Appell des BUND an die Bundesregierung: Bienenschutz

Jeder hat es wohl inzwischen mitbekommen, dass wir ein Bienensterben haben.

Der BUND hat einen Appell an die Bundesregierung gestartet, um Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Bienensterbens zu forcieren.

Wenn ihr euch beteiligen wollt und mehr Informationen braucht, ruft diese Seite auf.

 

 

Energieeffizient bauen – mit staatlicher Unterstützung

Die Energiewende ist voll im Gange, und bald – in vier Jahren – werden die Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet.

Im neuesten Newsletter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fand ich interessante Ratschläge, gerade was Finanzierung betrifft, für energieeeffizientes Bauen und gebe den Link zu den Tipps hiermit weiter.

Die Sonne bringt es an den Tag

War es heute schön! Gestern schien auch schon die Sonne, aber ein kalter Wind wehte. Heute: herrlich – ein richtiger Frühlingstag! Strahlend blauer Himmel.

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Und jetzt endlich haben sich auch meine Krokusse und Narzissen geöffnet. Die ersten hellgrünen Blätter entfalten sich aus den Knospen der Büsche und Bäume heraus.

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Die ersten Gänseblümchen im Gras!

Und ich habe heute die ersten Schmetterlinge gesehen. Zwei Zitronenfalter flatterten herum und suchten nach Nahrung. An die Narzissen gingen sie nicht heran, aber an die Traubenhyazinthen. Ein Tagpfauenauge habe ich auch gesehen. Und eine Hummel.

Einblicke in die Hofstelle der SoLaWi Volzendorf

Volzendorf.
Vergangenen Sonnabend bot die SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft)-Gruppe in Volzendorf einen Schautag an.

Um 13:00 Uhr konnten Interessierte eine Führung auf der Hofstelle der Kommune mitmachen. Vom Acker am Rand des Dorfes, den Zugpferde der IG Zugpferd Sachsen-Anhalt gepflügt und geeggt hatten (siehe auch Artikel über das Schaupflügen), gingen ungefähr 25 Gäste mit und ließen sich das Prinzip der SoLaWi erklären und das Arbeitsumfeld zeigen.

Die Kommune besteht aus 12 Erwachsenen, von denen sechs als Gärtner und Gärtnerinnen Gemüse wie verschiedene Kohlsorten, Kartoffeln, Mohrrüben, Erbsen, Bohnen usw. anbauen. Bei der Hofstelle, die von der Kommune bewohnt wird, handelt es sich um einen alten Bauernhof mit Hauptgebäuden und diversen Nebengebäuden.

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Die Hofstelle der SoLaWi Volzendorf.

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Interessiert hört die Besuchergruppe den Erläuterungen zu.

Einige der Bewohner-Innen wohnen in diversen Bauwagen auf dem Hof. Weiterlesen

Schaupflügen der Interessengemeinschaft Zugpferde bei der Kooperative Landbau in Volzendorf

Volzendorf.
Am vergangenen Sonnabend war ich in Volzendorf, um dort beim Schaupflügen zuzusehen. Die Kooperative Landbau Volzendorf hatte für die Zeit von 10:00 bis 15:00 Uhr dazu eingeladen.

Ich zählte acht Pferdegespanne von je 2 Zugpferden, die mit Hilfe einer angehängten Bracke alte Pflüge, teilweise hundert Jahre alt, Furchen in ein ca. zweieinhalb Hektar großen Feldes der Solidarischen Landwirtschaft-Gruppe in Volzendorf zogen.

Zwei- bis drei Mal im Jahr veranstaltet die Kooperative Volzendorf mit der Interessengemeinschaft Zugpferde Sachsen-Anhalt einen Schaupflügetag. Dann kommen Mitglieder der IG Zugpferde und zeigen den interessierten Zuschauern, was Zugpferde leisten können. In diesem Fall: ein Feld pflügen und anschließend eggen. Die verschiedenen Doppelgespanne pflügen dann an verschiedenen Stellen des Feldes den Boden.

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Nach getaner Arbeit stehen die Mitglieder der IG Zugpferde und ihre Helfer noch ein wenig zusammen und schnacken.

Dieser Acker wurde bearbeitet:

 

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Fett und schwarz glänzt die Erde, nachdem sie aufgeworfen wurde. Bestimmt ein guter Boden.

Hier sieht man noch einmal eine Egge, die eingesetzt wurde:
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Der Acker – gepflügt und geeggt – jetzt schon etwas grau nach dem Trocknen geworden.

Ich sprach mit Tino Fehse, der sich zusammen mit seinem Bruder und seinem Sohn in der Landschaftspflege mit Zugpferden innerhalb der IG engagiert.

Die IG hält Pferde verschiedener Rassen, zum Beispiel Friesen, Rheinisch-Deutsches Kaltblut oder Bretonisches Kaltblut, und trainiert mit ihnen traditionelle Feld- und Waldarbeit. So lernen die Tiere nicht nur, einen Pflug zu ziehen, sondern auch Holz rücken im Wald, Eggen oder Heuwagen zu ziehen.

Die Pflüge, die beim Schaupflügen eingesetzt wurden, sind allesamt aus dem Schrott gerettet worden und wieder instandgesetzt worden. Dabei ist im Wesentlichen zwischen zwei Pflugfirmen hier in dieser Region zu unterscheiden, wie mir Tino Fehse erklärte: Eberhardt und Sack, weswegen die Fachleute in der IG von der „Eberhard-Karre“ und der „Sack-Karre“ unterscheiden – gemeint sind die Pflüge der beiden Firmen.

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Ein Pflugmodell – vorne die beiden Griffe zum Lenken.

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Das scharfe Pflugmesser

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Noch ein Pflugmodell

Ein Pflug besteht aus zwei Teilen: einmal das Fahrgestell mit zwei Metallrädern, und zum anderen der eigentliche Pflug, also das schräggestellte große Messer, das in den Boden eindringt. Beide Teile werden einfach durch einen Haken verbunden, eine Zwischenkette stabilisiert.

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Hier werden die vielen Pflüge schon wieder eingeladen.

Hinter den Pferden hängt der „Ortscheit“, dieser Holzbalken mit Kette, so wird er hier in der Gegend zumindest genannt, wie mir Tino Frehse erklärte, oder allgemein die „Bracke“. Das Pfluggestell wird dann einfach in einen Ring der Bracke eingehängt und nach Arbeitsende wieder ausgehängt. Solche Bracken hängen heutzutage ja an vielen alten Bauernhäusern als Dekoration. Auch ich habe so ein Teil an meinem Haus hängen.

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Hier sieht man einen Ortscheit für ein Doppelgespann.

Dann wird das Pferdegespann an das Feld gelenkt. Im Falle des Schaupflügens wurde das Pflügen generell von zwei Personen durchgeführt: die eine Person lenkte die Pferde und die zweite Person hielt die beiden Griffe des Pflugs und lenkte ihn. Normalerweise kann das aber auch eine Person alleine machen, wenn die Pferde entsprechend trainiert sind und ihre Arbeit kennen.

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Dieses Pferd hat seine Arbeit getan und freut sich auf den Feierabend.

Ich durfte eine Furche lang einmal den Pflug lenken. Das war eine interessante Erfahrung. Man muss aufpassen, dass das Pflugmesser nicht zu weit von der danebenliegenden Furche abweicht, und man muss aufpassen, dass die mittlere Eisenstange des Pflugs auch immer schön in der dafür vorgesehenen Rille des Fahrgestells bleibt und nicht rausrutscht. Drücken muss man gar nicht, nur die beiden Griffe des Pflugs und damit das Pflugmesser gerade halten. Es ist so eine Art Jonglieren, denn das Pflugmesser schneidet ja schräg in den Boden hinein.

Ja, das hört sich einfach an, als ob es gar keine Kraft kostet. Aber ich war doch ganz schön außer Atem gekommen, man braucht schon ein bisschen Kondition, erst recht, wenn ein ganzer Acker gepflügt werden soll!

Mein Großvater hat ja noch seine Felder mit dem einen Pferd, das er hatte, tatsächlich auf diese Weise gepflügt.

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Ab geht’s nach Hause in den Stall!

Die IG Zugpferde macht auch Jugendarbeit und will Jugendliche an die Arbeit mit Zugpferden heranführen. Es gibt auch Pflügewettbewerbe (vorlagen_pfluegen).

Alle zwei Jahre findet in Detmold die Messe „Pferde Stark“ statt, die Arbeitspferde vorführt, vermittelt und Kontakte ermöglicht.

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Ein schöner Pferdeschwanz – die Tiere werden allesamt gut gepflegt.

Ungefähr 50 Interessenten gleichzeitig schauten den nicht alltäglichen stundenlangen Pflügearbeiten zu, am Mittag kamen noch weitere dazu. Mit selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und Tee, Bratwurst und Pommes wurden die Gäste gut versorgt. Angeboten wurden auch ökologisch erzeugte Lebensmittel oder gestrickte Kissen. Das Wetter war schön, nicht zu kalt und nicht zu warm.

 

Nächstes Mal zum Schaupflügen unbedingt kommen, erst recht, wenn ihr Kinder habt!

Die SoLaWi lud um 13.00 Uhr zu einer Besichtigung der Hofanlage ein. Dazu ein gesonderter Beitrag.

 

 

Regiobranding Wendland/Griese Gegend

Dömitz.
Bereits seit 2015 untersucht ein Forschungsprojekt mit der Bezeichnung „Regiobranding“ der Leibniz Universität Hannover die Wahrnehmung der Kulturlandschaften „Wendland“ = Landkreis Lüchow-Dannenberg und „Griese Gegend“ = Teil vom Landkreis Ludwigslust-Parchim durch die Bevölkerung, um anschließend daraus einen Nutzen für die Verbesserung des öffentlichen Interesses für diese Regionen ziehen und Voraussetzungen für eine weiterführende touristische Vermarktung schaffen zu können.

Die beiden Landkreise grenzen im Nordosten Niedersachsens bzw. im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns aneinander, waren aber bis 1989 durch den „Eisernen Vorhang“ voneinander getrennt. Die Bevölkerung der beiden Landkreise entwickelte sich über eine Menschengeneration getrennt unter verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedingungen. Verbindendes Element zwischen beiden Landkreisen war und ist aber die Elbe mit ihren teilweise kilometerbreiten Auen, den Überschwemmungsfeldern links und rechts des viertgrößten deutschen Flusses. Die Landschaft dort ist Teil des Urstromtals der Elbe.

Ich bin im Wendland geboren und in einer Zeit aufgewachsen, in der die beiden deutschen Staaten getrennt waren. Für unsere Generation war die Welt hinter der Elbe unerreichbar. Oft standen wir am Ufer in Hitzacker und starrten hinüber. Weit hinten konnte man einige Häuser sehen, Menschen aber nie. Nur die Patrouillenboote des DDR-Grenzschutzes mit ihrer Besatzung sahen wir vorbeifahren.

Gestern am Donnerstag aber bin ich von Hitzacker aus mit dem Auto an der Elbe entlang gefahren.

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Elbufer bei Wussegel.

Über Wussegel kam ich nach Dannenberg und bog nach links Richtung Dömitz ab. Bald schon sah ich die große Dömitzer Brücke über die Elbe – und dann fuhr ich hinüber und entdeckte auf der anderen Seite das große braune Schild: An dieser Stelle waren Deutschland und ganz Europa bis 1989 getrennt.

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Zum Gedenken: Hier waren Deutschland und Europa bis zum 7. Dezember 1989 um 10:00 Uhr geteilt

Bis 1989 war Deutschland hier zu Ende, aus Sicht Westdeutschlands und aus Sicht Ostdeutschlands.

Aber jetzt fuhren auf der Elbe keine Patrouillenboote, sondern große Frachtschiffe. Und Deutschland war hier nicht mehr zu Ende.

 

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Rückblick zur Dömitzer Brücke. Darunter fließt die Elbe.

Und schon wenige hundert Meter hinter der Brücke ging es rechts nach Dömitz. Ich war jetzt in der „Griesen Gegend“. So wird der Teil des Landkreises Ludwigslust-Parchim nahe der Elbe seit Jahrhunderten genannt. Ich allerdings hatte noch nie etwas von der „Griesen Gegend“ gehört. Für mich war der Begriff völlig neu.

Ins Dömitzer Alte Rathaus hatte der Silberfuchs-Verlag zu einem Kreativ-Workshop als Auftakt-Workshop von insgesamt vier geplanten Arbeitskreisen eingeladen. Der Silberfuchs-Verlag, ansässig im Landkreis Ludwigslust-Parchim und spezialisiert auf Wissensvermittlung über Medien, hat die Aufgabe übernommen, für das Projekt „Regiobranding“ ein multimediales  Internet-Portal einzurichten. Bis Ende 2018 sollen auf der Wissens-Plattform Geschichten, Videos, Fotos, Interviews über die Geschichte der beiden Kulturlandschaften, deren Natur, Menschen, Tiere, Siedlungsformen, Traditionen, Sagen und Siedlungsformen abrufbar sein.

Viele Wissenschaftler nicht nur der Leibniz Universität Hannover, sondern auch der Universität Hamburg und der Universität Greifswald haben sich im Rahmen des Projekts mit Kultur, Geschichte und Natur der beiden benachbarten Landstriche auseinandergesetzt, Dissertationen wurden geschrieben, Datenbanken mit Forschungsberichten gefüttert. Nun aber sollten die wissenschaftlichen Ergebnisse durch das Wissen der in der Region lebenden Menschen ergänzt und abgerundet werden. „Citizen Science“ nennt sich das in der Sprache der Wissenschaft: also das Wissen der Bürger nutzen. Wissenschaft einerseits für die Wissenschaftler, das Vermitteln von erlebtem Wissen in lebendiger Form für interessierte Bürger andererseits – deshalb berücksichtigt das Projekt beide Seiten.

Finanziert wird das gesamte Projekt, also auch die Tätigkeit des Silberfuchs-Verlags als Editor des Portals, durch Bundesmittel, bereitgestellt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Im Konferenzsaal des Rathauses hatten sich von beiden Landkreisen etwa dreißig Teilnehmer zusammengefunden.

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Blick in den Sitzungssal mit ca. 30 Teilnehmenden. Rechts hinten Corinna Hesse und Antje Hinz vom Silberfuchs-Verlag als Moderatorinnen des Workshops.

Nach einer kurzen Ansprache vom Dömitzer Bürgermeister Bode übernahm Corinna Hesse, Mitinhaberin des Silberfuchs-Verlags, die Moderation des Workshops, unterstützt durch ihre  Verlagspartnerin Antje Hinz.

Von den beiden Landkreisen waren Weiterlesen

Bioabfall rein – Eier raus

Die Stadt Colmar im Elsass in Frankreich hat eine gute Idee zur Lösung des immer größer werdenden Müllproblems umgesetzt:

Sie verschenkt nämlich seit 2015 paarweise – weibliche – Hühner, damit ein Huhn alleine nicht so einsam ist. Damit soll eine Reduzierung des Bioabfalls erreicht werden, die Stadt muss weniger Bioabfall verbrennen und spart somit Steuergelder. Und der Vorteil für die Huhnbesitzer ist, dass sie eben statt des Biomülls nunmehr frische Eier zur Verfügung haben.

Die Hennen sollen bei den beschenkten Bürgern den dort angefallenen Biomüll – genauer gesagt: den Teil Küchenabfälle – fressen. Inzwischen wurden schon mehr als 1.000 Hühner adoptiert. Der Biomüll wie  Essensreste, altes Brot oder Eierschalen wird den Hühnern als Fressen vorgesetzt. Denn Hühner sind ebenso wie Schweine Allesfresser. Rohe Kartoffelschalen fressen die Hühner aber nicht, Schokolade sollte man ihnen auch nicht anbieten, und rohes Fleisch auch nicht. Rund 100 Tonnen Biomüll sollen die 1.000 Hennen wohl inzwischen gefressen haben – eine große Menge, die von den Abfallbetrieben eben weniger zu entsorgen ist.

Wer Hühner zu sich nimmt, muss für zwei Jahre garantieren, sie nicht selbst zu verzehren. Dafür gibt es auch unangekündigte Kontrollen von der Gemeinde. Nach dieser Zeit aber gehören die Hühner den Besitzern ohne Kontrollen. Wer Hühner adoptieren will, muss ein Adoptionszertifikat unterschreiben, in dem die neuen Besitzer sich verpflichten, gut für die Tiere zu sorgen.

Der Deutsche Tierschutzbund meint, dass eine Ernährung für Hühner ausschließlich von Abfällen nicht gut für die Tiere sei und empfiehlt daher zusätzliches Hühnerfutter.

Diese Information habe ich im Weser-Kurier vom 6. März 2018 gefunden.

Warum ich diesen Beitrag hier im Wendland Blog veröffentliche? Na, wär doch auch für hier eine gute Idee. Platz ist ja wohl bei den meisten da. Man könnte die Idee auch auf Schafe erweitern. Schafhalter verleihen ihre Schafe, die dafür die Grasflächen abfressen. Wäre auch eine Vernettung des Landschaftsbildes – lauter Schafe auf den Grünflächen, da freuen sich mindestens die Touristen. Kühe auf den Weiden kann man ja schon gar nicht mehr sehen- ein Tourismus-Nachteil.

 

 

Meine Haustiere

Ich mag Tiere, insbesondere Katzen, Hunde, hoffentlich: freilebende Vögel, Pferde, Elefanten, … und viele andere. Derzeit kann und will ich aus beruflichen Gründen keine Haustiere halten.

Das interessiert allerdings nicht alle Tiere. Sie wohnen einfach trotzdem in meinem alten Bauernhaus. Da gibt es nämlich Zwischendecken und Zwischenwände. Vor die ursprünglichen Mauern haben Vorbesitzer Platten aus Regips oder Fermacell gesetzt, und dahinter ist wohl viel Platz. Auch zwischen der ursprünglichen Decke aus Lehm- und Strohgemisch und der künstlich abgehängten Decke. Auch habe ich einen Dachboden.

Nachts höre ich zum Beispiel über mir einen Marder. Was der wohl alles so anstellt? In der ersten Nacht im Haus wurde ich von schwerem Gepolter über mir wach, es hörte sich so an wie schwere Schritte von einem Menschen. Ich dachte schon daran, die Polizei zu rufen. Bis mir einfiel, dass Nachbarn mir erzählt hatten, hier gäbe es viele Waschbären. Und außerdem Marder. Da wollte ich als Stadtmensch mir nicht die Blöße geben und mich bei der Polizei blamieren … Eine Freundin von mir hatte auch einmal einen Marder über sich auf dem Dachboden und rief tatsächlich in Gedanken an einen Einbrecher einen Streifenwagen herbei, der auch erschien. Die Beamten hörten sich kurz die Geräusche an und verwiesen dann darauf, dass in der Gegend viele Marder lebten.

Daraufhin versuchte sie, den Marder durch allerlei Aktivitäten loszuwerden: sie stellte ein laufendes Kofferradio auf den Boden. Sie verstreute auf dem Dachboden Waschpulver, und das mag der Marder nicht an seinen Pfoten haben. Sie hängte parfümierte Stofffetzen auf und installierte eine brennende Lampe. Licht mag der Marder auch nicht. Da war er bald verschwunden.

Diese Maßnahmen muss ich wohl auch ergreifen. Denn es poltert und rumpelt nachts stundenlang über mir – als wenn er den ganzen Dachboden umräumt. Ich kann dabei einfach nicht schlafen. Da ist mir die Nachbarin in meiner Stadtwohnung über mir ja noch lieber, wenn sie nachts mit ihren Stöckelschuhen hin und her läuft.

Aber andererseits haben auch Mäuslein bemerkt, dass ich nicht immer da bin, und trauen sich immer mehr. Und Marder mögen doch Mäuse. Ich meine, zum Fressen… Ist es da nicht besser, den Marder zu behalten?

Einmal bin ich ihm spätabends im Garten begegnet. Da wusste ich noch nichts von dem Marder, das war ganz am Anfang hier. Ein Tier in der Größe einer Katze ging im Dunkeln ganz gemächlich an mir vorbei und schaute mich im Vorbeigehen lässig an.

Es hatte um die Augen etwas Schwarzes, das sah aus wie eine Augenbinde, so wie bei den „Panzerknackern“ in den Micky-Maus-Heften. Ich sagte noch zu dem seltsamen Tier: „Nanu, wer bist du denn?“ Denn ich kannte so ein Tier bisher nicht, und eine Katze war es definitiv nicht. Neulich habe ich ein Foto von einem Marder gesehen, und jetzt weiß ich: das Tier war ein Marder.

Außer Mäuslein, die nachts geschäftig in den Zwischenräumen hin und her trappeln, und einem Marder habe ich auch noch diverse Spinnen, Weberknechte, im Sommer Fliegen und Gelsen im Haus. Außerdem laufen manchmal Ameisen in einer Polonaise über meinen Küchenschrank. An den Schornstein konnte kürzlich der Schornsteinfeger nicht heran, weil in ihm ein Wespennest hing. Im letzten Jahr habe ich Werbeplakate für eine Wanderausstellung gesehen, in der Insekten gegen Eintrittsgeld ausgestellt wurden. Ich dachte noch, hmmh, das könnte ich eigentlich auch machen …

Letzten Sommer guckte ich zufällig von einem Dachbodenfenster auf den Garten hinter meinem Haus – und entdeckte ein großes Erdloch.

Oh Gott, dachte ich, jetzt klauen sie mir schon auf meinem Grundstück Pflanzen. Denn es sah auf den ersten Blick so aus, als ob jemand eine größere Pflanze mit ihrem Erdballen ausgegraben hatte, so groß war das Loch.

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Aus der Unterwelt …

 

Ich ging nach unten und sah mir das Loch aus der Nähe an. Nein, es fehlte keine Pflanze. Jemand hatte das Loch von innen heraus gegraben, es waren Kratzspuren am Lochrand zu sehen, und in die Erde eingesenkte Tatzenspuren, die von dem Loch wegführten. Welches Tier mochte das gewesen sein? Ich kannte mich einfach zu wenig in der Welt der auf dem Land lebenden Tiere aus. Vielleicht war es ja auch ein Fabelwesen, das aus der Unterwelt ans Licht gekommen ist? Ich verstand jedenfalls beim Anblick des Lochs, wie solche Märchen und Fantasy-Geschichten entstehen können.

Im letzten Mai fand ich in meiner Hecke einige große braune Maikäfer vor. Die hatte ich wohl seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen.

Mir fällt ein, dass ich doch einige Tiere nicht mag: nämlich die Nacktschnecken. Die mögen meinen Garten leider gern, wenn es so richtig schön feucht ist, nach einem Regen zum Beispiel.

Im Herbst kam mir beim Umgraben der Erde plötzlich eine erdfarbene Kröte entgegen. Sie war wirklich in der Erde vergraben und wurde durch meine Aktivitäten aus dem Schlaf gerissen und hüpfte davon. Man konnte sie kaum erkennen, weil ihre Tarnfarbe mit der Erdfarbe fast identisch war.

Bei mir gibt es auch mehrere sehr arbeitsame Maulwürfe. Sie arbeiten wirklich schwer daran, die vielen großen Erdhaufen auf meinem Rasen aufzuwerfen. Sie sind auch ziemlich neugierig. Kaum habe ich neue Pflanzen eingegraben oder Blumenzwiebeln gesetzt, müssen die Maulwürfe auch schon wieder nachsehen, was es da Neues gibt.

Außer den Maulwürfen habe ich noch andere Mitbewohner, die mir helfen, den Garten umzugraben. Zum Beispiel die Regenwürmer.

Genau unter dem Platz im Garten, den ich mir für meine Sitzgruppe ausgesucht hatte, haben sich Wühlmäuse ihr unterirdisches Labyrinth angelegt. Manchmal kommt es vor, dass ein Bein des Gartenstuhls, auf dem ich gerade sitze, durch die dünne Oberfläche eines Hohlgangs bricht, und unversehens liege ich auf dem Rasen. Muss ich auch ausgerechnet meinen Sitzplatz dort einrichten?

Im Sommer hüpfen manchmal winzig kleine Fröschlein zwischen den Pflanzen herum. Und dann gibt es natürlich Schmetterlinge und Libellen und Bienen und Wespen und manchmal Hornissen. Und Marienkäfer.

Und viele verschiedene Vögel. Darunter ein Ortolan, das ist ein ziemlich seltener Vogel. Die Vögel füttere ich im Winter mit Sonnenblumenkernen. Die mögen sie aber auch im Spätsommer, wenn meine Sonnenblumen hochgewachsen sind. Außerdem picken sie gern an meinen Beeren herum. Das finde ich jetzt nicht so nett.

Kaum sind ein paar Him- oder Erdbeeren reif zum Pflücken, haben die Vögel die auch schon entdeckt. Da gibt es dann immer einen Wettlauf: wer ist schneller, die nächste reif gewordene Beere zu kriegen?

Meine Äpfel mögen sie auch. Es gibt Vogelnetze, die könnte ich über die Bäume und Sträucher hängen. Aber ein solches Netz hing noch von den Vorbesitzern über dem Pfirsichbaum, und als ich das Netz abnahm, entdeckte ich darin einen toten, halb verwesten Vogel. Er hatte sich im Netz verheddert und war elendig verhungert…. Das möchte ich nicht, darum: keine Netze. Wir teilen uns die Ernte, und wer schneller ist, bekommt eben mehr ab.

Wie heißt doch das Sprichwort: „Früher Vogel fängt den Wurm“!?!

Wildblumen gegen Insektensterben

In manchen Dörfern im Landkreis sieht es aus wie in der Vorstadt einer Großstadt: Rasen, kurz wie mit der Nagelschere geschnitten. Die alten Bauernhäuser werden liebevoll restauriert und herausgeputzt, aber davor dann glattrasierter Rasen – das passt doch nicht zusammen. Zu alten Bauernhäusern gehört kein englischer Rasen. Außerdem hat das übermäßige Mähen von Grasflächen dazu geführt, dass Insekten, darunter insbesondere die Bienen, nicht mehr genug Nahrung finden. Die im Gras natürlicherweise mitwachsenden Wildblütenstände werden spätestens mit der letzten Mahd im Herbst abgemäht, sodass die Artenvielfalt allmählich verschwindet, da die Überwinterung der Bestände nicht gesichert ist.

Mancherorts findet man an Straßenrändern bereits absichtlich ausgesäte Wildblumenstreifen vor, so zum Beispiel an der Bundesstraße B 216 in der Nähe von Dahlenburg. Oder – an gleicher Stelle – absichtlich ausgepflanzten Ginster, dessen Blütenstände im Mai mit zu den ersten Nahrungsmitteln von Insekten zählen.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU), ein eingetragener gemeinnütziger Verein, zu dem Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen und Lokalpolitiker gehören, hat kürzlich in einer Sitzung im Alten Postamt in Lüchow  überlegt, wie man das Aussäen von Wildblumen fördern kann. Frau Renate Ortmanns-Möller informierte dabei in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Fachdienstes Regionale Entwicklungsprozesse des Landkreises über eine Veranstaltung der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen mit der Betitelung „Anlage von artenreichen Wildblumenwiesen“, die am 17.1.2018 in den Räumen des LandesSportBundes Niedersachsen in Hannover stattfand.

Die Bingo-Umweltstiftung stellt für die Anlage artenreicher Wildblumenwiesen  Fördermittel bereit, und die ANU diskutierte, wie diese Fördermittel sinnvoll eingesetzt werden könnten.

So könnten Privatbesitzer von Grünflächen nicht mehr die ganzen Flächen regelmäßig abmähen, wie bisher üblich, sondern könnten Teilflächen mit Wildblumenbestand stehen lassen, zum Beispiel kreisförmige Flächen. Das sieht dann doch nett aus. Man könnte ja auch phantasievolle Muster mähen, zum Beispiel die Wendlandsonne als Wildblumenfeld 🙂 Weiterlesen

Schneeglöckchen am Waldrand

Schneeglöckchen sind die ersten Frühlingsboten. Schneeglöckchen in der Natur sind selten geworden, sind besonders gefährdet und stehen unter Naturschutz, twittert der Nabu.

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Am Waldrand gegenüber meines Hauses hat sich ein Schneeglöckchen aus dem Laub des Vorherbstes hervorgekämpft. Eine starke Persönlichkeit!

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