Die große Trockenheit

7. Juli 2018.
Seit vielen Wochen hat es bei uns im Wendland nicht geregnet. Die Böden sind knochentrocken. Pflanzen verdorren. Gras hat nicht mehr die Farbe „Grün“, sondern gelb-weiß. Sieht aus wie Stroh.

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Was ist Gras, was ist reifes Getreide? Gras im Vordergrund, Getreidefeld im Hintergrund.

Die Bauern versuchen, ihre Ernte durch den Einsatz großer Beregnungsanlagen zu retten. Wie ich erst heute erfahren habe, gehören die Bauern sogenannten Beregnungsverbänden an. Die Beregnungsverbände gewähren den Mitgliedern Zugang zu unterirdischen Grundwasserbrunnen. Das Wasser aus diesen unterirdischen Brunnen wird über generatorenbetriebene Pumpen hinaufbefördert und dann über Schläuche verteilt. Wenn eine derartige Bewässerung 24 Stunden am Tag durchgeführt wird, soll sie etwa Kosten in Höhe von 70.–  € verursachen. Pro Tag. Ganz zu schweigen von den Anschaffungskosten für die großen Rollwagen mit Schläuchen und die Generatoren für die Pumpen.

Auch Dorfteiche sind fast ausgetrocknet.

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Nur das Schilf lässt erahnen, dass es sich hier um einen Dorfteich handelt. Kein Wasser.

Gestern am Freitag zog sich eine dichte Wolkendecke über uns zusammen, lückenlos. Einige Wolken waren ganz dunkel und somit schwer vor Regen. Einige winzige Regentröpfchen konnte ich sogar auf meiner Haut spüren.

Dann mit einem Mal: wolkenlos blauer Himmel, die Sonne schien. Die Wolkendecke war weitergezogen. Das schlimmste ist der ständige scharfe Wind, der die Böden austrocknet. Kaum hat man die Blumen gegossen, bläst der Wind die feuchte Erde wieder trocken. Ich decke daher die Pflanzen mit Rindenmulch ab. Trotzdem sind viele Pflanzen eingegangen, ich bin ja nicht immer da.

Viele Bauern haben auch schon Noternten durchgeführt. Die Getreidekörner verdorren an den Halmen, und die Bauern versuchen, wenistens etwas zu retten. Jetzt im Moment werden vor allem die Kartoffelfelder beregnet, die in voller Blüte stehen.

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Ein blühendes Kartoffelfeld wird beregnet.

Ich bin der Meinung, dass diese Versuche, großflächig fallenden Regen durch solche Spritzschläuche zu ersetzen, nicht ausreichend sind. Das Wasser aus diesem einen Schlauch pro riesigem Feld kann doch immer nur ein paar Quadratmeter nässen. Dann wird der Schlauch wieder etwas verlegt und die nächsten Quadratmeter begossen. Für die im Zuge des Klimawandels immer mehr und länger zu erwartenden Trockenperioden muss endlich eine bessere Technik zur Bewässerung erfunden bzw. entwickelt werden. Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Kanälen pro Feld, die den auch im Zuge des Klimawandels vermehrt fallenden Starkregen gezielt sammeln, und dann in Trockenperioden das gesammelte Wasser zu nutzen? Ich bin keine Ingenieurin, aber Fachleute sollten sich mal Gedanken darüber machen…

Wir werden diese Trockenheit als Verbraucher bald spüren. So wie wir im letzten Jahr die durch den Frost noch Ende April 2017 schlechte Obsternte an den Preisen merkten.

Ich kann jetzt besser verstehen, warum so viele Afrikaner zu uns wollen. In einigen afrikanischen Ländern ist es ja noch viel trockener. Und vor allem nahezu ständig.

 

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