Saisoneröffnung im Stones-Fan-Museum mit The Stonez

Lüchow.
Am heutigen Ostersonnabend startet das Rolling-Stones-Fan-Museum von Ulli Schröder gleich mit einem rockigen Auftakt: die Rolling-Stones-Coverband „The Stonez“ aus Österreich heizt ein, was bei dem heutigen winterlichen Wetter ja nur wünschenswert ist.

Nach zehn Stunden Autofahrt sind die sechs Musiker plus Begleitung gestern in Lüchow eingetroffen und hatten erst einmal Hunger. Deshalb haben sie gleich als einen der ersten Eindrücke von Lüchow die Ausstattung des Art and Rock Cafés in der Lange Straße gewonnen, nämlich die Dekoration mit zahlreichen Großfotos der Original-Stones.

Ulli Schröder führte sie dann erst einmal durchs Museum und zeigte ihnen die zahlreichen interessanten Ausstellungsstücke.

Ich durfte einige Mitglieder der Band heute vor ihrem Auftritt interviewen.

Hans Irker, der Frontmann und Sänger der Coverband, war gleich super beeindruckt davon, was Ulli im Laufe seines Lebens gesammelt und im Museum zusammengestellt hat. „Das ist ein Traum für jeden Stones-Fan“ sagt er, „und das Museum ist viel größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Das hat schon einen weltweit einmaligen Status.“ Hans war sofort vernarrt in den originalgroßen Pappaufsteller von Mick Jagger.

Mihael Gluhak, der Bassgitarrist, der sozusagen das Instrument in der Gruppe spielt, das früher vom Ex-Stones-Mitglied Bill Wyman bedient wurde, und das heute bei Auftritten der Original-Stones von Darryl Jones bespielt wird, ließ der Anblick von einer Originalgitarre von Keith Richards im Museum das Herz höher schlagen. Und ganz gerührt war er, als er den von Keith im Jahr 1966 handgeschriebenen Brief an seine Mutter entdeckte.

Die Band The Stonez gründete sich im Jahr 2006. Allen Bandmitgliedern ist natürlich ihre Begeisterung für die Musik ihrer Vorbilder gemeinsam.

Außer dem Frontmann und Sänger sind alle Gründungsmitglieder, die meisten jetzt vom Alter her in den Vierzigern, noch dabei. Nachdem der ursprüngliche Sänger in Pension ging, suchte die Band einen würdigen Nachfolger und hatte das Glück, dabei auf Hans Irker zu treffen, der jetzt ein Jahr Bandmitglied ist. Die Band setzt bewusst Hans Irker als Aushängeschild ein.

Hans Irker sieht Mick Jagger, seinem großen Vorbild, zunächst einmal äußerlich ähnlich. Die markanten Gesichtszüge, die Falten, die Frisur – ja, das erinnert schon stark an Mick. Mick Jagger war übrigens mal mein absoluter Schwarm, als ich 13 war. Großformatige Fotos aus der „Bravo“ hingen an der Wand in meinem Zimmer. Bis mein Vater sie eines Tages abriss, wonach ich bitterlich weinte.

Die Musik der Stones und speziell der Gesang von Mick Jagger seien seine „Lebensleidenschaft“, sagt Hans Irker. Er versucht bei seinen Auftritten nicht, Mick Jagger einfach zu kopieren, zum Beispiel genau dessen Tanzschritte nachzuahmen, sondern bemüht sich, sich in ihn hineinzuversetzen, das innere Empfinden von Mick Jagger bei dessen Songinterpretationen zu erspüren.

Hans Irker hat sogar schon einmal Mick Jagger getroffen, auf einer Pressekonferenz.

Ob er sich auch so intensiv auf Liveauftritte vorbereitet wie Mick Jagger, der unmittelbar vorm Auftritt noch eine halbe Stunde auf dem Laufband hinter der Bühne verbringt, um konditionell durchhalten zu können? Hans Irker lacht verschmitzt: „Ja, ich habe gestern 5/8 Liter Wein getrunken!“ Eben ein echter Österreicher.

Immerhin dauert der Auftritt der Coverband genauso lange wie der Auftritt der Originalband, nämlich zweieinhalb Stunden.

„Ein bisschen Sport mache ich schon“, bessert Hans Irker nach, „ich brauche doch natürlich Kondition“.

Hans Irker hat schon einmal mit Mick Taylor zusammen gespielt. Das war in Wien, im Jazz- und Blues-Lokal „Wiener Reig`n“. Mick Taylor war ja einige Jahre lang der Ersatz für Brian Jones, bevor dann Ron Wood den Part übernahm. Die „Ben Waters Band feat. Mick Taylor“ trat in dem Musiklokal auf, und Hans Irker durfte mit Mick Taylor als Begleiter an der Gitarre die Songs „Little Queenie“ und „Route 66“ singen. Das Lokal fasst ungefähr 500 Besucher. Vier Wochen später stand dann Mick Taylor zusammen mit den restlichen Stones auf der Bühne vor 120.000 Zuschauern.

Die fünf Instrumentalmusiker neben dem Sänger Hans Irker bedienen die Instrumente Gitarre (3x), nämlich Mihael Gluhak, Nick Atanassov und Martin Kohlmann, Schlagzeug spielt Mike Linder und Christoph Nöbauer das Saxophon. Saxophon? Ja, die Band möchte die Originalband nicht einfach kopieren, sondern hat schon den Anspruch, Interpretationen mit einer eigenen Note anzubieten. Und so gibt es eben statt des Keyboarders einen Saxophonisten, nämlich Christoph Nöbauer.

Martin Kohlmann spielt die „Keith“-Gitarre und ist in seinem Hauptberuf Arzt, ein Neurologe mit Dr.-Titel. Ihn interessiert die Musik der Rolling Stones aus der Zeit 1968 bis 1974 am meisten. Das war „das goldene Zeitalter der Stones“, sagt Martin. Im Alter von 14 Jahren hat er die Stones das erste Mal bei ihrer Tour „Steel Wheels“ gesehen und war seitdem fasziniert von der Band. Auch seine Mutter, ein Stones-Fan, hat ihn in die Musikrichtung gelenkt.

Mihael Gluhak wiederum mag die Musikrichtung der Stones eher aus den Neunzigern, zum Beispiel den Song „Out of Control“.

Hans Irker interpretiert am liebsten „Midnight Rambler“, das wäre ein Mix aus verschiedenen Musikstilen: Blues, Rock, Free Style. „Can’t you here me knockin`“ findet Hans auch noch besonders gut, wegen der vielfältigen Elemente von Jazz über Soul bis zu Jam Basics.

Von der Musik leben kann die Coverband noch nicht. Alle Bandmitglieder haben einen anderen beruflichen Background, vom schon erwähnten Arzt über den Taxifahrer, den Manager beim größten Kindergartenbetreiber Österreichs, den Mitarbeiter in der Behindertenhilfe bis zum Banker und Grafiker. So hat die Band The Stonez etwa 10 bis 12 Auftritte im Jahr. In Österreich wächst die Fangemeinde immer mehr. Alle Altersklassen sind vertreten, so wie ja eigentlich auch bei den Original-Stones.

In Deutschland, dem größten Musikabsatzmarkt in Europa, treten sie das erste Mal auf, und das gleich hier bei uns in Lüchow!

Wie ihnen Lüchow gefällt? „Wir haben gleich den Eindruck einer sympathischen und angenehmen Stadt gehabt“, sagt der Frontmann, und die anderen nicken nachdrücklich zustimmend. Gestern Abend, nachdem sie sich im Art and Rock Café kulinarisch gestärkt hatten, statteten sie der „Wunder-Bar“ in Lüchow auch noch einen Besuch ab, bei dem sie gleich mehrere Fans trafen, die heute Abend bei dem Konzert dabei sein werden. Mehr als 250 Gäste werden erwartet.

Der Name „The Stonez“ mit dem Buchstaben „z“ am Ende ist eigentlich als einmaliger Name entstanden. Mit dem vorherigen Sänger war eigentlich mit den Musikern nur ein einmaliges Projekt geplant gewesen, für das man spontan nach einem Bandnamen gesucht und sich so eben auf die geringfügige Veränderung des Band-Originalnamens geeinigt habe.

Die jetzige Bandbesatzung hatte nach einem Auftritt im österreichischen Burgenland einen Videoclip auf ihrer Facebook-Seite eingestellt, auf den Ulli Schröder aufmerksam geworden war. So ist der Kontakt zu Ulli Schröder zustande gekommen. Der Name war den Bandmitgliedern natürlich schon vorher ein Begriff, da Ulli in Stones-Kreisen natürlich sehr bekannt ist.

Jetzt bin ich mal auf den Gig heute Abend gespannt!

Bis dahin: „Stonige Grüße“ – wie Ulli Schröder sagen würde!

Ich habe sogar ein Plakat der Band mit Autogrammen bekommen:

DSCN1840a.jpg

Martin hat mir noch eine Gitarre aufgemalt (jedenfalls soll es eine sein).

Viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

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