N’Guewel SAF – SAP: Westafrikanische Trommelmusik in Platenlaase

Platenlaase, 4. August 2018.
Am vergangenen Sonnabend traten im Café Grenzbereiche in Platenlaase erneut die Musiker und Sänger aus dem Senegal auf, die unter der Bezeichnung N’Guewel SAF SAP bekannt sind.
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Die Mitglieder der Gruppe entstammen der Kaste der „Griots“, die Sänger, Tänzer, Geschichtenerzähler und Künstler allgemein umfasst. Seit mehr als dreißig Jahren treten sie in vielen europäischen Ländern auf und tragen Trommelmusik aus Westafrika – dem Senegal, Gambia, Guinea und Mali – vor.

Einmal im Jahr kommen sie auch ins Wendland, ins Café Grenzbereiche, das von einem Kulturverein in Platenlaase nahe Lüchow geführt wird.

Gespielt wird auf Percussion-Instrumenten, hauptsächlich Djembé-Trommeln, aber auch auf Koras oder anderen Schlaginstrumenten.

Dazu gibt es Gesang und Tanz und einige fast akrobatisch zu nennende Darbietungen. Wichtig ist immer, dass das Publikum mit einbezogen wird.

So gibt die Gruppe im Vorfeld des Konzerts – einige Tage oder eine Woche vorher – im Rahmen eines Sommercamps auch Trommelunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene sowie Unterricht in afrikanischem Tanz.

Der Konzertabend beginnt dann jeweils mit einer Vorstellung der erarbeiteten Stücke. Zuerst tritt die Anfängergruppe, danach die Fortgeschrittenen-Gruppe auf. Die Laien werden dabei jeweils von zwei Musikern aus der SAF SAP-Gruppe begleitet bzw. geführt. Toll, was so nach relativ kurzer Zeit schon gekonnt wird!

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Hier verbeugt sich gerade die Fortgeschrittenen-Trommler-Gruppe auf der Bühne in Platenlaase. Zu schnell für meine Kamera.

Nachdem eine Stunde lang die „Auszubildenden“ an der Djembé ihre Erfolge gezeigt haben, wird dann der Auftritt der eigentlichen Musikergruppe angekündigt.

Zuerst sitzen links und rechts auf der Bühne nur je ein Musiker mit dem kompliziertesten der Instrumente, der Kora, und stimmen in den afrikanischen Sound ein.

Der Korpus der Kora besteht aus einer Kalebasse, die mit einem Kuhfell bezogen ist. Der Hals der Kora ist senkrecht stehend angebracht und enthält 21 Saiten, die dann vom Musiker mit beiden Händen links und rechts bespielt werden, das heißt, nur mit Daumen und Zeigefinger. Somit erinnert das Instrument an eine Art Harfe, und so zart klingt die erzeugte Musik auch. Ein solch kompliziertes Instrument zu spielen, erfordert schon eine lange Übung und viel Talent.

Nach und nach kommt ein Musiker nach dem anderen auf die Bühne und beginnt, sein Instrument einzusetzen. Schließlich erscheint ein Sänger, und plötzlich ist da ein voller, intensiver Klang und ein mitreißender Rhythmus.

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Die vor der Bühne versammelten Menschen wiegen sich im Rhythmus der Musik, kaum jemand kann da noch stillhalten.

Einige im Publikum haben offenbar den Tanzkurs der Gruppe SAF SAP mitgemacht und können so richtig afrikanisch wild und schnell tanzen.

Auch die Musiker auf der Bühne bewegen sich, und ab und zu legt einer sein Instrument nieder und zeigt, was er drauf hat. Alles ist erlaubt, hinknien, rumspringen, sich drehen wie ein Derwisch, hüpfen – selbst die Älteren in der Gruppe beweisen, wie beweglich ihre Körperteile sind.

Dann springt eine Frau im roten Jumpsuit auf die Bühne und beweist, dass sie geübt hat: rasend schnell sind ihre Bewegungen – meiner Kamera, die solches Tempo nicht gewohnt ist, wird ganz schwummrig:

 

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Auch unten vor der Bühne zeigen einige im frei geräumten Kreis, was sie können. Breakdance ist beinahe nichts dagegen.

Die Stimmung ist toll, das Publikum mitgerissen und dankbar. So viel Temperament erlebt man hier im Wendland sonst eher selten.

Ich war im letzten Jahr auch bei der Vorstellung von SAF SAP in Platenlaase

Im nächsten Jahr wird die Gruppe wiederkommen. Hingehen!

 

 

 

 

 

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