Gartower See

Der See bei Gartow ist eins der Highlights im Wendland.

Der See ist in den Siebziger Jahren künstlich als Naherholungsmöglichkeit angelegt worden, mehr als zwei Kilometer lang und bis zu maximal etwa 650 Meter breit (s. Wikipedia) – sollen etwa 67 Hektar sein…

Vergangenen Sonntag war dort wieder einmal Flohmarkt. Dort hinten rechts ist er zu sehen:

Auf dem Weg dorthin habe ich einige Fotos gemacht. Es war herrliches Wetter, wenngleich sich die Eisheiligen am Morgen noch kräftig bemerkbar machten:

Es gibt einen Bootsverleih mit verschiedenen Bootsarten.

Ich hatte einen Stand direkt neben dem Bootssteg und habe auch von hier einige Fotos gemacht:

Gegen 10:00 Uhr kam dann Action am Bootssteg auf. Eine Gruppe meist junger Menschen trug ein Drachenboot herbei, das zu Wasser gelassen wurde.

Ich sprach mit einigen von ihnen. Sie wollten für das Drachenbootrennen am 15. Juni in Wittenberge beim sog. „Elbebadetag“ trainieren. Die Voraussetzung für die Teilnahme an diesem jährlich stattfindenden Drachenbootrennen über eine Strecke von 250 Metern ist, dass von 18 Teilnehmern mindestens sechs Frauen sein müssen.

Bei der Frage, woher sie kommen, stellt sich heraus, dass sie mir unterschwellig mangelnde Geografiekenntnisse unterstellen: sie seien von der „anderen Seite der Elbe“, man könne das schwer erklären. Einer sagt: „Wir sind die Ossis!“. Eine junge Frau stellt klar, dass es sich nicht um einen Verein, sondern nur um einen losen Zusammenschluss für den Spaß der Teilnahme am Drachenbootrennen handeln würde.

Ein Mann irgendwo zwischen Dreißig und Vierzig stellt sich als Trainer heraus: „Ich bin der Daniel und erkläre euch jetzt mal alles!“

Es wird immer klarer, dass die Gruppe hier das erste Mal an einem Drachenbootrennen teilnehmen wird, ja, vermutlich sogar das erste Mal so ein Drachenboot betreten wird…

Daniel gibt Anweisungen: in zwei Parallelreihen aufstellen und gut zuhören!

Das ist ein „Paddel“, und so muss man das Paddel halten,

und dann so von oben in das Wasser eintauchen, mit Druck auf den Knauf oben am Paddel:

Ich höre gut zu, denn vielleicht nehme ich ja auch mal an einem Drachenbootrennen teil, dann kenne ich mich schon aus.

Die Gruppe macht eifrig alle Übungen mit:

Und jetzt wird’s ernst: es geht ins Boot. Die meisten waren schon beim Training barfuß, nun ziehen auch die letzten ihre Schuhe und Latschen aus.

Das ist die Trommlerin: sie gibt mit ihren Trommelschlägen den Takt und auch die Geschwindigkeit vor. Je schneller ihre Trommelschläge aufeinander folgen, desto schneller muss das Team die Paddel eintauchen.

In Bremen wohne ich direkt an der Weser. Von daher bin ich diese Trommelschläge gewöhnt. Denn auch auf der Weser trainieren Drachenboote für Rennen. Am 22.09.2019 wird wieder der DrachenbootCup an der Schlachte in Bremen ausgetragen.

Jetzt gibt es letzte Anweisungen von Daniel, dem Trainer.

Und jetzt: abstoßen!

Geschafft! Das Boot ist auf dem See:

Und dreht – mit Hilfe von Daniel – in die andere Richtung:

Jetzt fängt die Trommlerin an, den Takt zu geben. Ob das laute Trommeln die Angler auf der anderen Seeseite erfreut, wage ich zu bezweifeln…!

Aber die zwölf Paddler legen sich ins Zeug, und bald ist das Drachenboot entschwunden:

Inzwischen hat sich der Flohmarkt immer mehr gefüllt. Es ist Muttertag, und nach dem Ausschlafen und einem guten Frühstück haben viele Leute nun Lust auf einen Flohmarktbummel. Hier gibt es nicht nur Trödel, Kleidung, Haushaltswaren, sondern auch Kaffee, belegte Brötchen, Pizza, Bratwurst, Eis und sonstige leckere Sachen.

Auch das Café-Restaurant „Pavillon am See“ ist gut gefüllt:

Auf dem Flohmarkt kommen immer mehr Menschen an. Es „wimmelt“ geradezu. Der Platz ist restlos mit Händlern besetzt. Die vielen Leute haben eine gute Auswahl. Allerdings: bis spätestens 10:00 Uhr ist auf einem Flohmarkt immer „das Beste“, „das Schönste“ und „das Günstigste“ schon weg. Früher Vogel fängt den Wurm. Aber es ist trotzdem noch genug da.

Gegenüber von mir verkaufen drei flotte Damen im besten Alter Kleidung – ihre abgelegte Kleidung. Alles vorher gereinigt und gebügelt. Eine Traube von Frauen bildet sich um den Stand. Auf dem Kleiderständer werden Bügel mit Blusen, Kleidern und Hosen hin- und hergeschoben. Die T-Shirts und Pullis auf dem Tisch werden gedreht und gewendet. Alles ist noch in bester Ordnung und gepflegt. Nur einen Euro pro Teil möchten die Damen. Gegen 14:00 Uhr, als der Zustrom von Besuchern etwas abgeebbt ist – wegen der Mittagszeit, wo viele essen gehen oder erst nach dem Essen kommen werden – , rufen die Damen einen Preis von nur fünfzig Cent pro Teil aus. Um ihren Stand herum sieht es aus wie früher beim Sommerschlussverkauf. Aber die Damen haben ihren Spaß daran.

Ich finde an einem Stand eine alte Sense und erwerbe sie zum Preis von nur sieben Euro.

Als ich schon denke, dass ich hier ein hundert Jahre altes antikes Stück erworben habe, finde ich bei näherer Untersuchung einen Aufkleber mit einem Strichcode und der Firmenbezeichnung „unimet“ … Naja, soll ja nur Dekoration sein, und von Weitem sieht sie echt alt aus.

Ein Tretboot in Form eines Rennautos mit danebenliegender Rutsch fährt auf dem See vorbei:

Junge und ältere Männer mit günstig erworbenen Angelruten ziehen an mir vorbei, kleine Mädchen mit rosa Chiffon-Prinzessinnen-Rock tragen glücklich neue alte Barbie-Puppen in der Hand, aus der Tasche eines Mannes schaut eine Schreibtischlampe, ein jüngeres Paar wechselt sich beim Tragen eines großen Glasballons, offenbar zur Herstellung von Wein gedacht, ab. Ein Junge rollert stolz auf seinem Plastik-Bobbycar vorbei. Hundehalter gehen zum See, um ihre Hunde trinken zu lassen. Eine Gruppe von Fahrradtouristen schiebt ihre Räder durch die Menge. Babys schreien, Kleinkinder laufen herum. Am Eisstand hat sich eine Schlange gebildet. Menschen liegen auf einer Decke am Strand. Einige Leute sitzen am Biergartentisch und trinken Bier oder Cola. In der Ferne zieht ein Bussard seine Kreise. Die Sonne scheint warm auf alles herab.

Der Flohmarkt am Gartower See findet in den Sommermonaten in der Regel einmal pro Monat statt.

Der Flohmarkt bringt Leben und Gäste an den See. Was wäre wohl, wenn es den Flohmarkt nicht mehr geben würde? Er zieht so viele Menschen nicht nur aus dem Wendland an. Viele Innenstädte würden sich freuen, wenn so viele Menschen sich dort umschauen und Geld ausgeben würden. Woran kann es wohl liegen, dass ein Flohmarkt eine solche Masse anzieht? Ist es nur der Sondertermin, also kein „ständig vorhandener Markt“, den man ja jederzeit aufsuchen könnte? Ist es die Location? Oder der freie Himmel bei schönem Wetter? Die ungezwungene Bewegungsmöglichkeit, das Schlendern von Stand zu Stand, das unverbindliche Gucken mal hier, mal da? Hat das schon mal jemand untersucht?

Hier kann man einen Film über die Region ansehen. Außerhalb eines Flohmarkttermins ist der See und das Gebiet darum herum eine ruhige Naherholungslandschaft mit viel Natur. Man kann Fahrradtouren um den See machen, angeln, Boot fahren, surfen oder Stand-Up-Paddling.

Leider konnte ich die Seite „Wassersport“ unter diesem angebotenen Link unter „Gartow erleben“ nicht erreichen.

Es gibt einen Strand, Liegewiesen und einen Spielplatz. Man kann im See baden und schwimmen. Um den See herum bieten mehrere Restaurants oder Imbisse ihre Speisen und Getränke an. In der Nähe ist auch ein Wildgatter. Leider konnte ich über diesen angebotenen Link über „Gartow erleben“ die Seite vom Wildgatter nicht erreichen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.