Finanzielle Landpartie

Die Kulturelle Landpartie ist einfach zu kurz. Noch nicht mal vierzehn Tage. Wie soll man das alles schaffen, als Berufstätige? Man hetzt ja nur noch. Und dann noch alles andere dazu: im Stones-Fan-Museum tritt morgen Albert Lee auf. Heute und morgen war/ist Flohmarkt. Dann heute – Pfingstsonntag – und morgen noch der Pfingstmarkt in Satemin. Und die Mützingenta in Mützingen. Und am 25. Mai der Sommer-Shopping-Abend der IHG Lüchow. Am 1. Mai war der Kiekemarkt in Trebel. Geldausgeben im Wonnemonat Mai ohne Ende?

Warum dauert die Kulturelle Landpartie eigentlich nicht länger und wird gestreckt oder findet an mehreren Terminen im Jahr statt? Beziehungsweise warum findet alles auf einmal statt? Wer auf der Kulturellen Landpartie und den angedockten Veranstaltungen war, hat doch am 25. Mai kaum noch Geld für den Shopping-Abend.

Ganz ehrlich: die kunsthandwerklichen Angebote auf der KLP und dem Pfingstmarkt und Co. sind supertoll, aber auch teuer. Es ist Handarbeit, und Handarbeit soll gewürdigt und bezahlt werden, aber wer trägt hier auf dem Land einen Hut für 169.– € oder eine Tasche für 144.– €? Eine Halskette kostet über 100.– €, Tonfiguren 150.– € oder so, Dekoartikel ohne Ende. Und die Kunst-Handwerker kommen ja teilweise noch nicht einmal aus dem Landkreis, sondern aus ganz Deutschland. Sollte man den kunsthandwerklichen Teil einer Landpartie im Wendland nicht auf Kunst-und andere Handwerker aus dem Landkreis und auf deren Produkte beschränken? Was meint ihr?

Die Kulturelle Landpartie

Von Himmelfahrt bis Pfingsten – das ist in jedem Jahr wieder der Zeitraum, in dem die Kulturelle Landpartie im Wendland stattfindet.

In vielen Ortschaften werden Ausstellungen, Kunsthandwerk, Theatervorstellungen, musikalische Vorführungen und eine Vielzahl weiterer Events dargeboten, abgerundet durch kulinarische Angebote, Brauerei- und Gartenbesichtigungen, geführte Themen-Spaziergänge, handwerkliche Vorführungen, Filme, Beratungsangebote, und, und, und.

Die Kulturelle Landpartie ist ein einzigartiges, selbst organisiertes Kulturfestival, in dem Wendländer ihre Kreativität und Organisationsfähigkeit zeigen, an dem sich aber auch viele auswärtige Aussteller, Kunsthandwerker und Künstler beteiligen.

Inzwischen im 28. Jahr lockt das Kulturfestival Tausende Besucher aus ganz Deutschland und auch dem angrenzenden Ausland an. Es ist die Zeit der Radtouren. Wenn das Wetter hoffentlich entsprechend schön ist, pendeln die Gäste vorzugsweise mit dem Fahrrad und gern in Gruppen zwischen den verschiedenen „Wunde.r.punkten“ im Wendland hin und her. 123 Wunde.r.punkte gibt es in diesem Jahr. Das bedeutet, 123 Stellen in verschiedenen Orten kann man ansteuern!

Die Organisation der KLP (Kulturelle Landpartie) hat zur Orientierung eine wunderbare interaktive Karte herausgebracht, auf der alle Angebote an allen Punkten einzusehen sind.

Kommt gerne zu uns ins Wendland, mit dem Auto ist es auch okay, wir haben hier genug Platz für Parkplätze…!

Und bringt ordentlich Geld mit, ihr braucht es nicht lange mit euch herumzutragen!

Präsenz der Agentur Wendlandleben auf der Kulturellen Landpartie im Wendland

ÜBER DIE AGENTUR WENDLANDLEBEN (von der Agentur Wendlandleben):

Die Agentur Wendlandleben ist erste Anlaufstelle für alle, die (wieder) Wendländer werden wollen und bietet Arbeitgebern im Landkreis Lüchow-Dannenberg eine Präsentationsplattform sowie Hilfe bei der Rekrutierung von Fachkräften.

Mit unseren kostenfreien Leistungen begleiten wir dein Ankommen im Wendland persönlich und individuell. Wir unterstützen mit Informationen und Kontakten zu Kernthemen wie Arbeit, Wohnen, Freizeit und Familie sowie einem breitgefächerten Netzwerk an der Schnittstelle von Industrie, Gewerbe und Dienstleistung, Verwaltung, Kreativszene und Landleben.

Durch diese Tätigkeiten vereinfachen wir hiesigen Unternehmen den Zugang zu jungen Fachkräften, vermitteln und bewerben Arbeitsplätze und fungieren als Multiplikator und Bindeglied. Die Agentur legt dabei einen Fokus auf die Region als Lebens- und Wirtschaftsstandort. Wendlandleben ist seit 2017 für den Landkreis unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Lüchow-Dannenberg aktiv und als Modellprojekt im Rahmen der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Auf dem größten selbstorganisierten Kulturfestival, der Kulturellen Landpartie im Wendland, wird die Agentur Wendlandleben an drei Standorten präsent sein:

> in Diahren, gemeinsam mit dem Wendland Regionalmarketing und der Landwerkstatt

> in Prießeck und in Neu Darchau gibt es eine Ausstellung sowie „Sofagespräche“ über das Landleben, ergänzt durch Videos junger Wendländer

Näheres über die Vorhaben der Agentur Wendlandleben auf der Kulturellen Landpartie könnt ihr hier erfahren:  Programm_Werde.Wendlander_Kulturelle Landpartie2018 .

Außerdem könnt ihr euch über die Agentur Wendlandleben weitere Infos hier holen: Fur Landverliebte die Agentur Wendlandleben .

Der Kiekemarkt am 1. Mai in Trebel

Trebel, 2. Mai 2018.
In Trebel, einem Dorf mit etwa 1.000 Einwohnern,  findet zweimal im Jahr ein Markt rund um die Kirche zu Trebel statt: am 1. Mai der „Kiekemarkt“ und im Herbst der „Griepemarkt“.
Diese Märkte sind Nachfahren traditionell seit alter Zeit abgehaltener Märkte, die hauptsächlich dem Zweck dienten, Vieh, landwirtschaftliche Produkte und alltägliche Gebrauchsgegenstände zu handeln. Um Kunden anzulocken, wurden auch in früherer Zeit schon Volksbelustigungen dargeboten.

Nachdem ca. vierzig Jahre lang seit etwa 1960 kein Markt mehr in Trebel mangels Nachfrage stattgefunden hatte, wurde im September 2008 auf maßgebliche Initiative des Trebelers Thorsten Hensel wieder der traditionelle Trebeler Markt abgehalten und aufgrund des guten Zuspruchs auf Händler- und Konsumentenseite seitdem jährlich aufrechterhalten (Quelle: Puffahrt, Otto: Der historische Markt in Trebel).

Ich war gestern am 1. Mai auf dem „Kiekemarkt“ und konnte vieles „erkieken“. Der Fokus beim Kiekemarkt liegt auf kunsthandwerklichen Erzeugnissen aus dem Wendland oder aus an die Region grenzenden Gebieten und auf Gartenthemen, wozu hauptsächlich Pflanzen jeder Art, aber auch Gartendekorationen gehören. Auch für Gaumenansprüche und Spaßbedürfnisse ist gesorgt.

Wie üblich bei Festen im Wendland, war auch hier wieder die örtliche, freiwillige Feuerwehr aktiv und regelte die Einweisung in den Parkplatz. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Marktplatz an der Kirche begegnete man diesem „Feuerwehrmann“:

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Leider hielt er den Kasten in den Händen so schief, dass nur Genauhingucker erkannten, dass es sich um einen Spendensammelkasten mit einer Aufschrift mit der Bitte um eine Spende handelte.

Die Stände des Kiekemarkts waren auf zwei Plätze im Dorf Trebel verteilt. Diese Plätze sind durch die „Kuhtrift“ verbunden, also einen Pfad, auf dem früher die Kühe zur Weide getrieben wurden. Heute ist auf der Kuhtrift einen Schienenstrang verlegt, auf dem der Wagen der „Solarbahn“, also ein solarbetriebenes Fahrzeug, Gäste hin- und hertransportiert.

 

 

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An mehreren Verkaufsständen werden üppig blühende Blumen oder Kräuter und Gemüsepflanzen angeboten – passend zur Jahreszeit, in der gepflanzt wird. Vielerlei Kunsthandwerker bieten ihre Waren an, getöpfert, genäht, gehäkelt, gewebt und geschmiedet.

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Gleich am Eingangsbereich vom Kiekemarkt vom Parkplatz aus begegnet man üppigem Blumenangebot.

 

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Hübsche Verbenen für den Balkonkasten oder die Terrasse.

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Petunien in fast jeder Farbe.

Die Inhaberin dieses Standes verkauft selbst genähte Tischdecken. Den Stoff dafür hat sie aus alter Bettwäsche ausgeschnitten und die Kanten mit Häkelspitze umsäumt.

 

 

Am Nachbarstand gibt es hübsche Dekorationen aus künstlichen Blumen/Stoffblumen:

 

 

Hier wird Schmuck für Frauen verkauft, die sich noch ein bisschen hübscher machen wollen:

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Ganz viel im Angebot an verschiedenen Verkaufsständen: Gartenschmuck aus Glas, Rosteisen, Keramik und Metall:

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Allerlei aus Glas.

 

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Paradiesvögel für das Gartenparadies.

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Mit diesen Dingen kann man seinem Garten noch eine Krone aufsetzen…

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Gewebte Gartendekorationen aus Weide.

Der Inhaber dieses Stands produziert Dinge aus Eisen, zum Beispiel Feuerschalen, Gartenstecker, aber auch große Eisenringe mit einer Schraube daran.

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Ich frage nach dem Sinn dieser Eisenringe, und er meint, man könne sie auf eine Hecke werfen und sehen, wie gut man Zweige treffen kann, oder man könne sie seitlich in einen Holzpfahl drehen und darin dann Blumentöpfe mit Pflanzen stecken. Ich fand die zweite Möglichkeit dann irgendwie sinnvoller, zum Beispiel hier demonstriert:

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Man dreht die Eisenringe mit dem Schraubteil waagerecht in einen Pfahl oder Balken und hat eine Halterung für Blumentöpfe – toll!

Bei diesem Verkaufsstand werden riesige dreidimensionale Köpfe aus Stein zur Gartendekoration angeboten. Auf Nachfrage erklärt uns der junge Mann hinter dem Stand, das sein Vater die Köpfe aus Steinguss fertigt.

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Am gleichen Stand wurde auch eine Gartenbank in Bootsform angeboten:
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Dieser Stand gehört einer Keramikerin, die phantasievolle Dekorationen für den Garten herstellt, zum Beispiel witzige Hühner oder Schweine oder diesen Murmelturm:

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Eine Schäferei-Inhaberin stellt Erzeugnisse, die irgendwie mit Schafen zu tun haben, aus: gefilzte Schuh-Einlegesohlen, Schafkuscheltiere, Wollsocken und auch Seife aus Schafsmilch:

 

 

Diese Keramikerin hat vielerlei originelle, aber auch praktische Artikel, meistens in Blau gehalten:

 

 

Rostliebhaber begegneten vielen kreativen Angeboten (s. auch oben):

 

 

Hier werden Waffeln angeboten, die mit einem sehr alten, schon fast antiken Waffeleisen über dem Holzofen gebacken werden:
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Dieser Stand bietet selbst gemixte „Cocktails“ an, aber alles alkoholfrei und garantiert supergesund mit vielen Vitaminen:

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Auch asiatische Kost gibt es an einem Stand, außerdem Süßigkeiten, diverse Brotsorten, Erbsensuppe und Fischbrötchen.

Ein Stand bietet Maibowle an, aber die Temperaturen sind heute leider nicht so hoch. Die Leute haben ihre Winterjacken wieder aus dem Schrank geholt und tragen Schals. Manche vermissen ihre Handschuhe. Ein scharfer Wind, teilweise als „Sturm“ zu bezeichnen, weht und bringt Stellschilder und Figuren zum Umkippen. „Wir haben auch Glühwein!“ ruft uns die Verkäuferin am Maibowlenstand zu.

Die „Trebeler Bauernstuben“, ein traditionelles Landgasthaus im Zentrum von Trebel, haben vor ihrem Haus auch einen Stand aufgebaut und verkaufen „normale“ Bratwürste, Wild-Bratwürste, Leber-Bratwürste und Bier.

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Plötzlich kommt Bewegung auf: viele Leute drehen sich um: die Heidekönigin aus Nemitz schwebt heran, mit einer Krone aus Heideblüten auf dem Kopf.

Die Nemitzer Heide gleich in der Nähe von Trebel ist entstanden, nachdem vor mehr als vierzig Jahren im Jahr 1975 ein Brand großflächigen Waldbestand vernichtet hatte und daraufhin die Natur ein Heidegebiet entstehen ließ.

Die Heidekönigin wird von ihrer Kronprinzessin und zwei etwa zwölf- bis vierzehnjährigen Mädchen als Assistentinnen begleitet. Die beiden Mädchen sind Schwestern und heißen Mara und Cenddris. Die Heidekönigin und ihr Gefolge machen Werbung für das Heideblütenfest am letzten August-Wochenende und damit zusammenhängend die nächste Wahl zur Nemitzer Heidekönigin.

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Ganz professionell lächeln die aktuelle Nemitzer Heidekönigin (links) und ihre Kronprinzessin (rechts), die automatisch zur nächsten Heidekönigin gekrönt wird.

Der Inhaber dieses Stands (mit Hut) verkauft in Nemitz, einem Nachbarort von Trebel, selbst produzierten Senf verschiedenster Zusammensetzung:

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Meine Freundin kauft ein Glas Orangen-Honig-Senf und ich ein Glas Himbeer-Senf.

Im Hintergrund des Standes rechts sehen wir wieder die aktive Heidekönigin der „Nemitzer Heide“ und rechts daneben die Kronprinzessin sowie die Adjutantinnen Mara und ihre Schwester Cenddris. Sie stehen dort, weil sie gleich die Preisverleihung in einer Verlosung vornehmen werden. Mit Hilfe einer Karte konnten Besucher nämlich Punkte bzw. Stempel an verschiedenen Ständen sammeln, und nun werden unter den abgegebenen Karten Preise verlost.

Ein Kinderkarussell für die Kleinen gibt es auch, eine Blechdosenwurfbude, und ein Bungee-Jump-Gestell für die mutigen größeren Kinder.

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Der Waldkindergarten aus Gartow hat ein Zelt aufgebaut, in dem von Eltern selbstgebackene Kuchen und Torten sowie Kaffee verkauft werden.

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Werbeschild für das Angebot des Waldkindergartens in Gartow.

 

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Das Kuchen- und Tortenangebot findet großen Zuspruch, viele nehmen sich Kuchen eingepackt mit nach Hause.

Ich esse eine Schwarzwälder Kirschtorte:

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Verzehrt werden können Kuchen und Kaffee auf Biergartenbänken und –tischen in der Nähe eines Hauses, auf dessen Gelände eine Hüpfburg für die kleinen Kinder aufgestellt ist.
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An mehreren Stellen auf den beiden auseinander liegenden Marktplätzen stehen Schilder mit der Werbung für Hubschrauberflüge.
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Ich sehe jedoch keinen Hubschrauber und auch keinen Ansprechpartner und frage einen der Standinhaber. Der Hubschrauber sei heute wegen des Sturms nur einmal hochgeflogen, ansonsten habe man die Flüge abgesagt.

Später treffe ich den Piloten mit seinem Hubschrauber neben dem Autoparkplatz und spreche ihn an.
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Der Pilot arbeitet bei dem Firmeninhaber aus Wernigerode/Harz als ausgebildeter Berufspilot. Ein Flug dauert acht bis zehn Minuten. Im Hubschrauber haben außer dem Piloten noch drei Personen Platz. Mindestens zwei Personen müssten mitfliegen, damit er aufsteige, erklärt mir der Pilot. Je Person kostet der Flug 40.– €. Aber wegen des Sturms sei die Nachfrage heute leider gering.

Der Besuch des Kiekemarkts ist wirklich zu empfehlen, nicht nur wegen der vielfältigen kreativen und/oder leckeren Angebote, sondern auch wegen der Nähe zur sehr interessanten Kirche. Die Kirche zu Trebel hat keinen Heiligennamen, wie sonst üblich, sondern heißt eben einfach nur „die Kirche zu Trebel“. Zur Kirchengemeinde gehören zehn Dörfer. Die Kirche ist im 12. Jahrhundert gegründet und um das Jahr 1600 weiter ausgebaut worden. Sie hat innen eine kulturhistorisch wertvolle große Orgel sowie eine künstlerisch gestaltete Kanzel.

Für den nächsten Kiekemarkt wünsche ich ihm besseres Wetter und noch mehr Publikum. Es lohnt sich wirklich!

 

 

Das Buerbeerfest 2018 in Bösel

Bösel, 29. April 2018.
Das Buerbeerfest in Bösel findet alljährlich am letzten Wochenende nach dem Namenstag des heiligen St. Georg am 23. April statt und hat eine jahrhundertealte Tradition. In diesem Jahr fiel das Wochenende auf den 27. bis 29. April. Heutzutage wird das Fest natürlich auf etwas andere Art gefeiert als in alter Zeit. Geblieben ist aber der Grundgedanke, nämlich das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Nachdem am Freitag und Sonnabend ordentlich getanzt und gefeiert wurde, zeigten die Böseler am Sonntag, welche Kreativität in ihnen steckt. Bei schönstem Frühlingswetter zogen Trecker ungefähr zwanzig phantasievoll geschmückte Wagen mit fröhlicher Besatzung durch die Straßen des 450-Seelen-Dorfes nahe Lüchow. In wochenlanger Vorbereitung hatten Vereine und private Gruppen in mühe- und liebevoller Kleinarbeit Anhänger ausgestattet und verkleidet, genäht und geklebt und gebastelt, um bestimmte Themen auf lustige oder ironische Weise auf dem Festumzug zur Schau zu stellen, ganz ähnlich wie beim Karneval in Köln oder Düsseldorf.

Zwei Minuten vor eins: die Feuerwehr, auf dem Lande bei jedem Fest unentbehrlich, sperrt die Zufahrtstraße zum Dorfzentrum ab.

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Auf den Höfen stehen die Fahrzeuge bereit zur Abfahrt. Nach und nach treffen die Zugmaschinen mit Anhänger auf der Hauptstraße des Dorfes an der St.-Georg-Kirche ein und reihen sich hintereinander auf.

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Hier sieht man die St.-Georg-Kirche im Zentrum von Bösel. Nach rechts geht’s zum Festplatz.

Dem Motto des Festes entsprechend ist eine Bierflasche in der Hand fast unentbehrlich. „Buerbeer“ ist plattdeutsch und bedeutet „Bauernbier“, das „Buerbeerfest“ ist also ein Bierfest für die Bauern.

In früheren Zeiten wurde beim Buerbeerfest ein Weizenbier mit aufgeschlagenen Eiern vermischt, sodass man ein „Eierbier“ trank. Eierbier ist es heute nicht mehr, auf den Bierflaschen in den Händen steht „Astra“ oder „Paulaner“.

Bunt verkleidete Figuren schunkeln schon jetzt auf den Wagen herum, Musik wird aufgedreht, Bekannte werden begrüßt. Dem Motto entsprechend, ist Alkohol – oder sagen wir: Bier – wichtig, man prostet einander zu und nimmt schon mal diverse Schluck, um so richtig in Stimmung zu kommen. Zwischen den Wagen zieht ein kleiner Tross mit einem Leierkastenmann vorneweg herum, er soll Spenden für die Festgestaltung sammeln.
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Auf dem Festplatz mit diversen Karussells, Buden mit Pizza oder Süßigkeiten und natürlich Bier, einer Schießbude sowie einem großen Festzelt sammeln sich die Besucher jeglichen Alters.

 

 

Wer mit dem Auto gekommen ist, musste es vorne am Dorfrand parken und trifft jetzt zu Fuß ein. Bei dem schönen Wetter haben sich viele aber auch mit dem Fahrrad aufgemacht und den Festbesuch mit einer Radtour verbunden.

Innerhalb einer Stunde strömen schließlich Tausende von Besuchern auf die Dorfstraße. Kinderwagen werden geschoben, Rollstuhlfahrer bahnen sich einen Platz durch die Menge, Kleinkinder werden auf dem Arm getragen, Hunde laufen umher. Wer clever ist, hat sich einen Klappstuhl mitgebracht. Die Einheimischen haben sich Bänke oder Tische und Stühle vor die Haustür gestellt und ihre Freunde zum Gucken eingeladen.

Jeder Wagen hat ein eigenes Motto.

Dieser Wagen hat den Vogel abgeschossen. Sein Motto ist „Top Gun“, der Film mit Tom Cruise. Aus verschiedenen Einzelteilen, die mit grauem Stoff bezogen wurden, entstand ein Düsenjet, der hydraulisch bewegt werden kann.

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Der junge Officer – stilgerecht mit Sonnenbrille – hat sichtlich Spaß daran, dem Publikum zu zeigen, was das Ding kann. Hoch und runter und auch noch zur Seite bewegt er das Flugzeug, und schließlich kommt noch ein Clou hinzu: aus den hinteren Düsen steigt Rauch! Gleich startet der Jet zur nächsten Mission.

 

 

 

 

 

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Die anderen Wagen haben’s nicht so mit Hollywood, sondern nehmen teilweise politische oder aktuelle gesellschaftliche Themen auf die Schippe.

Zum Beispiel dieser Wagen: er zeigt die Jamaica-Flagge im Hintergrund und „Jamaicaner“ mit Sonnenbrille und Rasta-Mützen in den Landesfarben neben Palmen. Die Jamaica-Koalition ist ja dann nicht zustande gekommen, deshalb die Aufschrift „Nach Joints und Frustration – gab’s ‘ne große Koalition“.

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Das Jamaica-Thema war beliebt, vielleicht auch, weil es so viel Buntes hergibt: noch eine andere Gruppe hatte das Thema aufgegriffen:

„In Bösel von Null auf Hundert“ steht an der Seite des Wagens.

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Ein Wagen mit lauter „Teufelchen“ als Besatzung klärt uns auf: der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns zu verderben…

Ohgottohgott! Bei diesem Wagen wurde zum Erschrecken des Publikums gleich beim Runterfahren vom Hof ein Teil vom Aufbau abgerissen, weil ein Baum im Weg war.

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Aber macht nichts: wie man sehen kann, halten sich auf dem Wagen lauter Brückenbauer von den „Böseler Buerbeer Brücken Bauern (BBBB)“ in Monteurskleidung auf, die rasch das Brückengeländer reparieren:

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Die Böse(l)-Angels mit ihrer Piep-Show (wer hat denn die Unterwäsche gespendet?):

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Auf einem anderen Wagen singt ein Gospel-Chor die ganze Zeit „Oh, happy day!“ und tanzt dazu.

Um den Sinn dieses Wagens zu verstehen, muss man etwas regionale Kenntnisse besitzen:

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Vor etwa einem Jahr gab ein wichtiger Arbeitgeber, ein Schlachtbetrieb, auf, woraufhin viele Leute arbeitslos wurden. Der Spruch am Wagen deutet darauf hin: „Vogler’s Schweine sind Geschichte, der Chinese macht bald Hundegerichte“, wobei auf den Aufkauf von Betrieben durch Chinesen angespielt wird.

Hier kommen uns zwei grimmig guckende Böseler Zwerge entgegen:

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Dieses Bett ist auch ein Wagen mit Rollen und wird von zwei Rotkäppchen mit Verwandtschaft geschoben und gezogen:

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Im Bett liegt der böse Wolf, und die große Schere zum Bauchaufschneiden liegt auf der Bettdecke. Motto: „Rotkäppchen und der Bösel Wolf“… Eine Anspielung auf die Ausbreitung des Wolfs auch im Wendland.

„Böseler Spätzünder – 2019 wird alles besser!“ steht auf einem Wagen. Um dieses Motto zu verstehen, muss man wohl Insider sein.

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Oder hat die Gruppe vielleicht zu spät mit der Vorbereitung für den Umzug angefangen …? An der Seite weist noch ein Schild auf meine vermutetete Ursache hin: „Ganz egal wie groß die Uhr ist – mehr Zeit hatten wir trotzdem nicht“, und auf dem Wagen ist eine große Uhr montiert, die „fünf vor Zwölf“ anzeigt. Auch diese Idee ist originell – sich selbst auf die Schippe nehmen, weil man erst „fünf Minuten vor Zwölf“ mit den Vorbereitungen begonnen hat.

Und dieser Zug führt den Festumzug an: ein Fachwerkhäuschen auf Rädern mit den Honoratioren:

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Auch die Kleinen und „Kurzen“ haben sich soooo viel Mühe gemacht und sooooo hübsche Wagen dekoriert und sich soooo nett verkleidet:

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Die Generation der „Digital Natives“ hatte auch einen Wagen im Zug, Motto: „Haste What’s App am Start?– biste bei Buerbeer besonders Schmart“ mit lauter Social-Media-Symbolen und jeder Menge ironisch gemeinten „Like“-Symbolen:
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Ein „Superhelden“-Mobil mit lauter Supermen und Superwomen hat im Hintergrund des Wagens die Brooklyn-Bridge in Manhattan. Hier tauschen sich Superwoman und Superman mit der Top-Gun-Besatzung über den nächsten Einsatz in Manhattan aus:

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Das „Heimatministerium“ samt Heimatgefühlen und der Diskussion um die „deutsche Leitkultur“ wurde mit diesem Wagen auf die Schippe genommen:

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Den hinteren Teil des Wagens ziert ein typisch altdeutsches Wohnzimmerbild mit röhrenden Hirschen, umhängt von einer Spitzengardine:
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Seitlich am Wagen sind Twitter-Zitate zum Thema der „Heimat“-Diskussion angeklebt sowie Konterfeis vom neuen Innenminister Horst Seehofer.

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Vorne an der „Heimat-Kutsche“ ist die Deutschlandfahne befestigt, und an einer Angel hängt ein „typisch deutsches“ Grasbüschel:
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Dem Motto des Wagens: „Unsere Leitkultur: Falleri und Fallera“ entsprechend stehen auf der „Bühne“ des Wagens lauter „Heinos“ mit blonder Perücke, weißem Rollkragenpullover, weißer Hose, schwarzem Jackett und Sonnenbrille, „spielen“ Gitarre und „singen“ dazu Heino- und Volkslieder (die aber vom Band abgespielt werden 😉 ). „Blau-blau-blau blüht der En-zi-an!“!“ dröhnt es mit sonorer Heino-Stimme in meine Ohren, oder auch „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad – Motorrad – Motorrad!“. Obwohl das Abspielen dieser Lieder ironisch gemeint ist, schunkeln aber viele im Publikum dazu. Eine Gruppe von drei selbstbewussten siebenjährigen Mädchen geht am Wagen vorbei und hält sich mit den Zeigefingern jeweils beide Ohren zu. Auch ich gehe lieber etwas weiter.

Am Rand der Dorfstraße, die frühlingshaft von weiß blühenden Kastanienbäumen und aufgeblühten Sträuchern und Blumen in vielen Farben umrahmt ist, haben nun innerhalb einer Stunde die vielen, vielen hundert erwartungsvollen Besucher Aufstellung genommen, die Spannung beim Publikum und bei den Wagenbesatzungen steigert sich, und endlich geht es um 14:00 Uhr mit dem fröhlichen Festumzug los. Die Trecker tuckern laut, Musik schallt von den Wagen, die Gäste klatschen und freuen sich über die von den Wagen zugeworfenen Bonbons, und über allem strahlt der blaue Himmel.

Nach dem Festumzug geht es auf den Rummelplatz und in das Festzelt.

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Das Bierfest für die Bauern, das „Buerbeerfest“, ist eben ein richtig traditionelles deutsches Volksfest für die ganze Familie, für „Kind und Kegel“.

 

 

 

Spargelsonntag in Lüchow – gibt’s den eigentlich noch?

Lüchow.
Wenn ich ins Wendland komme, sehe ich viele Spargelfelder, die teilweise noch mit Folie abgedeckt sind. Dabei fiel mir ein, dass es früher doch im Mai immer den „Spargelsonntag“ in Lüchow gab, ein Fest rund um den Spargel, das Edelgemüse.

Ich habe daraufhin im Internet bei Google recherchiert, um herauszufinden, wann in diesem Jahr der Spargelsonntag stattfindet. Die Spargelsaison hat ja schon begonnen, und dann müsste doch eigentlich auch bald der „Spargelsonntag“ stattfinden. Ich gab die Stichwörter „Spargelsonntag Lüchow“ ein und erhoffte eine rasche Antwort. Tja. Mr Google weiß eben auch nicht alles.

Zuoberst erschien die Seite „Volksfeste in Deutschland“, wo der Spargelsonntag tatsächlich erwähnt wird, aber mit dem Vermerk, dass „der nächste Termin noch nicht bekannt“ sei, und man, falls man aus der Gegend komme und den Termin kenne, ihn doch bitte mitteilen möge.
An zweiter Stelle wurde eine Fotogalerie über den Spargelsonntag im Jahr 2014 angeboten.

Dann erschien der Link zur Seite der IHG, der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe, wo unter dem Button „Veranstaltungen“ drei Veranstaltungen im Jahr 2018 angeboten werden. Der Spargelsonntag ist nicht darunter.

Dann als nächstes erschien eine Facebook-Seite, wo ein Bild vom Spargelsonntag 2014 abgebildet ist.

Die Seite Elbtalaue-Wendland bot als „nächsten Termin“ für den Spargelsonntag den 26.5.2013 an.

Dann kam ich auf die Seite vom Presse-Archiv des Landkreises Lüchow-Dannenberg, wo der Start der „City-Offensive Lüchow“ am 11. Mai 2012 angezeigt wird. Jedoch kein Wort über den „Spargelsonntag“.

Endlich: die Überschrift „Lüchow lädt zum Spargelsonntag“ des Info-Portals „wendland-net“! Allerdings stammen Foto und Artikel aus dem Mai 2012.

Ich schließe also daraus: den „Spargelsonntag“ in Lüchow gibt es nicht mehr. Schade.

Ein Volksfest mit jahrhundertealter Tradition: das Buerbeerfest in Bösel – jetzt vom 27. bis 29. April

Bösel.
Bösel, das Dorf in der Nähe von Lüchow mit 450 Einwohnern, feiert jedes Jahr im April das Buerbeerfest. Es wird regelmäßig am Wochenende nach dem Namenstag des heiligen Georg, dem St.-Georgs-Tag am 23. April, gefeiert, in diesem Jahr somit vom 27. bis 29. April. Der heilige Georg ist in Sagen als Drachentöter bekannt, wobei der Drache wohl als Symbol für alles „Böse“ herhalten musste. Die Feldsteinkirche im Zentrum von Bösel ist denn auch nach dem Heiligen als „St.-Georg-Kirche“ benannt.

Das Buerbeerfest ist jahrhundertealt und noch in einer heidnischen Zeit entstanden. Der Sinn war, in einer Prozession um die Felder die Götter um Schutz für die Saat und damit die spätere Ernte zu bitten. Dieser Brauch wurde dann in christlicher Zeit fortgeführt, wo dann der eine christliche Gott um Segen gebeten wurde.

Bis vor längerer Zeit noch war es üblich, dass jeder Haushalt dem Pastor sechs Eier abgeben musste. Dieser brachte die Eier auf dem Altar sozusagen als Opfergabe der Gemeinde dar, gab die Eier aber danach an die Bevölkerung zurück, von der sie dann in einem frohen gemeinsamen Fest verbraucht werden sollten. Die Eier schlug man in Weizenbier, genannt „Braunbier“, und erhielt so ein „Eierbier“, das von allen, auch Kindern, dann getrunken wurde.

Das Fest wird an drei Tagen nach bestimmten, festgelegten Regeln begangen: am ersten Tag wird das Fest mit Bürgermeister und weiteren Honoratioren mit anschließendem Tanz eröffnet. Am zweiten Tag sind die Kinder mit Kindertanz an der Reihe. Am Abend spielt Musik für die Erwachsenen mitsamt ihrer Freunde und Bekannten auf, wobei Wert auf festliche Kleidung gelegt wird. Am dritten Tag schließlich findet der große, langfristig vorbereitete Umzug mit lustig ausgestatteten Fahrzeugen und verkleideten Bewohnern durch das Dorf statt, wobei sich vielerlei Gruppen, Organisationen und Vereine beteiligen.

Näheres könnt ihr hier lesen, wo ihr auch Fotos vergangener Buerbeerfeste findet. Und auf youtube könnt ihr euch ein Video vom Umzug ansehen.

Flohmarkt in Gartow

Gartow.
Bei schönster Hochwetterlage und Temperaturen um die 30 Grad waren gestern wohl Tausende Besucher und Hunderte Verkäufer zum ersten Open-Air-Flohmarkt dieses Jahres in Gartow gekommen. Der frisch gemähte Platz am See war rappelvoll, der Veranstalter hatte sogar einen bisher nicht üblichen Abzweiger vom Hauptweg für Verkaufsstände geöffnet.

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Der Flohmarkt in Gartow ist einer der größten in Nordostdeutschland und für sich alleine schon mal einen Ausflug ins Wendland wert, vor allem, wenn man auch noch hinterher oder auch sozusagen parallel zum Flohmarktbesuch im See baden oder ein Boot mieten möchte. Kulinarisch wird man auf vielfältige Weise versorgt: es gibt Pizza, belegte Brötchen, Kuchen, Kartoffeln mit Dip, Bratwurst, Waffeln, Eis und alle möglichen Getränke. Man kann sich auf die Bänke neben den Imbisswagen – oder neuerdings sagt man ja „Food Trucks“ – setzen oder auch einen Abstecher in nahe gelegene Restaurants oder Cafés machen und dabei über den See schauen.

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Vor zwanzig Jahren ungefähr war ich das erste Mal – als Besucherin – auf dem Flohmarkt in Gartow. Damals war er noch vergleichsweise klein und recht übersichtlich. Aber seitdem ist er stetig gewachsen, was an der Organisation liegt, aber vor allem auch an der Location: eben am großen Gartower See. Wenn man Zeit hat, kann man sich auch gleich noch das nette Städtchen Gartow mit ansehen.

Ich bin ziemlich spät gekommen – erst kurz vor acht – und deshalb liegt mein Stand nicht so ganz an der Haupteinkaufsstraße. Aber auch hier schauen die Leute vorbei und ich kann doch so einiges loswerden. Zum Beispiel ein altes Nokia-Handy. Ein Mann schaut es sich interessiert an und bemerkt, dass darin wertvolle Inhaltsstoffe wie Gold und Cobalt seien. Ich biete es ihm für einen Euro, und er nimmt es mit. Viel Spaß bei der Goldsuche.

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Viel Natur umzu…!

Ich habe auch nette Nachbarn, zwei ältere Herren aus dem Landkreis. Sie sind selbst Sammler und haben in ihrem Leben vielerlei zusammengetragen. Der eine der beiden Herren hatte in seiner großen Wohnküche einmal vierzig alte Kaffeekannen auf Wandregalen stehen. „Meine Besucher wollten gar nicht ins Wohnzimmer, sie wollten immer nur in der Wohnküche sitzen, wegen der Kaffeekannen!“ erzählt der Herr. Kaffeekannensammler gibt es viele auf Flohmärkten. Eine Dame hatte mir einmal davon erzählt, dass sie 400 alte Kaffeekannen gesammelt hatte und zum Aufstellen dafür ihren Carport nutzte. An den Wänden des Carports hingen extra gefertigte Regale, in denen die Kaffeekannen ausgestellt waren. Einmal im Jahr wurden alle heruntergenommen und geputzt.

Jetzt haben sich die beiden Herren, meine Standnachbarn, wohnungsmäßig wohl etwas verkleinert und verkaufen das, was nicht mehr in die Wohnräume und in die Scheune passt. Zum Beispiel etliche Kaffeemühlen oder Petroleumlampen mit Glaszylinder und diverse Wand-Küchenuhren aus Keramik. Auch zwei uralte Waagen sind dabei, aus Metallguss.

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Eine alte Kaufmanns-Waage mit Gewichten davor.

Die eine Waage zeigt eindeutige Jugendstilelemente und stammt aus England, wurde aber von der Ehefrau bei einem Antiquitätenhändler in Belgien gekauft. Sie gefällt mir schon sehr, aber 65.– € möchte ich dann doch nicht dafür ausgeben. Auch nicht 50.–€, die der nette Herr mir als Sonderpreis anbietet. Die andere Waage stand früher beim Kaufmann zum Abwiegen und hat auf der einen Seite eine Waagschale und auf der gegenüberliegenden Seite ein flaches Marmorbrett, auf dem die Gewichte zum Ausgleich stehen.

Auf dem Flohmarkt in Gartow kann man einfach alles kaufen: Antiquitäten, Trödel, Kuriositäten, Geschirr, Kinderkleidung, Spielzeug, Werkzeuge … aber auch frisch im Holzofen gebackenes Brot, oder Eier und selbst gezogene Pflanzen für Garten oder Balkon. Ein einziges Freiluft-Kaufhaus ist das.

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Original-Ölbilder – hier ein „echter Chagall ;-)“

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Tolle Ballkleider …

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Geweihe…

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Golfschläger … im Wendland gibt es ja einen Golfclub!

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Schilder für alles…

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Fahrräder …

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Dies und Das …

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Ohne Worte

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Tolle Bücher…

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Schaufensterpuppen …

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Radios …

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Briefkästen …

 

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Trockenhauben …

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Schuhe …

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Mühlen jeder Art …

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Tiere …

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Alles Mögliche …

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Milchkannen, Zinkwannen, Zink-Gießkannen, Emaille-Schüsseln, Kornschaufeln, Hutschachteln … alles sehr beliebt!

Bei Flohmarktbesuchern kann man mehrere Gruppen unterscheiden:

Ganz früh am Morgen, zu einer Zeit, zu der die ersten Flohmarkt-Verkäufer ihre Stände noch aufbauen, ihre Kisten, Tüten und Kartons aus den Wagen holen, da kommen die „Jäger und Sammler“. Sie suchen nach etwas Rarem, etwas Besonderem, das aber möglichst günstig sein soll – eben nach „Schnäppchen“. Unter den Frühbesuchern sind auch viele Händler, die nicht so flohmarkterfahrenen Menschen ihre Sachen möglichst günstig abkaufen wollen, um sie mit Gewinn zu höheren Preisen weiterzuverkaufen. Auch Ladenbesitzer oder E-Bay-Händler sind darunter, erkennbar an Rucksäcken oder Trolleys zum Abtransport der Schätzchen.

Dann gibt es die Besuchergruppe der Schlenderer. Sie wollen eigentlich gar nichts kaufen, sondern schlendern nur mal so über den Flohmarkt, weil dieser Abwechslung bietet. Man sieht etwas und wird gesehen, trifft Bekannte, und man kann sich dort hinsetzen und einen Kaffee trinken und das schöne Wetter genießen.

Andere wiederum suchen gezielt nach Gegenständen, die sie gerade aktiv brauchen, für die sie aber nicht so viel Geld wie für Neuware aus einem Laden ausgeben wollen. Oft handelt es sich bei diesen Gegenständen um Werkzeuge oder Kleinteile für Auto oder Haushalt: vielleicht eine Axt, ein Kuhfuß oder ein Türgriff, ein Wasserhahn oder eine Luftpumpe. Etwas Nützliches eben.

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Werkzeug jeder Art …

Manche Besucher überfliegen mit Blicken die Auslage auf den Tischen, um originalverpackte Neuware zu finden. Das ist auch nicht selten. Jemand hat vielleicht etwas geschenkt bekommen, mag es aber nicht leiden oder braucht es nicht. Bei den neu gekauften Gardinen hat man nicht nach der Größe geschaut, und nun kann man sie nicht mehr umtauschen. Solche Sachen werden dann zu geringen Preisen verscherbelt: weg damit.

Gerade jüngere Leute, die dabei sind, ihren ersten Hausstand einzurichten, mögen wiederum alte Sachen: Trödel, Antikes, Altes. Ein altes Milchkännchen, weil die Oma so ein ähnliches hatte. Beliebt sind alte Bilderrahmen oder Spiegel, möglichst irgendwie goldfarben und mit Schnörkel. Auch alte Lampen und Kronleuchter werden gern mitgenommen.

In den letzten Jahren sind Möbel und Gebrauchsgegenstände der Fünfziger Jahre in den Fokus der Flohmarktbesucher und damit auch der Händler gerückt. Cocktailsessel oder Nierentischchen sind teuer geworden. Die Sammler grasen die Flohmärkte nach solchen Dingen ab. Entsprechend sind die Preise gestiegen. In den Großstädten gibt es seit wenigen Jahren schon Läden mit den gesammelten Dingen aus den Fünfzigern und Sechzigern.

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Schicke Cocktailsessel aus den Fünfziger Jahren …

Da Gartow im ländlichen Wendland liegt, wo viele Besucher alte Bauernhäuser besitzen und die sozusagen altersgerecht ausstatten möchten, gibt es gerade auf diesem Flohmarkt immer auch ein großes Angebot an ländlichen Gebrauchsgegenständen, zum Beispiel alte große Milchkannen, wie sie früher zur Molkerei transportiert wurden, oder Butterfässer oder große Kornschaufeln oder Emailleschüsseln und Zinkwannen.

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Uralter Hausrat …

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Noch mehr uralter Hausrat …

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Alte Töpferware…sehr begehrt!

Auf einem Flohmarkt werden nicht nur leblose „Gegenstände“ verkauft, sondern häufig auch „Emotionen“. Bei vielen alten Sachen werden Erinnerungen geweckt. Besucher bleiben bei den alten Tellern mit dem blauen Muster stehen und sagen: „So welche hatte meine Großmutter auch!“- Eine alte Puppe aus Pappmaché wird für 150.– € gekauft, weil „ich früher als Kind auch so eine hatte! Wo ist die bloß geblieben?“. Gestandene Männer kaufen alte Spielzeug-Lokomotiven und greifen verzückt nach dem alten Tretauto aus den Fünfziger Jahren: „Zur Dekoration!“. Frauen kaufen gerne Puppen und Zubehör wie alte Puppenmöbel oder Puppenstuben. Dann gibt es die „Teddy-Sammler“ oder die „Überraschungseier-Figuren-Sammler“, die manchmal Hunderte von Plastikfiguren im Wohnzimmerschrank stehen haben. Auch Bücher aus der Kindheit werden wieder mitgenommen, „um sie noch einmal zu lesen!“

Besonders beliebt, aber nur zur Pflanzzeit im Frühjahr, Sommer und Herbst, sind Pflanztöpfe für draußen. Was aber so gut wie gar nicht verkauft werden kann, sind Übertöpfe für Zimmerpflanzen. Wenn ich daran denke, wieviel Geld ich schon für gerade zu meiner Einrichtung passende Übertöpfe teuer im Geschäft gekauft habe … während einem so etwas auf dem Flohmarkt geradezu „nachgeschmissen“ wird…

Zufrieden ziehen Besucher mit einer Schaufensterpuppe im Arm an mir vorbei, ein junges Paar zieht im Bollerwagen ein altes Schaukelpferd, während das Kind, das eigentlich im Bollerwagen sitzen sollte, vom Vater getragen wird, eine junge Mutter schleppt sich mit einer riesigen Zinkwanne ab, und ein älteres Ehepaar hat in jeder Hand mehrere Tüten und Taschen mit Inhalt. Kleinkinder laufen barfuß im Gras, Spaziergänger versuchen, ihre Hunde im Zaum zu halten, und ein Mann Mitte Vierzig in kurzer Sporthose ermahnt seine Mutter, doch nicht an jedem Stand unbedingt stehenbleiben zu müssen.

Einige Meter entfernt hat sich eine Kunstfigur aufgebaut: Auf einem Kasten steht eine zierliche junge Frau, die ganz weiß im Gesicht und an den Händen geschminkt ist. Den Rest des Körpers bedeckt ein flatterndes weißes Gewand. Nach esoterisch anmutender Musik macht sie sehr langsame, fließende Bewegungen mit ihren Armen, Händen und dem Oberkörper und sendet ab und zu Seifenblasen aus, die sie umfliegen. Vor dem Kasten, auf dem sie steht, liegt ein kleines Gefäß, und manche Leute werfen ein Geldstück hinein.

Um 16:00 Uhr ist Feierabend. Die Verkäufer verpacken ihre nicht verkauften Sachen, und allmählich bildet sich vor der Ausfahrt eine Autoschlange. Um 17:00 Uhr bin ich wieder zu Hause.

Der nächste Flohmarkt in Gartow ist am 13. Mai. Ansonsten gilt die Regel im Sommer: einmal pro Monat in Gartow, sonst natürlich auch an anderen Orten.

Ausblick auf den See:

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Flohmarkt in Dannenberg

Dannenberg.
Die Saison geht wieder los. Gestern am Sonntag war der erste Flohmarkttermin in der Sommersaison, und er fand in Dannenberg auf dem Schützenplatz statt.

Am Morgen spürte man noch die eiskalte Nacht. Der Boden war noch immer gefroren, und die Scheiben meines Autos vereist. Die Felder und Wiesen waren von Rauhreif überzogen. Ich hatte mir eine dicke Strickjacke untergezogen und dicke Strümpfe in den Stiefeln.

Dann ging die Sonne auf – und es wurde das schönste Frühjahrswetter. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke zu sehen. Strickjacke und Socken brauchte ich nicht mehr.

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Das angekündigte schöne Wetter hatte zahlreiche Verkäufer angelockt. Neben mir war eine Frau sogar ganz aus Lüneburg gekommen. Auch das Publikum ließ sich an die frische Luft treiben.

Schön, dass es wieder das leckere Händler-Frühstück mit zwei krossen belegten Brötchen und einem Kaffee gab!

Was habe ich wieder so gefunden?? – Unter anderem einen Fahrradkindersitz aus Korbgeflecht, super gut erhalten, für meine 50er-Jahre-Sammlung. Und noch eine große alte Milchkanne aus Blech zur Dekoration. Und eine schöne Spitzentischdecke und eine Käseglocke aus Kristall. Dafür bin ich jetzt meine alte Posaune, eine rosafarbene Vase und zwei Gänse aus Messing und … los.

Flohmarkt in Bergen/Dumme

Bergen/Dumme.
Nach längerer Abstinenz hatte ich vorgestern Abend plötzlich Lust, mal wieder auf den Flohmarkt zu gehen und meinen angesammelten Klimbim zu verkaufen. Ich packte daher mein Auto voll und stand am Sonntag um 4.30 Uhr auf. Matthias Strauch hatte für Sonntag die Schützenhalle in Bergen und umzu gebucht. Weil es nicht regnete, war es sogar relativ voll.

Das alte Schaukelpferd mit Sattel und Steigbügeln aus Metall war ich gleich als erstes los, später noch das Kasperle-Theater-Ensemble. Ein Toaster wechselte die Besitzerin, denn ich esse ja nun kein ungesundes Toastbrot mehr. Dann noch ein altmodischer Fahrradsattel und eine Eierplatte aus Kristall … und diverse weitere Sachen.

Ich selbst konnte dann auch wieder Interessantes mitnehmen: zwei goldfarbene Bilderrahmen aus der Jugendstilzeit, ein total gut erhaltener Kinderhochstuhl aus Buche für meine Fünfziger-Jahre-Sammlung und – auch für diese – einen komplett erhaltenen Ständer mit sechs farbigen Schnapsgläsern für nur fünf Euro! Der professionelle Händler auf dem gleichen Flohmarkt wollte für ein ähnliches Set sage und schreibe zwanzig Euro! Hatte ich wieder ein Glück! Und dann noch sechs bunte Metallbecher mit passenden farbigen Schnapsbecherchen, ebenfalls aus den Fünfzigern.

Das Interessanteste auf dem Flohmarkt sind aber die Gespräche mit den Nachbarn. Da erfährt man so allerhand aus Lebensläufen anderer Menschen. Neben mir hatte ein älterer Mann seinen Stand aufgebaut. Er war schon achtzig Jahre alt, total rüstig und fuhr seit 35 Jahren auf Flohmärkte. Aber was ich so alles Interessante erfahren habe, bleibt mein Geheimnis.

In der Schützenhalle selbst hatte die Besitzerin einen Raum mit allerhand Utensilien gefüllt, die sie angesichts der Flohmarktbesucher und -händler gern verkaufen wollte: ein Schrank, Tische, Weihnachtsdekorationsartikel, Puppenwagen, Notenständer etc. Und eine Küchenhexe, total gut erhalten. Leider hatte die schon jemand am Vortag gekauft…Schade. Ich suche doch eine. Wer hat eine Küchenhexe – so ein Herd aus weißer Emaille mit Handlauf – zu verkaufen? Bitte melden!