Vandalen unter Wenden – Teil 1

28. Dezember 2018.
Am Rand unseres Dorfes befindet sich eine Bushaltestelle mit überdachtem Wartehäuschen und einer kleinen Sitzbank. Da so gut wie nie hier ein Bus hält, wird das Wartehäuschen samt Umgebung einfach zweckentfremdet. Auto- wie auch Radfahrer halten hier an, um zu pinkeln – wie weiße senkrechte Streifen auf dem Glas an der Seite des Wartehäuschens andeuten, auch gerne mal gegen das Wartehäuschen – , Müll wird hier entsorgt, und die Sitzbank wird für eine Ruhebank und einen Treffpunkt gehalten.

Pinkelstreifen – ääh – ich meine: Urinstreifen an der Seite des Wartehäuschens

Ins Gras geworfene Bier- und Schnapsflaschen stammen von Trinkern, die nicht auf die doch eigentlich simple Idee kommen, dass Flaschen, die auf dem Weg zum Bushäuschen in ihre Taschen gepasst haben, dort in geleertem Zustand auch noch reinpassen. Alkohol – insbesondere zuviel davon – macht mit der Zeit eben dumm.

Heute Morgen nun, als ich auf meinem benachbarten Grundstück aufräumte, entdeckte ich, dass jemand vermutlich in der vergangenen Nacht – also wohl noch an Weihnachten – eine der Scheiben des Wartehäuschens mutwillig zerstört hat. Tausende Glasscherben lagen auf dem Boden. Die Scheibe war quasi restlos aus der Fassung gelöst.

Nein, das ist kein Schnee …

Ja, Vandalismus gibt es eben auch im Wendland!

Ich kann mich nur beglückwünschen, dass ich von meiner Idee, am Rand meines danebenliegenden Grundstücks ein altes Telefonhäuschen der Telekom aufzustellen, das ich in eine Mitnahme-Bibliothek umrüsten wollte, zurückgetreten bin. Das Telefonhäuschen hatte ich schon reserviert, die Aufstellung samt Fundament hätte rund zweitausend Euro kosten sollen.

Denn genau das hatte ich befürchtet, nachdem ich einige Verhaltensweisen hier näher kennengelernt hatte: dass jemand dann die Fensterscheiben des Telefonhäuschens einschlagen würde. Oder die Tür absichtlich offen stehen lassen würde, damit es hineinregnet und die Bücher verderben. Oder ranpinkeln würde.

Ich hoffe nur, dass die Verwaltung jetzt endlich mal aufwacht und das Wartehäuschen samt Sitzbank komplett abbaut. Dann sitzen hier auch keine Trinker mehr. Dann werden hier auch keine Flaschen mehr ins Gras geworfen. Und es gibt weniger Zigarettenkippen auf dem Boden. Und insgesamt weniger Müll, weil die Leute hier nicht mehr sitzen können und Essen und Süßigkeiten (führt zu Verpackungsmüll!!) verzehren können.

Und weniger Leute kommen auf die Idee, anzuhalten, um zu pinkeln. Denn merkwürdigerweise halten die Pinkler meistens genau neben dem Wartehäuschen, um sich zu erleichtern, obwohl die Straße viel länger ist. Erst heute wieder bemerkte ich am Nachmittag ein Auto, das direkt neben dem Wartehäuschen hielt. Ein Mann stieg aus und wollte sich gerade hinter das Wartehäuschen begeben, ganz offensichtlich in der Absicht, dort zu pinkeln. Als ich mich bemerkbar machte, ließ er von seiner Absicht ab, stieg wieder ins Auto und fuhr davon.

Ein Bus-Wartehäuschen samt Umgebung ist doch kein Klo!!

Irgendwie muss das im Hirn vieler Menschen abgespeichert sein: Haus – kann ich pinkeln. Aber das Wartehäuschen der Bushaltestelle ist kein „Haus“ mit Toilette. Es ist einfach als Möglichkeit gedacht, dass auf einen Bus wartende Menschen bei Regen nicht nass werden. Da hier so gut wie nie ein Bus hält, ist das Wartehäuschen für diesen Zweck also unnötig.

Die neu errichteten „Fahr mit!“-Bänke, auf die sich Menschen ohne Auto setzen können, die zu bestimmten Orten im Landkreis von Autofahrern mitgenommen werden möchten, haben ja auch keine Überdachung gegen Regen. Dann wäre es sinnvoller, dort Überdachungen anzubringen.

Neben dem Wartehäuschen, an der Seite der zerstörten Glasscheibe, lag übrigens im Gras diese Flasche, Marke „Kleiner Feigling“ – mit 20% Alkohol!!!.

So eine Flasche der gleichen Marke lag im Sommer auch bei mir im Vorgarten, als ein Betrunkener sich dort mit einem Kumpel aufgehalten hatte, den ich um Mitternacht entdeckte (der Kumpel war schon „entflohen“). Diese beiden fahren oft mit dem Fahrrad an der Bushaltestelle vorbei und halten dort auch zu einem Päuschen. Ob da ein Zusammenhang besteht??

Außerdem lag heute Morgen direkt neben der zerstörten Glasscheibe diese Schuhsohle, die Schuhgröße dürfte mindestens 46 betragen haben. Die Länge der Schuhsohle– oder wohl eher ein Einleger in Schuhe? – beträgt 28 cm. Eine solche Schuhgröße hat wohl keine Frau, also gehört die Schuhsohle schon mal einem Mann.

Aber wie ich vermute, wird der Fall wohl nur der Versicherung gemeldet werden, die bezahlt die neue Glasscheibe, und dann geht alles weiter wie bisher.

Heute stand in der Zeitung, dass der Schaden der zerstörten Glasscheibe einen Wert von 400.– Euro habe. Jungs: macht euch also keine Sorgen! Bei einem Schadenswert von 400.– = geringwertiges Wirtschaftsgut macht die Polizei nur einen Haken hinter die Sache (eigene Erfahrung!).

Schaden bezahlt die Versicherung. Und damit alle Versicherungsnehmer mit einem Anteil ihrer Beiträge. Oder der Steuerzahler.

Egal – illegal – scheißegal!

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