Frühlingsmarkt und Frühlingserwachen in Lüchow

Von Freitag, den 5. April bis Sonntag, den 7. April fand wieder einmal – wie immer am ersten Aprilwochenende – der jährliche Frühlingsmarkt in der Kreisstadt Lüchow statt. Verkaufsbuden mit Süßigkeiten, BratwurstPommes, asiatischem Food oder Schnickschnack lockten bei passendem Wetter – nämlich blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – Tausende kleine und große Besucher aus der Stadt und dem Umland sowie Touristen und sonstige Gäste in die Innenstadt von Lüchow.

Hier ist es noch relativ früh – kurz nach 12:00 Uhr am Sonntag.

Die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) (lieber Administrator der IHG: check doch mal den Link „Aktuelle Veranstaltungen 2019″…) lud zusätzlich am Sonntag zum „Frühlingserwachen“ ein – eine Art Mini-Gewerbeschau, denn viele der der IHG angeschlossenen Geschäfte und andere öffneten ihre Türen in der Zeit von 12:00 bis 17:00 Uhr und luden zum Shopping ein. Sogar ein Autohaus stellte neueste Modelle in der Hauptgeschäftsstraße, der Lange Straße, aus, passenderweise gleich vor dem Haus der Sparkasse. Nicht weit davon parkten die Lieblinge eines Oldtimer-Clubs:

Ist der nicht schnuckelig?
Ein Oldtimer der Feuerwehrfreunde Ellringen

Viele Vereine, Initiativen und sonstige gemeinwohlorientierte oder private Organisationen nutzten die Gelegenheit zur Selbstdarstellung.

Gleich am Eingang der abgesperrten Flaniermeile vor dem Bio- und Regionalerzeugnisse-Laden „Wendlandmarkt„, dessen Inhaber Thorsten Hensel einer der Hauptorganisatoren des Frühlingserwachens ist, machten flugbegeisterte junge Leute auf ihren Sport, den Segelflug, im Luftsportverein Lüchow-Dannenberg mit seinem Flugplatz in Rehbeck aufmerksam und hatten sogar ein echtes Segelflugzeug mitgebracht. Wer wollte, durfte sich einmal hineinsetzen. Ich wollte nicht, denn schon beim Anblick des winzigen Kunststoffdings konnte ich mir lebhaft vorstellen, wie ich mich darin wohl in der Luft fühlen würde.

Ein Segelflieger für eine Person – kostet um die 6.000.– €.
Ein Blick ins Cockpit.

Die jungen Leute versicherten mir aber, dass es „oben“ ganz anders wäre und man keine Angst zu haben brauche.

Den Mutigen gehört die Welt!

Etwas weiter stellte sich der Imkerverein Wendland auf einem Stand vor:

Der Volkstanz-, Trachten- und Musik- Verein „De Öwerpetters“ hatte sogar einen ziemlich großen Stand mit vielen Fotos seiner Auftritte – und sorgte auch für musikalische Unterhaltung:

Schräg gegenüber warb Sabine Wernke für ihren Verleih am Gartower See und für ihre Kurse im Trendsport „SUP“ = Stand Up Paddling.

Zwei dieser Paddelboards hatte sie gleich mitgebracht. Man steht auf diesen Boards und paddelt eben im Stehen. Von Mai bis September verleiht Sabine Wernke in ihrem Betrieb „SUP for you“ die entsprechende Ausrüstung, nachdem man vorher an einem Einsteigerkurs bei ihr teilgenommen hat oder den Nachweis der SUP Grundbeherrschung erbringt.

Auch die Feuerwehr Lüchow, die im letzten Jahr ihr 150jähriges Bestehen feiern konnte, war präsent und warb für Mitglieder:

Für das Projekt „Dörfliches Carsharing“ im Wendland warb diese junge Frau auf einem Stand:

Die Idee ist, dass jedes Dorf ein eigenes Fahrzeug unterhält, das – wie beim Prinzip des Carsharing üblich – jeder, der Mitglied im Carsharing-Verein ist, nutzen darf. Die Buchung erfolgt über die Internetseite des Vereins. Bezahlt wird nur die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs, im Fahrpreis enthalten sind somit Kosten wie Benzin/Strom, Versicherung, Steuer, Autopflege usw., also die Kosten, die auch der Halter eines privaten Autos bezahlen müsste. Nur dass beim Carsharing die fixen Kosten wie Steuer, Versicherung, Wartung etc. auf mehrere Nutzer verteilt werden, sodass die Kosten für die Teilnahme am Carsharing-Verfahren für viele kostengünstiger wäre als ein eigenes Auto zu unterhalten und natürlich auch die hohen Anschaffungskosten nicht mehr von einem Haushalt zu tragen wären. Und zudem ist Carsharing umweltfreundlicher und würde so zum Klimaschutz mehr beitragen als wenn jeder Haushalt oder jede einzelne Person ein Auto vorhält.

Mit diesem kleinen Stand machte der Wendische Freundes- und Arbeitskreis auf seine Interessen aufmerksam:

Die etwa zwanzig Mitglieder des Vereins, die sich über weiteren Zuwachs freuen würden, beschäftigen sich mit der Vergangenheit des Wendlands, mit einer Zeit, in der der Volksstamm der slawischen Wenden in der Gegend siedelte, dessen Ortsnamen heute noch die Region prägen. Im Zentrum steht auch insbesondere die Sprache der alten Wenden, das Draväno-Polabische, das zuletzt im achtzehnten Jahrhundert hier aktiv gesprochen wurde. Auf dem Tisch des Wendischen Freundes- und Arbeitskreises lag eine kleine Auswahl von Literatur über das Interessengebiet:

Außerdem konnte man Schilder kaufen, auf denen in draväno-polabisch vor dem Hunde im Haus gewarnt wird (s. Bildmitte oben). Ein ähnliches Schild, allerdings auf Lateinisch, habe ich von einem Besuch in der Ausgrabungsstätte Pompeji bei Neapel in Erinnerung: „Cave Canem“ konnte man dort im Eingang eines Hauses immer noch lesen, und die Tourismusindustrie dort vermarktete dieses Motiv ebenfalls in Schilderform zum Mitnehmen. Hier im Wendland heißt es also nicht „Cave Canem„, sondern „Boroj, kosajace pjas!“ auf draväno-polabisch (meine Tastatur gibt diese slawischen Häkchen an den Buchstaben leider nicht her). Sollte man noch mehr vermarkten, diese Art von Warnschildern!

Inzwischen bin ich fast am Ende der Flaniermeile angekommen, und hier traf ich auf das hübsche Lädchen „Shabbythek“http://supr.com/shabbythek/ mit aufbereiteten alten Möbeln, Kreidefarben für DIY und vielerlei Schmückendes für eine behagliche und originelle Wohnungseinrichtung. Ich konnte einem Blumenbild nicht widerstehen und kaufte es. Nun hängt es neben meinen vielen anderen „Stillleben mit Blumenvase“ an der Wand.

Die Alte Jeetzel-Buchhandlung hatte – eine nette Idee – vor ihrem Laden eine Eierbemalstation für die Kleinen aufgebaut, die hier noch – es war erst kurz nach 12:00 Uhr – noch auf ihre Klientel wartet:

Natürlich konnte man nicht nur gucken und sich informieren, sondern auch in die vielen geöffneten Geschäfte schauen und sich neu für den Frühling einkleiden oder hübsche Dinge für Haus und Garten kaufen.

Wozu übrigens auch Blumen gehörten:

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