Art Rock Café Lüchow

9. Januar 2019

Vergangenen Donnerstag habe ich einmal das Art Rock Café in der Lange Straße in Lüchow aufgesucht.

Das Art Rock Café in der Lange Straße Lüchow

Das Art Rock Café ist an das Rolling Stones Fan Museum angeschlossen, das sich einige Meter weiter um die Ecke in der Dr.-Lindemann-Straße befindet. Die Zugehörigkeit erkennt man sogleich, denn der Innenraum des Art Rock Café ist im gleichen Design gehalten wie das Stones Fan Museum: die Wände sind rot gestrichen mit schwarzen Strichen und Punkten darauf. Das Muster ist von einem Stones-Plattencover inspiriert.

Blick vom Art Rock Café nach draußen auf die Hauptgeschäftsstraße in Lüchow, die Lange Straße

An den Außenseiten stehen sich jeweils zwei Sitzbänke mit einem Tisch dazwischen, geeignet für eine Gruppe von vier Personen, gegenüber. In der Mitte gibt es noch kleinere Tische mit je zwei Stühlen. An der Rückwand gibt es eine durchgängige Bank in der gesamten Wandbreite. Die Stühle und die Sitzbänke sind im Fünfziger Jahre-Stil mit rotem Skai bezogen. Die Rückenlehnen der Sitzbänke sind zudem mit dem Namen des Bistro-Restaurants „Art Rock Café“ beklebt. Alles ist in den Farben rot-schwarz gehalten und macht einen gepflegten Eindruck.

An den Wänden hängen viele Fotos oder Grafiken, viele signiert, von berühmten oder bekannten Rock- und Popstars, dem Motto des Bistros entsprechend – zum Beispiel Udo Lindenberg, Jimi Hendrix oder John Lennon. Ein Monitor an der Wand sendet laufende Musikvideos in diskreter Lautstärke zur Unterhaltung der Gäste.

Grafik von Udo Lindenberg, rechts oben der Monitor mit laufenden Musikvideos

In aufwendigen Rahmen werden CDs zusammen mit Awards der Plattenfirmen präsentiert, die sie für eine bestimmte Verkaufszahl verleihen, so zum Beispiel die CD von Madonna „Like a Virgin“ zusammen mit einem Foto der Popsängerin.

In der Rückwandmitte ein signiertes Foto von Albert Hammond, der 2017 ein Konzert im Stones Fan Museum gab, mit Ulli Schröder, dem Museumsgründer und -inhaber

Als ich ankomme, so gegen 14:30 Uhr, sind zwei Tische besetzt: an einem sitzen zwei Männer, am anderen Tisch zwei Frauen in jeweils angeregter Unterhaltung.

Ein Ehepaar, das fünf Minuten nach mir das Lokal betritt, wird sofort bedient und hat auch seine bestellten Gerichte bereits, als der Kellner endlich mich bemerkt und mich nach meinem Wunsch fragt. Allerdings hat er keine Speisekarte mitgebracht, und es liegen auch keine Karten auf dem Tisch. Macht nichts – ich hätte ja auch einfach auf die beleuchtete Tafel über dem Tresen rechts im Bistro gucken können, wo alle Gerichte aufgeführt sind. Nachdem der freundliche Kellner eine Karte gebracht hat, habe ich ausgiebig Zeit, diese zu studieren. Die Karte sieht nett aus, mit mehreren laminierten Seiten und bunten Fotos zu einzelnen Gerichten.

Eine Vielzahl von Gerichten steht zur Auswahl:

Es gibt sechzehn verschiedene Döner-Varianten, sieben verschiedene Salate, sechs Baguette-Variationen, sieben unterschiedliche Rollos, zehn verschiedene „Snacks“, darunter Currywurst, Pommes, Schnitzel, Hamburger. Dann neunzehn verschiedene Pizzen, drei Mal Pizza-Brot mit Dip, neun verschiedene Pasta-Variationen, fünf Auflaufarten, drei Suppen, drei Falafel-Variationen. Wenn ich das mal zusammenrechne, komme ich auf achtundachtzig verschiedene Gerichte.

Außerdem noch drei „Spar-Menüs“, zum Beispiel Dönerteller mit Pommes und einem Soft-Getränk für zusammen 7.–€. Für Kinder wird eine „Kiddy-Box“ vorgehalten mit Nuggets, Pommes, Lutscher, Capri-Sonne, Spielzeug und Luftballon für 5.–€.

Die Getränkeauswahl ist dagegen eher klein gehalten und beschränkt sich auf Soft-Drinks, Kaffee, Bier, Weißwein und Rotwein. Eigentlich für ein „Café“ erstaunlich klein. Bei den Weinsorten wird weder die Rebsorte noch das Anbaugebiet ausgewiesen. Ein Kuchenangebot gibt es übrigens in diesem „Café“ auch nicht.

Wegen der großen Auswahl an Gerichten bin ich jetzt hin- und hergerissen, einige mich dann jedoch mit mir selbst auf das Gericht, das ich eigentlich immer nehme, wenn es das auf der Karte gibt, nämlich Spaghetti Carbonara. Dazu bestelle ich ein Glas Rotwein.

Der Rotwein kommt prompt. Leider ist er im Kühlschrank gehalten worden und eiskalt. Das sollte man in der Gastronomie eigentlich wissen, dass Rotwein bei Zimmertemperatur getrunken wird.

Die Spaghetti, nachdem einmal bestellt, lassen auch nicht lange auf sich warten. Für Spaghetti Carbonara gibt es eigentlich nur ein Grundrezept, aber merkwürdigerweise schmeckt das Gericht trotzdem überall anders. Und gerade deshalb ist das Gericht für mich eine Möglichkeit, ein Restaurant zu beurteilen. Manche Restaurants verwenden diesen aus Fleischresten zusammengeklebten Formschinken, weswegen die schon mal bei mir unterdurch sind.

Aber im Art Rock Café wird – wohl auch der Nähe zur Landwirtschaft hier zu verdanken – echter Schinken verwendet. Das ist schon mal gut, und insgesamt schmeckt mir das Gericht auch. Allerdings – was wirklich schade ist – schmeckt man auch durch jede einzelne Nudel die Mikrowelle hindurch. Die Nudeln sind einfach viel zu heiß und bleiben auch lange Zeit viel zu heiß.

Der freundliche Wirt erlaubte mir, einige Fotos zu machen (siehe oben). Sieht doch cool aus, das Lokal! Hat täglich geöffnet, bis nachts um 24:00 Uhr…! Es eignet sich super für Geburtstagspartys oder ähnliche Anlässe.

Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn das Lokal einmal die Getränkekarte erweitern würde und mehr Getränke in Kaffee- und Teerichtung anbieten würde – ich meine, das Lokal nennt sich ja „Café“. Ich finde, in einem Café sollte man verschiedene Kaffeevariationen und verschiedene Teesorten erwarten können. Und dazu Süßes wie Kuchen, Tiramisu oder Eis. Und wenn schon eine Grafik von Udo Lindenberg an der Wand hängt, sollte doch auch ein „Likör“ nicht fehlen …oder?



2 Kommentare

  1. Die Musik der 60er/70er Jahre stirbt nicht aus und holt uns immer wieder ein. Ein ganz wesentlicher Mitbegründer war Alexis Korner, der leider viel zu früh verstorben ist. Er hat die Rolling Stones und viele andere mit seiner Blues Company zusammengebracht. Ich konnte diesen Mann einmal kennen lernen und habe ihm diesen Artikle in Form einer Selbstdarstellung gewidmet:
    https://4alle.wordpress.com/2016/04/01/rock-pop-history-with-alexis-korner/
    Selbstlos und bescheiden, ein Mann der seines gleichen sucht!!
    Jürgen aus Loy (PJP)

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