Das Seniorenheim St. Georg in Lüchow

Lüchow, 12. Februar 2018.
Alt werden ist nichts für Feiglinge – so heißt ein gängiges Sprichwort, das gerne von Prominenten zitiert wird. Da müssen wir wohl alle ganz schön mutig sein, denn eins ist sicher: wohl die allermeisten von uns werden einmal alt.

Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, in denen der Anteil der alten Menschen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zunehmen wird, stellt sich dann die Frage: was ist, wenn man sich nicht mehr so gut selbst helfen kann?

Schön, wenn man dann in einer Großfamilie wohnt, wo es selbstverständlich ist, dass sich die Jungen um die Alten kümmern, sie umsorgen und pflegen. So wie es früher üblich war. Aber aus verschiedenen Gründen können oder wollen sich die Jungen heute nicht mehr um die Eltern oder Großeltern kümmern.

Glücklicherweise gibt es für diese Fälle die Institutionen der Altenheime oder – wie es politisch korrekter heißt: der Seniorenheime.

Eins dieser Heime in Lüchow ist das Altenheim St. Georg, das 1972 gegründet wurde. Träger des Heims ist ein eingetragener Verein, dem die evangelischen Gemeinden im Landkreis angehören.

Siebzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter vierzig Pflegekräfte, kümmern sich um das Wohlergehen der etwa 84 Bewohnerinnen und Bewohner. Vorvergangene Woche war ich zu einem Besuch im Seniorenheim St. Georg und durfte einige Fotos machen.

Das Heim ist nach dem christlichen Märtyrer Georg benannt, der zu den vierzehn Nothelfern gehört, das sind heilig gesprochene Männer und Frauen aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert.

Der Sage nach tötete Georg einst einen Drachen, um eine Jungfrau zu retten, die der Drache von der Bevölkerung als Tribut forderte. Die Tötung des Drachen wird als Symbol für die Beseitigung „des Bösen“ gesehen.

Daher gilt Georg auch als Schutzheiliger für viele Länder, Kirchen, Stadtteile (z.B. in Hamburg) oder eben auch Institutionen wie das Altenheim in Lüchow.

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Rechts an der St. Johannis-Kirche vorbei gelangt man zum St. Georg-Heim.

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Ein – Anfang Februar! – schon blühender Strauch steht neben dem Eingang.
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Eine Sitzecke rechts neben dem Heim lädt an wärmeren Tagen zum Ausruhen und zum Plausch ein.
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Hier ist der Eingangsbereich des ebenerdigen Gebäudes.

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Dies ist das Logo des Heims: „Altenheim St. Georg Lüchow“ mit dem Heiligen Georg, der einen Drachen tötet.
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Hier haben wir einen Einblick in ist den hellen, freundlich wirkenden Speisesaal.
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In Atriumbauweise ist das Heim um einen Innenhof herum gebaut, den man im Sommer auch betreten und in dem man sich aufhalten kann.
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An vielen Ecken im Heim trifft man auf wohnlich wirkende Sitzecken, die zum Plausch einladen.

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Alte aufgearbeitete Möbelstücke erinnern die Bewohner und Bewohnerinnen an alte Zeiten – hier eine Truhe, die es früher auf jedem Bauernhof gab.
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In den Aufenthaltsbereichen, in denen auch Kaffee und Kuchen serviert werden, stehen zur Erinnerung alte Haushaltsgegenstände, zum Beispiel diese Küchenhexe und die Kaffeemühle.
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Und hier noch einmal – ein emaillierter Küchenherd und eine alte Kaffeemühle.
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Hier kann man sich Bücher ausleihen. Fenster und Türen sind in freundlichen Farben gestrichen.
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Hier kann man sich keine Bücher ausleihen – dies ist nur die Dekoration für eine Zwischentür auf den vielen endlosen Fluren. Sieht aus wie ein Bücherschrank, ist aber Klebefolie.
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Bilder und Fotos an den Flurwänden erinnern an die alte Heimstatt oder sind einfach nur schöne Dekorationen.

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An den Flurwänden sind Handläufe befestigt, damit sich die Bewohner und Bewohnerinnen abstützen können.

In den Zimmern dürfen die Heimbewohner und -bewohnerinnen auch persönliche Möbelstücke, die ihnen besonders am Herzen liegen, aufstellen. So stehen in den Zimmern Klaviere,  Schränke mit Schnitzereien oder gemütliche Lieblingssessel.

An den Türen stehen jeweils die Namen der Insassen, korrekt mit „Frau …“ oder „Herr…“ betitelt. Aber an jeder Tür hängt zusätzlich noch ein liebevoll von Hand gemaltes Plakat mit dem groß geschriebenen Namen des Bewohners oder der Bewohnerin, sodass jeder auch mit Sehproblemen gleich das richtige Zimmer finden kann.

Wer noch rüstig ist oder wer Verwandte hat, die den Rollstuhl begleiten, kann schnell im Zentrum von Lüchow sein oder einen Spaziergang bzw. eine Spazierfahrt im nahe gelegenen Amtsgarten machen. Man sieht vom Heim aus schon nach wenigen Metern den Amtsturm:

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