Wildblumen gegen Insektensterben

In manchen Dörfern im Landkreis sieht es aus wie in der Vorstadt einer Großstadt: Rasen, kurz wie mit der Nagelschere geschnitten. Die alten Bauernhäuser werden liebevoll restauriert und herausgeputzt, aber davor dann glattrasierter Rasen – das passt doch nicht zusammen. Zu alten Bauernhäusern gehört kein englischer Rasen. Außerdem hat das übermäßige Mähen von Grasflächen dazu geführt, dass Insekten, darunter insbesondere die Bienen, nicht mehr genug Nahrung finden. Die im Gras natürlicherweise mitwachsenden Wildblütenstände werden spätestens mit der letzten Mahd im Herbst abgemäht, sodass die Artenvielfalt allmählich verschwindet, da die Überwinterung der Bestände nicht gesichert ist.

Mancherorts findet man an Straßenrändern bereits absichtlich ausgesäte Wildblumenstreifen vor, so zum Beispiel an der Bundesstraße B 216 in der Nähe von Dahlenburg. Oder – an gleicher Stelle – absichtlich ausgepflanzten Ginster, dessen Blütenstände im Mai mit zu den ersten Nahrungsmitteln von Insekten zählen.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU), ein eingetragener gemeinnütziger Verein, zu dem Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen und Lokalpolitiker gehören, hat kürzlich in einer Sitzung im Alten Postamt in Lüchow  überlegt, wie man das Aussäen von Wildblumen fördern kann. Frau Renate Ortmanns-Möller informierte dabei in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Fachdienstes Regionale Entwicklungsprozesse des Landkreises über eine Veranstaltung der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen mit der Betitelung „Anlage von artenreichen Wildblumenwiesen“, die am 17.1.2018 in den Räumen des LandesSportBundes Niedersachsen in Hannover stattfand.

Die Bingo-Umweltstiftung stellt für die Anlage artenreicher Wildblumenwiesen  Fördermittel bereit, und die ANU diskutierte, wie diese Fördermittel sinnvoll eingesetzt werden könnten.

So könnten Privatbesitzer von Grünflächen nicht mehr die ganzen Flächen regelmäßig abmähen, wie bisher üblich, sondern könnten Teilflächen mit Wildblumenbestand stehen lassen, zum Beispiel kreisförmige Flächen. Das sieht dann doch nett aus. Man könnte ja auch phantasievolle Muster mähen, zum Beispiel die Wendlandsonne als Wildblumenfeld 🙂

Aber gerade auch Grünflächen an den Straßenrändern oder andere kommunale Flächen könnten doch sinnvollerweise mit Wildblumen besät werden. Stellt euch vor: an den Straßenrändern seht ihr nicht mehr nur Gras und Brennnesseln, sondern hübsche leuchtende Blumen in allen Farben und herumschwirrende Schmetterlinge, Bienen und Libellen…! Ich finde zum Beispiel den leuchtend-gelben Ginster im Mai an den Straßenrändern immer so schön, oder roten Mohn und blaue Kornblumen im Sommer. Und gelbe Schafgarbe. Und diese kleinen gelbblütigen Pflanzen zwischen den Ritzen aufgebrochenen Asphalts auf der Straße, der Mauerpfeffer im Juni, der sich teppichartig ausbreitet.

Also ich säe jetzt demnächst Wildblütensamen aus und habe auch schon welchen gekauft. Bevor ich davon erfahren habe, dass man Wildblumensaat bei einem bestimmten Saatversand regionsgerecht bestellen kann. Das habe ich über Frau Ortmanns-Möller erfahren und gebe es hiermit weiter:

Der Versand heißt Rieger-Hofmann GmbH und versendet gebietsheimisches Saatgut, also Saatgut, das auf die jeweilige Region abgestimmt ist. Und man sollte bei der Bestellung Bezug auf die Bingo-Umweltstiftung nehmen (s.o.). Herr Rieger hat auf der Veranstaltung der Bingo-Umweltstiftung auch eine Power-Point-Präsentation gezeigt, die ihr hier einsehen könnt. Ein Videomitschnitt der Veranstaltung ist bei youtube zu sehen.

Weitere Informationen zum Anlegen von artenreichen Blühflächen findet ihr hier auf der Website der Bingo-Umweltstiftung.

Auch die ortsnahe VR-Plus Bank bietet Saatgut für Blühstreifen und Wildblumenwiesen an. Zum Beispiel kann man am Agrar-Standort der Bank in Dannenberg in der Quickborner Straße oder in Woltersdorf direkt das Saatgut mitnehmen.

Schützt die Bienen, Schmetterlinge, Libellen und anderen Insekten, indem ihr ihnen Nahrung bietet.

Am 22.5.2018 findet übrigens der „Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“ statt, im Jahr 2000 durch die UNO ins Leben gerufen.

 

4 Gedanken zu „Wildblumen gegen Insektensterben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s