11. November: Martinsmarkt in Lüchow und Laternelaufen

Am 11. November ist der Martinstag, der Namenstag des Heiligen Martin, dem Ritter, der barmherzig seinen Mantel geteilt hat, um einem frierenden armen Bettler zu helfen.

In vielen Ortschaften werden um diesen Namenstag herum sogenannte Martinimärkte veranstaltet. In Lüchow findet ein solcher Martinsmarkt rund um die katholische St.-Agnes-Kirche in Lüchow statt.

Außerdem laufen die Kinder an diesem Tag Laterne. Die Kinder in den Kindergärten und Schulen haben schon fleißig Laternen gebastelt, die man in den Schaufenstern vieler Geschäfte ausgestellt bewundern konnte. Zum Laternenumzug treffen sich Kinder und Begleiter an der St.-Johannis-Kirche an der Kirchstraße um 17:00 Uhr und ziehen dann traditionelle Laternenlieder singend durch die Stadt bis zur St.-Agnes-Kirche.

Auf dem Marktplatz in Lüchow findet ein kleines Schauspiel statt, in dem das Verhalten des Heiligen Martins nachempfunden wird, das „St.-Martins-Spiel“.

Der historische Hintergrund ist recht wenig bekannt. Die Verehrung des Martin beruht auf einer historisch belegten Geschichte aus dem vierten Jahrhundert.

Danach gab es einen Martinus als Sohn eines römischen Militärtribuns, der in Ungarn geboren wurde und dort auch aufwuchs.

Als Jugendlicher kam er nach Italien und lernte dort die noch recht neue Religion des Christentums kennen. Da er der Sohn eines römischen Militärangehörigen war, war er ebenfalls zum Militärdienst verpflichtet, den er nur widerwillig ausübte.

Nach 25jähriger Dienstzeit wurde er auf seine Bitte hin entlassen und lebte als asketischer Mönch, nachdem er sich zum Christentum bekannt hatte.

Er errichtete das erste Kloster des Abendlandes in der Nähe von Tours in Frankreich, wo er bald Bischof wurde.

Er wurde als Nothelfer und Wunderheiler von der Bevölkerung verehrt und starb am 8. November 397. Auf Wikipedia könnt ihr alles ausführlicher nachlesen.

Martin von Tours, der im Alter von 81 Jahren – für die damalige Zeit ein Rekordalter – starb, wurde in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt und dort am 11. November 397 begraben.

Von der Lichterprozession abgeleitet entfaltete sich wohl das Brauchtum des Laternelaufens an diesem Tag, das insbesondere in katholischen Gegenden gepflegt wird. Ich selbst habe als Kind zeitweise in einer katholischen Region gelebt, und dort liefen die Kinder am St. Martinstag von Haus zu Haus und sangen den Hausbewohnern etwas vor, woraufhin diese den Kindern einige Süßigkeiten gaben.

Der 11. November hat auch für Protestanten eine Bedeutung, da Martin Luther an diesem Datum getauft wurde.

Wenn ich solche alten Geschichten lese, wundere ich mich immer über die Mobilität in der damaligen Zeit – ohne Flugzeug, Auto, Zug. In Ungarn aufgewachsen, dann Norditalien, später Frankreich … alles mit Pferd und Wagen oder sogar zu Fuß.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s