Die Zwiespältigkeit des Wendlands ..

zeigt sich besonders deutlich bei uns an der Bushaltestelle am Dorfrand- an der so gut wie nie ein Bus hält -:

Auf der einen Seite gibt es einen kleinen Kreis ambitionierter Umweltschützer, der sich zum Beispiel auch der Bewegung „Fridays for Future!“ anschließt und für den 20. September bzw. 27. September zu konzertierten Demonstrationen in Lüchow und Hitzacker aufruft. Siehe Plakat am Wartehäuschen:

Auf der anderen Seite – ganz real an der Bushaltestelle – gibt es die „Anderen“: Zwei Meter vom „Fridays for Future!“-Plakat liegt dann schon einer dieser Plastik-Coffee-to-go-Becher im Gras. Verhaltensweisen aus der Großstadt werden hier in den Landkreis importiert.

Daneben im Gras: Baby-Popo-Abwischtücher, gerade von einem jungen Paar, die ihr Baby im Auto neu gewickelt haben, vor der Weiterfahrt ins Gras geworfen. Danke, ihr Leute mit XXL-Kennzeichen! Hab euch schon mal gesehen! Warum macht ihr das? Das ist ekelhaft!

Etwas weiter: da hat wohl jemand keinen Appetit mehr auf Gurken gehabt. Weg damit!

Und wenige Meter weiter dann gleich ein blauer Müllsack mit allerhand Utensilien – wahrscheinlich von jemandem auf halbem Wege zur Mülldeponie im Dorf zwei Kilometer weiter entsorgt nach dem Motto: „Warum soll eigentlich ich meinen Müll wegbringen? Das kann doch auch jemand anderes machen!“

Außerdem wird der Randstreifen der Bushaltestelle als Pissoir genutzt. Wenn ich die Männer wegen ihres Verhaltens anspreche, kommt als Antwort: „Was soll ich denn machen! Soll ich mir etwa in die Hose machen??!“-Sagen keine kleinen Jungs. Sondern erwachsene Männer. Ich frage mich bloß, warum wir nicht andauernd auch die andere Hälfte der Menschheit, nämlich die Frauen, mit heruntergezogenem Schlüpfer am Straßenrand hocken sehen. Was da die Männer wohl sagen würden. Offenbar haben Frauen eine andere, bessere Strategie. An der sich Männer mal ein Beispiel nehmen sollten!

Also mit großflächig verbreiteten Klima- und Umweltschutzgedanken rechne ich hier im Wendland nicht. Viele Dorfbewohner werfen ihren Grünabfall doch einfach in den nächsten Wald. Verdichteter Rasenschnitt und Laubhaufen von fremden Bäumen sorgen dann dafür, dass Regenwasser nicht mehr an die Baumwurzeln kommt und die Bäume vertrocknen und beim nächsten Sturm einfach umfallen. Wie bei uns im Wald.

Das Umsteigen auf Öffentlichen Nahverkehr – sprich: Busse – wird auch nur lau umgesetzt. Laut einem Zeitungsbericht befördern die Busse hier im Landkreis überwiegend nur Schüler*innen auf dem Weg zur und von der Schule. Durch unser Dorf fahren an Schultagen mehrmals große Busse, so groß wie Reisebusse, die oft vollkommen leer sind.

Das Rufbussystem, erst vor wenigen Monaten eingeführt, wird auch nur zu ca. 20% ausgelastet.

Der Mobilitätstag, der am Sonnabend, den 21. September in Lüchow stattfand, und auf dem verschiedene Möglichkeiten der Fortbewegung vorgestellt wurden – vom Lastenfahrrad über Longboards bis E-Autos – fand ebenfalls kaum Interesse…!

Und auf den vor wenigen Monaten in Betrieb genommenen „Fahr mit!“-Bänken, für deren Logo extra eine Künstlerin engagiert wurde, habe ich auch noch nie jemanden sitzen sehen, der mitgenommen werden wollte. Hier spielt wohl auch der Katrin-Konert-Effekt eine Rolle.

Alles in allem scheinen sich die meisten Wendländer doch lieber an das gute alte Auto zu klammern. Oder mit dem Fahrrad zu fahren, falls die Destination nicht allzu weit entfernt liegt.

https://digital.globalclimatestrike.net/

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