Die St.-Georg-Kirche in Bösel

Bösel, 21. März 2018.
Vergangenen Sonntag war ich in Bösel. Bösel ist ein ziemlich großes Dorf in der Nähe von Lüchow mit vielen alten Fachwerk-Bauernhäusern im Dorfkern, aber auch vielen Neubauten in der nach allen Seiten hin ausufernden Peripherie. In der Dorfmitte steht die jahrhundertealte St.-Georg-Kirche. Sie ist zu einem großen Teil aus Feldsteinen erbaut worden. An einem Pfeiler am Eingang zum Kirchplatz ist ein eiserner Halsring mit einer Kette befestigt.

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Halseisen aus dem Mittelalter (Replik) an der St.-Georg-Kirche Bösel

Als ich ein Kind war, ist mein Großvater einmal mit mir mit dem Fahrrad nach Bösel gefahren und hat mir diesen Halsring mit Kette gezeigt und erklärt. In Zeiten des Dreißigjährigen Krieges bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Menschen, die sich nach Meinung der Obrigkeit nicht richtig benommen hatten, vor dem Gottesdienst dort angekettet und quasi den Kirchgängern und den Dorfbewohnern zur Schau gestellt. Es war also ein Pranger. Die Leute durften diese arme Person beschimpfen und verspotten, aber nicht schlagen oder sonstwie misshandeln. Es war also so etwas wie der Vorgänger vom Internet.

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Informationsschild neben dem Halseisen an der St.-Georg-Kirche Bösel

Der Halsring mit Kette – eigentlich als „Halseisen“ oder „Schandeisen“ bezeichnet –  hängt also dort am Pfeiler zum Eingang des Kirchhofs immer noch, ist aber leider nicht mehr das Original, das ich als Kind noch ansehen durfte. Das Original wurde nämlich 2007 gestohlen. Jetzt hängt eine Replik dort.

Wie schade. Jahrhundertelang respektierten alle Leute dieses Detail aus einer alten Zeit, und dann stiehlt es ein habgieriger Mensch, der es für sich alleine haben will. Vielleicht ist der Halsring auf irgendeinem Flohmarkt für fünf Euro verkauft worden und hängt jetzt bei irgendeinem Liebhaber antiker Dinge an der Wand, der nichts von der Herkunft weiß. Oder diese Metalldiebe, die alles klauen, was irgendwie aus Metall ist, haben das Halseisen abmontiert und beim nächsten Schrotthändler zu etwas Kleingeld gemacht.

Im Folgenden zeige ich noch einige Bilder von der St.-Georg-Kirche.

Vor dem Eingang zur Kirche liegen drei sehr alte Grabplatten. Zwei davon sind so stark verwittert, dass man auf ihnen keine Schriftzüge mehr erkennen kann. Nur auf der dritten sind noch einige erhabene Schriftzeichen wahrzunehmen.

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Stark verwitterter Grabstein vor dem Eingang zur St.-Georg-Kirche Bösel

Neben der Kirche stehen Steintafeln zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege.

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Um die Kirche herum ist der Platz zu einem großen Teil mit Moos bedeckt, der andere Teil mit Gras. Zwischen Grashalmen und Moos schauen ganz viele Blumenspitzen hervor, die sich aber noch nicht trauen, ihre Blüten zu öffnen. Wahrscheinlich sind es Narzissen und Krokusse, und in wenigen Wochen wird man hier sicherlich ein buntes Blütenmeer sehen können.

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Das hier sieht nach Krokussen aus

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Die Spitzen, die hier aus dem Moss herausschauen, werden wohl Narzissen werden

Ein Detail am Abfluss der Regenrinne: ein Bett aus Feldsteinen. Das werde ich nachmachen!

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Im Folgenden noch einige Ansichten der Kirche:

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Feldsteinkirche mit späteren gotischen Elementen.

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Der Eingang zur Kirche. Vor dem Eingang liegen drei verwitterte Grabplatten

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Die Kirche ist ungefähr 600 Jahre alt und fast ganz aus Feldsteinen gebaut.

Bei der Weiterfahrt bin ich in Bösel noch an diesem architektonisch wunderschönen alten Haus vorbeigekommen:

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Gibt es eigentlich niemanden in Bösel, der mal die Wikipedia-Seite vom Dorf ein bisschen ergänzen kann? Für ein so großes Dorf steht da wenig drin. Was ist mit dem Hinweis auf das Buerbeer-Fest??

 

 

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