Pussade rocks!

Der Fels von Pussade: Pussade rock

Pussade ist ein Dorf nahe Metzingen und gehört als Ortsteil zu Hitzacker. Am Sonnabend, den 1. Juni sollte um 18:00 Uhr eine Art Rock-Festival mit der Bezeichnung „Pussade rockt!“ stattfinden.

Ich wollte es mir gern einmal ansehen, verfuhr mich aber wieder einmal im weitläufigen Wendland. Normalerweise verlasse ich mich mangels eines Navi auf Leute, die man schließlich fragen kann. Aber weit und breit war erstens kein Fußgänger in den Dörfern zu sehen, zweitens war auch niemand im Garten oder vor der Tür zu sehen und drittens fuhren nur Autos mit auswärtigem Kennzeichen – wegen der hier stattfindenden Kulturellen Landpartie – herum, deren Fahrer ich auch nicht zu fragen brauchte. So fuhr ich schließlich in Metzingen auf den Parkplatz eines Imbisses, der allerdings geschlossen war. Trotzdem fuhren immer mehr Autos, sämtlich mit „DAN“-Kennzeichen – DAN ist das Kennzeichen für den Landkreis Lüchow-Dannenberg – auf den Parkplatz, und ich dachte, was für ein Glück, und stieg aus und fragte den nächstbesten Autofahrer, ob er den Weg nach Pussade kenne.

Nun war der Grund dafür, dass so viele Autos auf den Parkplatz fuhren, der, dass auf einem Platz daneben Buden und Karussells aufgebaut waren – es war Schützenfest in Metzingen, und diverse Schützenbrüder in Uniform mit und ohne schick zurechtgemachte weibliche Begleitung bevölkerten den Platz.

Der angesprochene Autofahrer rief einen der ihm bekannten Schützenbrüder heran und beauftragte ihn, mir den Weg nach Pussade zu beschreiben.

Der Mann so um die Vierzig hatte schon rötliche Wangen und seine Aussprache war leicht schleppend, aber er konnte mir den Weg nach Pussade gut beschreiben.

So fand ich denn den Weg nach Pussade.

Bald nachdem ich von der Bundesstraße in die Landstraße abgebogen war, konnte ich schon laute Musik hören. Rechts an der Straße parkten viele Autos, an denen ich vorbeifuhr und einen schönen Parkplatz direkt neben dem Tourbus der Clint-Ivie-Band einnahm – der Band, die ebenfalls neben zwei anderen Formationen auf dem Festival auftreten sollte.

Rechts an einem Gebäude vorbei ging es zum Gelände, auf dem das Event stattfinden sollte.

Ich war erstaunt, wieviele Leute dort waren – ich schätze mal so um die fünfhundert. Jung und alt, die kleinsten Kinder wurden gerade vom Hof begleitet. Hinten am Rand vom Gelände war die Bühne aufgebaut, und dort rockte gerade die Band „gush“ aus Lüneburg, die auch schon auf dem Stadtfest Lüneburg aufgetreten war. Inmitten des Publikums gingen die Mitglieder der wendländischen Band „halb sieben“ herum und sprachen mal mit diesem, mal mit jenem. Sie hatten gegen 18:00 Uhr das Festival mit ihrer Musik eröffnet.

Vor der Bühne saßen Leute auf Biergartenbänken oder standen in Grüppchen zusammen und hörten der Band zu. Es war noch hell, und fast niemand getraute sich zu tanzen.

Die Band „gush“ in Aktion.

Die andere Hälfte der Besucher*innen stand in Gruppen um den Bierstand oder den Bratwurststand herum oder an Stehtischen und unterhielt sich miteinander, wobei sie die Musik anscheinend nicht weiter störte.

Am Stand mit der leckeren Bratwurst sprach ich mit einem Mann, der – wie sich herausstellt – der Schwager des Sängers der aktiven Band ist. Er gehört zum Team, das die Veranstaltung vorbereitet hat. „Heute morgen um 11:00 Uhr standen schon Radfahrer hier auf dem Gelände, die dachten, es gäbe hier schon um die Zeit Musik!“ erzählt er, „sie waren im Rahmen der Kulturellen Landpartie unterwegs. Aber um die Zeit hatten wir noch nicht mal aufgebaut!“.

„Ob wir das Festival jetzt regelmäßig veranstalten, hängt davon ab, wie es von den Leuten angenommen wird, und ob es sich finanziell lohnt.“ Eintritt wird auf der Veranstaltung nicht genommen, aber seine Schwester geht mit einem Hut herum: Hutkasse heißt das hier.

Als ich wieder zu meinem Auto ging, kam ich wieder an dem Tourfahrzeug der Band Clint-Ivie-Band aus Uelzen vorbei. Die Männer waren schon auf dem Gelände, sie waren als letzte dran – als „Top Act“ des Festivals. Nun stiegen mehrere schick gestylte Frauen aus dem Auto. Ich fragte, ob sie mit zur Band gehören, aber sie antworteten: „Nein – wir sind nur die Frauen!“ Spontan rutschte mir die Bemerkung „Ah – die Spielerfrauen!“ raus – aber sie lachten nur. Musiker „spielen“ ja auch Musik, und insofern ist die Bezeichnung ja gar nicht so verkehrt.

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