit Kerzen.

Schutzpatron der Kapelle ist der Apostel Jakob. Das Wendland hat sich überwiegend der Reformation angeschlossen, aber der Name wurde auch nach „Abschaffung“ der Heiligen  der katholischen Kirche beibehalten. Am 25. Juli wird in Lübbow der Jacobitag begangen, wobei sich die Lübbower nach dem Gottesdienst zu einer „Volksspeisung“ mit Erbsensuppe  treffen.

Die Kapelle wurde in der Zeit der Christianisierung des Wendlands um 1200 aus Feldsteinen von Zistersienser-Mönchen errichtet, die nicht immer anwesend waren. Bei Anwesenheit stellten sie ihr Kreuz in eine kleine Außennische an der Kapelle. Die Anwohner suchten dann die Mönche auf, erhielten geistliche Unterweisung, aber auch Lebensberatung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Chorraum zerstört. Im 17. Jahrhundert wurde dann die hintere Wand aus Mauersteinen mit Fachwerkbauweise errichtet, und es wurden zwei Fenster eingebaut..

In früherer Zeit hatte die Kapelle keine Sitzgelegenheiten, die Gemeinde stand während des Gottesdienstes. Im 19. Jahrhundert wurde ein Eichenstamm in die Kapelle gebracht, der als Zollschlagbaum genutzt worden war und der dann lange Zeit als einzige Sitzgelegenheit diente.

Die Eiche war in heidnischer Zeit als Gerichtseiche – der „Banneiche“ –  an einem Ort zwischen Bösel und Wustrow, der heute noch Banneick heißt, genutzt worden und wurde in der Zeit der Christianisierung des Wendlands von den Zistersiensermönchen einfach gefällt. Niemand wollte sie aus Aberglauben für den Hausbau verwenden, weil auf ihr ein „Blutfluch“ laste. Daher wurde der Eichenstamm als Zollschlagbaum für die bei Lübbow verlaufende Grenze zwischen Welfen- und Askaniergebiet bis 1866 genutzt, dem Jahr, in dem die preußische Zollunion die Grenzen aufhob. Als der Zollschlagbaum nicht mehr nötig war, brachte man den Eichenstamm in die Kapelle, wo „Gott ihn sanktionieren könne“.

Das Vorstehende habe ich Informationen in einer Schautafel neben der Kapelle entnommen.

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Inzwischen wurde die Kapelle mit einfachen Sitzbänken ausgestattet.

Vor der Kapelle steht eine alte Sitzbank.

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Der nächste Jacobitag ist am Mittwoch, den 25. Juli 2018. Um 10:00 Uhr findet dann in der Kapelle ein Gottesdienst mit anschließendem Abendmahl statt.

Danach treffen sich die Bürger*innen zu einem gemütlichen Beisammensein mit Erbsensuppenessen.

Am Nachmittag um 14:30 Uhr findet dann ein Kindertanz statt, und am Abend können sich ab 19:30 Uhr auch die Erwachsenen beim Tanzen in der alten Schule vergnügen.

 

 

Gebräuche und Aberglauben im Wendland

Per Zufall habe ich im Internet ein  kostenlos herunterladbares E-Book gefunden, das unter anderem auch Berichte über Gebräuche und Aberglauben im Wendland enthält.

Das Buch mit 394 Seiten hat den Titel „Märkische Sagen und Märchen, nebst Anhange von Gebräuchen und Aberglauben“ (auch hier) und ist im Jahr 1843 in Berlin herausgegeben worden. Der Herausgeber heißt Adalbert Kuhn.

Allein schon zwei Titel der Geschichten im Buch sind „wendenbezogen“:

>Jean Kale, der letzte Wendenkönig
und
>Der Wendenkönig

Gebräuche und abergläubische Handlungen aus den namentlich erwähnten Orten Rebenstorf, Dangenstorf, Predöhl, Lübbow, Bülitz, Lüchow, Dannenberg werden geschildert sowie Handlungen allgemein aus den wendischen Gebieten.

Ich habe einige Passagen (aus Sütterlinschrift) „übersetzt“ und selbst betitelt:
-Der Kronenbaum
-Der Kreuzbaum
-Hahntreiben
-Väter töten
-Totenwache
-Osterlamm schlachten
-Maiumzug
-Aposteltage
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Der Kronenbaum am Johannistag (= 24. Juni)

„Die ehemaligen Wenden nördlich von Salzwedel richteten (…) am Johannistage den sogenannten Kronenbaum auf, der allein von den Weibern geholt werden durfte, keine schloss sich davon aus, und selbst körperliche Gebrechen hielten nicht von dem Zuge ab. Am Abend vor Johannis wurde dieser Baum, eine Birke, gehauen, und alle Zweige bis in  den Wipfel, an dem man eine kleine Krone stehen ließ, fortgenommen.

Am Johannistage selbst nahmen dann die Weiber das Vordergestell eines Wagens, spannten sich anstatt der Ochsen oder Pferde vor und und zogen also in das Holz.

Das Wetter oder der Weg mochte beschaffen sein, wie sie wollten, sie fuhren nicht aus der Heerstraße, sollten sie auch im Morast oder Wasser bis an die Ohren gehen müssen.

Die starken jungen Weiber gingen neben dem Wagen her, sangen Freudenlieder in wendischer Sprache, und ließen die alten Mütterchen ziehen, dass sie bersten mochten.

Sobald sie mit dem Baum an das Dorf zurück gelangten, erhoben sie ein Freudengeschrei, eilten grades Weges nach dem Orte, wo der alte Kronenbaum stand, und hieben denselben um, welchen ein Kosater oder Häusling kaufen und den alten Weibern dafür zwei Schilling zu Branntwein geben musste.

Der neue Baum ward nun unter vielem Frohlocken aufgerichtet, mit Kränzen und Blumen behängt, und mit zwölf oder mehr Kannen Bier nach ihrer Art eingesegnet.“


Der Kreuzbaum


„Bei denselben Wenden war es ehmals Sitte, mitten im Dorfe einen sogenannten Kreuzbaum, eine Eiche, aufzurichten, der so lange stehen blieb, bis er umfiel.

Er durfte jedoch alsdann vor Mariä Himmelfahrt nicht wieder gerichtet werden, weil sie sagten, die Stätte wolle es nicht leiden.

Diese Stätte wurde von etlichen für einen männlichen Geist ausgegeben, der sich an der Stelle des Baums aufhalte, daher auch kein Wende mit garstigen Füßen über diesen Platz gehen durfte.

Einst begab es sich zu Rebensdorf (nach anderen zu Dangsdorf), dass der Dorfbulle, als er von der Weide kam, seine juckende Lende mit solcher Gewalt daran scheuerte, dass der Baum darüber umfiel und den Bullen totschlug.

Dies nahmen die Bauern als ein doppeltes Zeichen eines bevorstehenden großen Unglücks*.

Zur Versöhnung der beleidigten Stätte aber wurde noch alle Jahre auf den Tag, wo der Bulle totgeschlagen wurde, all ihr Vieh, groß und klein, um den Baum getrieben.

Es wurde auch, wenn ein neuer Kreuzbaum aufgerichtet wurde, das Vieh eingesegnet.

Diese Einsegnung geschah in folgender Gestalt:
Zuerst soffen sich alle Bauern toll und voll, darauf tanzten sie in vollen Sprüngen um den Baum, und der Schulze führte in seinen Sonntagskleidern und mit einem breiten, weißen Handtuch um den Leib die Reihen an. Dann nahm der Schulze ein großes Licht nebst einem Glas Bier in die Hand, ging damit um das zusammengetriebene Vieh, bespritzte dasselbe mit Bier und segnete es mit wendischen Worten ein.

Zu Bülitz und im ganzen Drawehn (der Gau zwischen Lüchow, Dannenberg und Uelzen im Hannoverschen) wurden die Häuser, Ställe, Küchen, Keller, Kammern und Stuben mit Bier oder Branntwein an dem Tage, wenn der Kreuzbaum aufgerichtet wurde, begossen, und man glaubte, die Stätte wolle es so haben, und das Vieh würde andernfalls Not leiden.

Im Kirchspiel Predöhl jagten sie das Vieh um den Baum, damit es im selben Jahr wohl gedeihe, gingen auch mit einem großen Wachslicht, wie es überall bei diesen Gebräuchen Sitte war, um den Kreuzbaum, und redeten etliche wendische Worte.

Ja, man sagte, dass dort noch täglich ein alter Greis vor dem Baum niedergekniet sei und seine besondere Andacht gehalten habe.

So oft vor Zeiten eine junge Frau aus einem anderen Ort durch Heirat in ein solches wendisches Dorf kam, musste sie um den Kreuzbaum tanzen und etwas Geld hineinstecken. Dergleichen Opfer geschah auch, wenn jemand von einer Wunde oder von einem Schaden, die oder den sie fleißig am Baume zu reiben pflegten, geheilt worden war, und kein Mensch vergriff sich an dem Geld.

Dieser Kreuzbaum war nun zwanzig und mehr Ellen hoch, oben befand sich ein hölzernes Kreuz, und über diesem ein feststehender eiserner Hahn. Wenn nun Mariä Himmelfahrt nahte, so wählte man einen anderen Baum im Holze, ging an diesem Tage dorthin, die Hauswirte traten auf den Baum zu und jeder musste seinen Hieb hineintun, bis er umfiel.

Darauf wurde er auf einen mit Ochsen bespannten Wagen gelegt, sie deckten ihn mit ihren Jacken zu, dass nichts davon zu sehen war, und fuhren mit Freuden zu der Stätte, an der der vorherige gestanden hatte, und diese Stätte war ein kleiner runder Hügel mitten im Dorf.

Hier wurde er von einem wendischen Zimmermann viereckig gehauen und es wurden auf beiden Seiten Pflöcke angebracht, sodass man hinaufsteigen konnte.

Darauf wurde er unter Freudengeschrei aufgerichtet, der Schulze kletterte hinauf, setzte den Hahn auf und segnete ihn mit einem Glas Bier ein.

Zuletzt wurde gezecht und man behauptete, wenn es nicht geschehe, gedeihe das Vieh nicht.

*Die Lüneburgschen Wenden hielten es ohnedies für ein besonderes Unglück, wenn ein Bulle natürlicherweise starb, und wenn es geschah, wurde dieses Tier oft mitten im Dorf begraben, in einer gesondert angefertigten Grube, in die ihn der Abdecker stoßen musste, sodass er in ordentlicher Weise hat verscharrt werden können.“
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Weitere Gebräuche:

Hahntreiben
„An einigen Orten, namentlich im Amt Dannenberg, wurde jährlich ein Hahn so lange herumgejagt, bis er ermüdet hinfiel; dann schlug man ihn tot, kochte ihn und verzehrte ihn. Während der Mahlzeit durfte niemand aus dem Dorf gehen. Ein großes Brot wurde gebacken, von dem jeder etwas haben musste. Auch bei diesem Gebrauch hatte man hauptsächlich das Gedeihen des Viehs im Auge.“
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Totenwache

„Wenn jemand starb, war es ehemals bei den Wenden auf der Gabelheide Sitte, bei dem Toten zu singen und zu tanzen, auch die ganze Nacht über zu trinken und zuletzt die Güter der Verstorbenen zu benetzen.“


Väter töten

„Noch um das sechzehnte Jahrhundert soll es bei diesen Wenden Sitte gewesen sein, ihre alten Väter, wenn sie zur Arbeit untüchtig wurden, mit besonderen Zeremonien zu töten.“
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Osterlamm schlachten

„Auch schlachteten sie alljährlich am Karfreitag auf ihrem aufgerichteten Baum ein Osterlämmlein mit besonderen Gebräuchen.“
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Mai-Umzug

„Im Mai hielten sie einen Umzug um die Felder, wobei ein mit der Sitte vertrauter alter Priester, Sclavasco genannt, den Vortritt hatte; ein Spielmann zog auch mit und gebrauchte eine aus einem Hundsfell gemachte Sackpfeife oder Pauke, deren Ton, wie man glaubte, bewirkte, dass Regen und Gewitter der Saat keinen Schaden brächten.
Heutzutage wird besonders noch der Johannistag bei den Abkommen jener Wenden festlich begangen; ob indes noch besondere Gebräuche dabei herrschen, war nicht in Erfahrung zu bringen. Oft wird noch an den folgenden Tagen gefeiert und insbesondere viel getrunken.“
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Aposteltage

„Außerdem werden noch die Aposteltage gefeiert, so z.B. in Lübbow an der märkischen Grenze bei Salzwedel der Jacobitag, weil die hier stehende Kapelle diesem Apostel geheiligt war.
Am Donnerstagabend, welcher den Namen Ketschenabend führt, wird in dieser Gegend gefeiert; die älteren Frauen spinnen dann nicht, auch wird kein Dünger ausgebracht.“
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Wie gut, dass inzwischen Menschenrechts-. und Tierschutzgesetze auch im Wendland gelten …

 

 

 

 

 

 

Die große Trockenheit

7. Juli 2018.
Seit vielen Wochen hat es bei uns im Wendland nicht geregnet. Die Böden sind knochentrocken. Pflanzen verdorren. Gras hat nicht mehr die Farbe „Grün“, sondern gelb-weiß. Sieht aus wie Stroh.

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Was ist Gras, was ist reifes Getreide? Gras im Vordergrund, Getreidefeld im Hintergrund.

Die Bauern versuchen, ihre Ernte durch den Einsatz großer Beregnungsanlagen zu retten. Wie ich erst heute erfahren habe, gehören die Bauern sogenannten Beregnungsverbänden an. Die Beregnungsverbände gewähren den Mitgliedern Zugang zu unterirdischen Grundwasserbrunnen. Das Wasser aus diesen unterirdischen Brunnen wird über generatorenbetriebene Pumpen hinaufbefördert und dann über Schläuche verteilt. Wenn eine derartige Bewässerung 24 Stunden am Tag durchgeführt wird, soll sie etwa Kosten in Höhe von 70.–  € verursachen. Pro Tag. Ganz zu schweigen von den Anschaffungskosten für die großen Rollwagen mit Schläuchen und die Generatoren für die Pumpen.

Auch Dorfteiche sind fast ausgetrocknet.

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Nur das Schilf lässt erahnen, dass es sich hier um einen Dorfteich handelt. Kein Wasser.

Gestern am Freitag zog sich eine dichte Wolkendecke über uns zusammen, lückenlos. Einige Wolken waren ganz dunkel und somit schwer vor Regen. Einige winzige Regentröpfchen konnte ich sogar auf meiner Haut spüren.

Dann mit einem Mal: wolkenlos blauer Himmel, die Sonne schien. Die Wolkendecke war weitergezogen. Das schlimmste ist der ständige scharfe Wind, der die Böden austrocknet. Kaum hat man die Blumen gegossen, bläst der Wind die feuchte Erde wieder trocken. Ich decke daher die Pflanzen mit Rindenmulch ab. Trotzdem sind viele Pflanzen eingegangen, ich bin ja nicht immer da.

Viele Bauern haben auch schon Noternten durchgeführt. Die Getreidekörner verdorren an den Halmen, und die Bauern versuchen, wenistens etwas zu retten. Jetzt im Moment werden vor allem die Kartoffelfelder beregnet, die in voller Blüte stehen.

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Ein blühendes Kartoffelfeld wird beregnet.

Ich bin der Meinung, dass diese Versuche, großflächig fallenden Regen durch solche Spritzschläuche zu ersetzen, nicht ausreichend sind. Das Wasser aus diesem einen Schlauch pro riesigem Feld kann doch immer nur ein paar Quadratmeter nässen. Dann wird der Schlauch wieder etwas verlegt und die nächsten Quadratmeter begossen. Für die im Zuge des Klimawandels immer mehr und länger zu erwartenden Trockenperioden muss endlich eine bessere Technik zur Bewässerung erfunden bzw. entwickelt werden. Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Kanälen pro Feld, die den auch im Zuge des Klimawandels vermehrt fallenden Starkregen gezielt sammeln, und dann in Trockenperioden das gesammelte Wasser zu nutzen? Ich bin keine Ingenieurin, aber Fachleute sollten sich mal Gedanken darüber machen…

Wir werden diese Trockenheit als Verbraucher bald spüren. So wie wir im letzten Jahr die durch den Frost noch Ende April 2017 schlechte Obsternte an den Preisen merkten.

Ich kann jetzt besser verstehen, warum so viele Afrikaner zu uns wollen. In einigen afrikanischen Ländern ist es ja noch viel trockener. Und vor allem nahezu ständig.

 

Bauern und Jägerschaft retten Rehkitze vor dem Tod mit Drohneneinsatz

In Dithmarschen haben sich Bauern mit der dortigen Kreisjägerschaft zusammengetan und mit Hilfe von Drohnen und Wärmebildkameras insgesamt 158 Rehkitze aufgespürt und vor dem sicheren Tod beim Einsatz von Mähmaschinen gerettet.

Seht hier und hier und hier.

Häschen in der Grube

Zufällig habe ich vor ein paar Tagen ein „Häschen in der Grube“ entdeckt. In einem Bodenloch kauert ein Hasennachwuchs, ganz unauffällig in seiner Fellfarbe vor dem Naturuntergrund. Ich hielt es zuerst für einen Igel, weil es so klein war:

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Das Häschen schläft.

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Das Häschen öffnet die Augen.

175 Jahre Erntefest in Wustrow

Wustrow ist eine kleine Stadt mit rund 3.000 Einwohnern im Wendland, ca. vier Kilometer von Lüchow entfernt, besteht schon seit etwa 1217 und ist aus einer Burg hervorgegangen.

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Jedes Jahr findet an einem Wochenende Ende Juni in der Zeit zwischen der Heuernte im Frühsommer und der Getreideernte im Spätsommer ein Erntefest statt.

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Im Wendenland das Allerbest – ist Wustrow und sein Erntefest.

Bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde auch in Wustrow ein Schützenfest für Erwachsene gefeiert, das wegen des übermäßigen Alkoholgenusses der Bevölkerung zu diesem Anlass vom damaligen Landesherrn verboten wurde. Wie mir ein Passant in Wustrow erzählte, sollen damals Menschen zu Tode gekommen sein, weil Betrunkene ihr Gewehr sozusagen in die falsche Richtung hielten.

Die Bürger feierten nun stattdessen seit 1843 das „Erntefest“. In diesem Jahr besteht dieses Bürgerfest nunmehr 175 Jahre. Um die Festorganisation kümmert sich der „Erntefestverein„. Es ist unter anderem auch ein Ersatz für das Schützenfest für Erwachsene, denn an einem Schießstand können Erwachsene auch an einem Preisschießen teilnehmen. Auf ein Königsschießen wird verzichtet. Aber für Kinder gibt es ein Kinderschützenfest, und dafür werden dann auch ein Kinderschützenkönig und eine Kinderschützenkönigin gekürt. Das Kinderschützenfest jährt sich 2018 zum 85. Mal.

Das Fest beginnt regelmäßig am Donnerstagabend – in diesem Jahr somit am 28. Juni – auf dem Marktplatz mit einer Eröffnungszeremonie, auf der unter anderem auch der amtierende Kinderschützenkönig eine Rede hält.

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Der Maibaum steht am Erntefesttag immer noch auf dem Marktplatz.

Die Wustrower und ihre Gäste können sich anschließend bis Sonntag auf dem Festplatz beim „Fehlhaus“ vergnügen.

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Gleich mehrere Schießbuden sind darunter. Es gibt verschiedene Kinderkarussells, Imbissbuden und Biertheken, aber auch einen Biergarten beim Lokal „Fehlhaus“.
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Einblick in den Festplatz am Freitagabend.

Am Abend kann man entweder im Festzelt auf dem Festplatz oder im Gemeinschaftshaus in Wustrow tanzen. Aber an dem Fest sollen alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, und so gibt es neben dem Fest für Kinder und dem Fest für „Alle“auch immer einen speziellen Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Am Freitag- und Sonnabendmorgen zieht ein Spielmannszug durch die Stadt, um die Leute zu wecken. Am Freitagmorgen sogar schon um 7:00 Uhr! Damit sich die Leute pünktlich um 9:30 Uhr in den Gruppenlokalen einfinden können, denn um 12:00 Uhr beginnt die Eröffnungsfeier mit einem Festakt im Gemeinschaftshaus.

Zum Erntefest ist die ganze Stadt festlich geschmückt. Wimpeln überspannen die Straßen, und Fahnen sind aufgesteckt. Vor den Häusern stehen in kleinen wassergefüllten Gefäßen junge Birkenzweige.
Hier ein paar Eindrücke:
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Eine junge Birke, geschmückt mit Bändchen in den Stadtfarben Wustrows: Gelb und Blau.

Am Freitagabend höre ich gegen halb elf Musik auf dem Festplatz mit seinen Buden und Karussells: der Spielmannszug mit einer jungen, den Stab schwenkenden Tambourmajorin voran zieht über den Platz. Schnell schließen sich viele Menschen an, und auch ich gehe neugierig mit. Wo soll’s hingehen?

Wir gelangen zum nahen Fußballplatz der Stadt. Erwartungsvoll schauen die Menschen zum gegenüberliegenden Rand des Platzes.

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Der Fußballplatz in Vollmondbeleuchtung. Vom gegenüberliegenden Rand wird gleich das Feuerwerk gezündet.

Wir haben Vollmond, und es ist nicht ganz dunkel, aber dunkel genug, um das Feuerwerk jetzt zu starten. Eine Rakete nach der anderen fliegt in die Höhe und explodiert in Tausend Funken und vielen Farben. Eine Drohne mit Kamera fliegt neben den Funken hin und her und soll alles aufnehmen. Nach einer Viertelstunde ist das Brillantfeuerwerk vorbei und der Spielmannszug geleitet uns wieder zum Festplatz an der Gaststätte „Fehlhaus“ zurück, wo sich die Menge verteilt und zum Biergarten, zum Bratwurststand oder zur Diskothek im Festzelt geht.

Am Sonnabend gegen 15:00 Uhr bin ich noch einmal in Wustrow. Mir begegnen viele einzelne Menschen, die alle eins gemeinsam haben: sie tragen festlich wirkende Kleidung. Die Frauen haben lange schwarze Röcke an, eine weiße Bluse und darüber eine schwarze Weste, und die Männer tragen schwarze Anzüge mit weißem Hemd und Krawatte. Allen gemeinsam ist eine rote Stoffrose am Revers. Ich frage eine der Damen, was der Sinn ist, und sie erklärt mir, dass alle auf dem Weg zum Marktplatz sind, von wo dann alle zusammen zur Weinfeierstunde im Gemeinschaftshaus gehen.

Ich treffe auch auf eine Gruppe Musiker, die ebenfalls auf dem Weg zum Marktplatz sind, um die Menschen ein wenig einzustimmen. Die Gruppe nennt sich „Die kleine Dorfmusik“ und ich darf ein Foto von ihnen machen:

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Die Wustrower Musikerkapelle „Die Kleine Dorfmusik“

Wenig später gehe ich dann am Marktplatz vorbei, und dort haben sich inzwischen sehr viele dieser stilvoll und festlich gekleideten Wustrower zusammengefunden:

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Am Sonntag beginnt dann das Kinderschützenfest, das von einem gesonderten Kinderschützenfestausschuss organisiert wird, schon um 8:00 Uhr. Der bisherige Kinderschützenkönig Felix und die bisherige Kinderschützenkönigin Celine werden zusammen mit dem Kinderkronprinzen Jacob und der Kinderkronprinzessin Alina abgeholt und zum Königsfrühstück gebracht.

Da es sich in diesem Jahr um gleich zwei wichtige Jubiläen des Erntefestes handelt, wurden auch alle bisherigen Kindermajestäten seit 1949 eingeladen (die inzwischen ja alle schon ein gewisses Alter erreicht hatten!). Ungefähr 70 der alten Kinderschützenkönige und –königinnen hatten zugesagt zu kommen. Sie dürfen im Festumzug mitfahren bzw. mitgehen.

Um 13:00 Uhr findet dann der große Festumzug mit vielen lustig und/oder festlich geschmückten Wagen und verkleideten Kindern und Erwachsenen statt, der durch die ganze Stadt zieht und viele Tausend Zuschauer an den Straßenrändern anzieht. Von einigen Wagen werden Bonbons und Lutscher in die Menge geworfen.

Dem Festumzug voran reiten drei junge Frauen mit der Standarte des Reit- und Fahrvereins Wustrow, gefolgt von einer Kindergruppe in Trachtenkleidung, die unterstützt durch einen Erwachsenen die aus Getreidehalmen geflochtene und mit Bändern in den Stadtfarben Wustrows – gelb und blau –  geschmückte Erntekrone hochhält.

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Der Erntekrone folgt der Wustrower Spielmannszug, der immer wieder mal anhält und ein Ständchen vorträgt.

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Celine und Felix: die noch amtierende Kinderschützenkönigin und der noch amtierende Schützenkönig werden in einem schicken Cabrio chauffiert.

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Das amtierende Kinderkronprinzenpaar Alina und Jacob.

Und hier kommen die phantasievoll geschmückten Festumzugswagen:

Thema „Im Märchenland“:

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Dem Märchenzug der Kleinsten mit ihren erwachsenen Begleitern folgt ein Wagen mit dem Ehrenvorsitzenden Herrn Kahrs und dem Ehrenvorstand Herrn Albrecht des Erntefestvereins sowie Herrn Fleischmann- alle Herren stilvoll mit Zylinder:

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Und lauter Buntes folgt:

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Die Knöterhörner Postkutsche von der Seite…

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Eine Kneipe – oder „Taverne“ – wie sie vielleicht im Mittelalter ausgesehen haben mag…

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Ein Wagen mit lauter Flaschen drin – wer den wohl gesponsert hat … ??

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Ein Kastenwagen.

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Die Hippies von Wustrow …

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… oder hieß das Motto „Hawaii“??

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Der Posaunenchor von Wustrow – ab und zu gibt er ein Ständchen.

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Trecker trifft Grazien.

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Wie in Rio – selbst die Temperaturen passten sich an!

Und ab hier machte der Akku meiner Kamera nicht mehr mit.

Um 15:00 Uhr am Sonntagnachmittag findet dann das Königsschießen der Kinder statt, auf dem die neuen Kindermajestäten ermittelt werden, deren Proklamation um 18:00 Uhr begangen wird. Die Kinder schießen mit Lichtpunktgewehren. Die Zieltreffer werden elektronisch erfasst und ausgewertet.

Aber auch die Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren dürfen schießen, nämlich an einem Preisschießen auf dem Schießstand am Rand des Parcoursbereichs des Reitvereins teilnehmen. Die Erwachsenen schießen dann mit echten patronengefüllten Kleinkalibergewehren.

Hier geht’s zum Schießstand:

 

Der Schießstand wird von der Niedersächsischen Kameradschaftsvereinigung, Abteilung Kameradschaft Wustrow, ein eingetragener Verein, betrieben. Für das Kinderschützenfest und das Preisschießen für Erwachsene des Erntefestes in Wustrow stellt der Verein seine Schießstände zur Verfügung.

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Der Schießstand für Kinder. Geschossen wird mit Lichtpunktgewehren, deren Treffer elektronisch aufgezeichnet werden. Daher die Computerausstattung auf dem Tisch.

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Der Schießstand für die Erwachsenen und Jugendliche ab 15 Jahren.

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Die Erwachsenen und Jugendlichen schießen mit Kleinkalibergewehren.

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Ganzweit hinten erkennt man die beiden Zielscheiben. Der Abstand zwischen Schießstand und Ziel beträgt 50 Meter.

Der Verein hat eine Erwachsenengruppe, aber auch eine – wie die Geschäftsführerin ausdrückt – leider recht kleine Kindergruppe. Die Geschäftsführerin des Vereins betont, dass die Kinder im Verein einen verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe lernen würden.

„Unsere Kinder spielen nicht diese Killerspiele im Internet, wo mit einem Mausklick ein Mensch virtuell getötet wird“, sagt die Dame in überzeugendem Tonfall. Vielmehr seien die Kinder durch die Schießübungen in Konzentrationsfähigkeit geübt, da das Zielen Präzision und Konzentration verlangen würde, und würden in Verantwortungsbewusstsein gegenüber einem Menschenleben geschult sein.

Im Vereinsheim hängen Erinnerungsstücke an frühere Zeiten, als der Verein noch Mitglied in einem anderen Dachverband war:

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Wie das Preisschießen ausgegangen ist, kann man am 7. Juli erfahren.

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Und wie die neuen Kindermajestäten heißen, kann ich euch jetzt auch sagen: Till Colin, der Zwillingsbruder des vorherigen Kinderschützenkönigs Felix, ist neuer Kinderschützenkönig, und Alina, die vorherige Kinderkronprinzessin, ist nun neue Kinderschützenkönigin.

Zum Schluss noch ein Bild vom „Fehl und Erntefesttor“ in Fachwerkbauweise, das den Eingang zum Festgelände bildet. Auf dem Gelände findet auch regelmäßig eine Gewerbeschau statt.

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In Wustrow scheint mir ein reges Vereinsleben zu bestehen: es gibt einen Reit- und Fahrverein, einen Fußballverein, einen Schützenverein, einen Posaunenchor, eine Musikgruppe, einen Spielmannszug, ein Erntefestverein und wahrscheinlich noch viele weitere Vereine.

In Wustrow gibt es auch Neubaugebiete, Grundstückspreise ab 18.– € pro Quadratmeter.

 

 

Rehkitzsuche

Bald beginnen die Landwirte mit der Ernte und fahren mit ihren Mähmaschinen auf die Felder.

Oft liegen Rehkitze versteckt im Getreide oder Gras – und werden von den Bauern auf ihren hohen Sitzen auf den Maschinen übersehen. Und getötet. Zerschreddert.

Der Bremer Landwirtschaftsverband hat nun ein Projekt gestartet, für das freiwillige Rehkitzsucher gesucht werden. Die Rehkitzsucher gehen vor dem Mähvorgang zusammen mit einem Jäger über die Felder und halten nach Rehkitzen Ausschau. Wird eins gefunden, reibt sich der Jäger die Hände mit Erde ein und fasst das Rehkitz nur mit Grasbüscheln in den Händen an.

Denn Kitze haben noch keinen eigenen Geruch und nehmen daher den Menschengeruch an. Die Mutter würde es daraufhin verstoßen.

Also kein Rehkitz selbst mit den Händen anfassen!

Ich finde dieses Projekt gut. Gibt es etwas Ähnliches im Wendland???