Erntezeit

8.6.2018
Heute Morgen ging ich in den Garten – und da fielen mir die vielen roten Flecken im Blumenbeet auf. Ich habe nämlich zwischen den Blumen Erdbeerpflanzen, und nun zeigten diese viele rote Früchte. Seht mal: so viele konnte ich heute Morgen pflücken!

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Es reicht immerhin für ein Erdbeertörtchen heute Nachmittag zum Kaffee. Die Beeren sind zwar etwas klein … ich hätte sie wohl düngen müssen. Naja, nächstes Mal.

Später ging ich an meinen Johannisbeersträuchern vorbei – und auch hier leuchtete es rot zwischen den Zweigen und Blättern. Schnell holte ich eine Schüssel und pflückte die Beeren ab. Es machte zwar etwas mehr Mühe als mal eben im Supermarkt eine Schale Johannisbeeren in den Einkaufswagen zu legen, und mein Rücken sagte auch nach einiger Zeit „Jetzt is‘ aber gut…!“ zu mir – aber: selbstgemacht! DIY! Die Mühen meiner Arbeit mit Pflanzen kaufen, Erde kaufen, Pflanzen einpflanzen, gießen, gießen, gießen wurden belohnt – mein Return on Investment!

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Und dann sah ich mir meine Kirschbäume etwas genauer an – und auch hier rote Kleckse zwischen den Blättern und Zweigen! Schnell einen Topf geholt, bevor die Stare alles wegpicken. Einen ganzen Topf voll habe ich gepflückt, nur von den unteren Zweigen.

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Nach dem Abwaschen der Kirschen habe ich mich auf meine Bank gelegt und eine Kirsche nach der anderen gegessen. Quasi wie im Schlaraffenland. Zuerst habe ich die Kirschkerne achtlos hierhin und dahin geworfen.

Dann kam mir jedoch eine Geschäftsidee. Es gibt doch diese Kirschkernkissen, die man auch in Apotheken oder Drogerien kaufen kann. Man legt sie bei Ohren- oder Bauchschmerzen in den Ofen oder Herd, damit sie heiß werden, und dann an die Ohren oder auf den Bauch, damit die Schmerzen gelindert werden.

So kam ich auf die Idee, die Kirschkerne nicht mehr wegzuwerfen, sondern sie zu sammeln. Ich würde dann aus Stoffresten kleine Kissen nähen und die gewaschenen und getrockneten Kirschkerne einfüllen.

Die fertigen Kirschkernkissen würde ich dann auf dem Kiekemarkt in Trebel oder auf der Kulturellen Landpartie für zum Beispiel drei Euro pro Stück verkaufen. Bei zehn Stück Absatz hätte ich dann schon dreißig Euro, und bei 100 Stück Absatz dreihundert Euro. Bei tausend verkauften Kirschkernkissen kämen dann schon dreitausend Euro zusammen!

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber in meinem Leben waren immer kleine gehörte oder gelesene Sätze ganz wichtig, um etwas bei mir zu ändern oder mich zu etwas zu veranlassen.

Als ich siebzehn war, schickten meine Eltern mich zum Istituto Cervantes, damit ich neben den Fremdsprachen in der Schule auch noch Spanisch lerne. Die erste Lektion der ersten Unterrichtsstunde war mit „Con algo hai que empezar“ überschrieben, das heißt auf Deutsch: „Mit etwas muss man anfangen!“. Ich bin dann zwar nach der ersten Stunde nicht mehr weiter zu diesem Kurs gegangen, weil ich mich durch meine Eltern fremdbestimmt fühlte und im Kurs – aus meiner Sicht damals – nur lauter alte Leute saßen, und ich deshalb kein Spanisch gelernt habe, aber diesen ersten Satz habe ich behalten und fand ihn wichtig.

Später habe ich Chinesisch gelernt, und im Chinesischen gibt es einen ähnlichen Spruch: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“. Beide Sprichwörter haben mich oft im Leben geleitet, und so auch jetzt.

Die ersten Kirschkerne habe ich schon gewaschen. Jetzt werden sie getrocknet – ausreichend Sonne dafür ist ja zurzeit da. Und dann habe ich schon mal den Anfang für ein Kirschkernkissen.

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Ich sticke dann noch auf die eine Seite vom Kirschkernkissenbezug eine Wendlandsonne und bewerbe die Kissen dann zum Beispiel so:

Kirschkernkissen aus dem Wendland
Kirschkerne von original regionalen Kirschen aus dem Wendland
selbst ausgespuckt
handverlesen
handgewaschen
unter der Wendlandsonne naturgetrocknet.

😉

Nachwuchs II: Man sieht es schon!

Jetzt endlich ist das Kleine im Nistkasten groß genug, um mit dem Kopf aus dem Flugloch gucken zu können.

 

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Neugierig streckt das Vögelchen seinen Kopf hinaus und staunt die Welt da draußen an.  Und wartet auf die Eltern: wann kommen sie nach Hause, wann gibt es Futter?

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Da kommt schon die Mama mit einem neuen Wurm im Schnabel. Nun braucht sie nicht mehr ins Haus zu fliegen. Sie stoppt kurz mit den Krallen auf der kurzen Sitzstange vor dem Einflugloch und gibt die Nahrung ab und fliegt wieder davon.

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Ebenso macht es ihr Mann: ranfliegen, kurz aufsetzen, abgeben und wieder weg.

Das Vögelchen drinnen traut sich immer mehr und zwängt sich zum Flugloch raus. Hoffentlich fällt es nicht runter! Es sieht fast so aus, als ob zwei Drittel des Körpers schon draußen sind und der Vogel gleich das Gleichgewicht verlieren wird.

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Aber dann – fällt es nach innen und schaut bald wieder mit dem Köpfchen nach draußen.

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Nachwuchs I

26. Mai 2018.
Ich sitze im Garten beim Frühstück und sehe mir eine Life-Dokumentation über ein Kohlmeisenpaar an.

An der Eiche in Blickrichtung hängt ein Nistkasten, den ich vor drei Jahren auf dem Flohmarkt in Gartow von einem Hobby-Tischler aus Laase gekauft hatte.
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Ein Kohlmeisenpaar hat das Vogelhaus besetzt und offenbar eine Familie gegründet. Dem Verhalten der beiden Kohlmeisen nach haben sie im Nistkasten ein Nest gebaut, und darin lebt wohl schon Nachwuchs. Geschäftig fliegen die beiden Eltern hin und her, denn auch für den Nachwuchs ist Frühstückszeit.

Einen halben Meter vor mir kommt Frau Kohlmeise eingeflogen und setzt sich erstmal auf den Ast einer Spiere, mit einem winzigen Wurm in der Schnabelspitze, und wartet, bis Herr Kohlmeise wieder aus dem Einflugloch herausfliegt. Sofort nachdem er das Haus verlassen hat, fliegt Frau Kohlmeise hinüber und ist schwups im Loch verschwunden. Keine drei Sekunden, und sie fliegt wieder hinaus.

Ihr Mann sitzt inzwischen auch schon wieder in Warteposition auf einem Baum, mit einem Insekt im Schnabel. Schnell rein damit ins Einflugloch, und auch er ist blitzschnell wieder draußen.

So geht es die ganze Zeit: warten, bis das enge Haus wieder frei ist, reinfliegen, Futter abgeben, rausfliegen, neues Futter suchen, warten, reinfliegen, füttern, raus …rein …raus …rein. Dass ich so nahe dran sitze, stört die beiden Kohlmeisen überhaupt nicht. Entweder finden sie mich harmlos, oder sie blenden die Gefahr aus.

Wenn beide gleichzeitig draußen sind und auf der Suche nach Futter umherfliegen, erscheint manchmal etwas Lebendiges hinter dem Einflugloch, ganz kurz nur zeigt es sich. Hin und wieder sehe ich einen winzigen sperrangelweit aufgesperrten Schnabel.

Wieviel Würmchen und Insekten dafür wohl nötig sind? Herr und Frau Kohlmeise können jedenfalls erstmal längere Zeit nicht daran denken, etwas gemeinsam zu unternehmen. Der Nachwuchs geht vor.

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Wer wohnt wohl hierdrin?

Heute ist der erste Weltbienentag!

Die UN hat Ende letzten Jahres den 20. Mai 2018 als ersten Weltbienentag bestimmt, der in der Folge jährlich als Informationstag auf die Bestäubungsleistung der Bienen und besonders der Wildbienen und auf deren Gefährdung aufmerksam machen soll.

Viele Veranstaltungen und Maßnahmen untestreichen die Bedeutung dieses neuen Umweltschutztages.

So hat z.B. der Discounter PENNY in Langenhagen alle Produkte, die irgendwie mit der Bestäubungsleistung von Bienen zusammenhängen, aus den Regalen geräumt, vom Apfel bis zu Baumwollsocken, in der Absicht, Kunden für die Leistung von Bienen zu sensibilisieren und vor Augen zu führen, was fehlen würde, gäbe es die Bienen nicht.

Die UN folgte einem Antrag slowenischer Imker.

WikiLovesEarth: der Fotowettbewerb rund um den Naturschutz

In der Zeit vom 1. bis 31. Mai 2018 sind Fotografierfreudige von Wikipedia aufgerufen, Fotos zum Thema „Naturschutzgebiete aller Art“ einzureichen, um an einem Wettbewerb teilzunehmen, in dem eine Jury die besten Bilder auswählt.

Das Ziel des Wettbewerbs ist, die Vielfalt der Natur zu dokumentieren. Alle eingereichten Fotos werden in der Online-Multimediabibliothek „Wikimedia Commons“ hochgeladen und stehen anschließend allen Nutzern lizenzfrei zur Verfügung.

Im Fokus stehen Biosphärenreservate, Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, Landschaftssschutzgebiete, Naturerlebnisräume, Naturparks und Ähnliches.

Nähere Informationen hier.

 

Frühling im Wendland

Wendland, 30. April 2018.
Im Frühling ist es überall schön. Aber eben auch im Wendland!

Seht einmal, diese Fotos habe ich gestern gemacht:

Auslage eines Blumengeschäfts in Lüchow:

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Flieder überm Zaun:

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Ranunkelstrauch in Bösel:

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Wie heißt noch mal diese Blume? … Fleischblume oder Silbertaler?:

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Blüten einer Wisteria entfalten sich an einem Stamm:

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Magnolienblüten:

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Gelbe Tulpen an der Bushaltestelle:

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Blick in den Himmel durch einen weiß blühenden Kastanienbaum:

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Rhododendronblüten vor einem Haus in Lüchow:

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Rispenspiere in meinem Garten:

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Noch ein Ranunkelstrauch vor einem Haus in Bösel:

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Weißer und lila Flieder:

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Blick in einen Kastanienbaum:

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Ein blühender Apfelbaum Teil I:

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Teil II:

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Und hier der Clou: eine Wiese bei Reddebeitz, über und über mit Löwenzahn bedeckt:

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Noch mal die gleiche Wiese aus anderem Blickwinkel:

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Eine meiner Lieblingsblumen – Löwenzahn:

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KARL – der digitale Assistent zur Förderung ökologischen Verhaltens

Schon seit einigen Jahren tragen gesundheitsbewusste Menschen ein Armband mit einem Messgerät, das ähnlich wie eine Armbanduhr aussieht. Diese Messgeräte sind mit einer App ausgestattet, die verschiedene Daten erfasst und anzeigt. Je nach Modell werden die Schritte beim Jogging gezählt, der abgelegte Kilometerstand angezeigt, die verbrauchten Kalorien gemeldet oder die Dauer und Qualität des Schlafes erfasst sowie weitere Körperfunktionen wie die Herzfrequenz gemessen. Diese Messgeräte dienen der „Selbstoptimierung“, das heißt, die Menschen mit diesen Armbändern möchten sich selbst, ihre Gesundheit und ihren Körper, „optimieren“, das Beste aus sich selbst herausholen bei gleichzeitiger Beachtung der persönlichen Grenzen. Eigentlich ist es das wirtschaftliche Prinzip der Effizienz, um das es geht. Dafür kontrollieren sie sich beständig.

Nun haben Wissenschaftler der Universität Bremen ein Gerät entwickelt, das über die Selbstbetrachtung hinausgeht: hier geht es um Umweltschutz, um umweltfreundliches Verhalten der einzelnen Menschen. Viele Menschen haben die Notwendigkeit einer umweltfreundlicheren Verhaltensweise bei sich erkannt, möchten gerne dazu beitragen, die Umwelt nicht weiter zu schädigen. Aber in der Realität sieht es dann oft anders aus: wegen Zeitmangels fährt man denn doch mit dem Auto statt das Fahrrad zu nutzen, oder man isst doch schnell einen Hamburger im Imbiss, statt ökologisch wertvollere Lebensmittel zu kaufen und frisch zuzubereiten.

Wissenschaftler der Universität Bremen haben einen persönlichen digitalen Assistenten, einen sogenannten Chatbot, entwickelt, der den Konsumenten dabei unterstützen soll, sich umweltgerecht zu verhalten.

Jetzt wird’s wissenschaftlich: ein Chatbot ist ein Dialogsystem, das das Chatten einer Person – also den Dialog – mit einem technischen System erlaubt. Der Chatbot sammelt Datenmengen aufgrund des Verhaltens des Nutzers und lernt daraus als „selbstlernendes System“, sich den Bedürfnissen des Nutzers anzupassen. Der Chatbot lernt also quasi den Nutzer – sein „Herrchen“ 😉 – mit der Zeit kennen und wird ein Interaktionspartner.

Da es um Umweltschutz geht, wird dieser neu entwickelte Chatbot auch als „Ökobot“ bezeichnet und hat sogar einen Namen von den Wissenschaftlern bekommen: KARL. KARL soll dem Nutzer helfen, sich innerhalb seiner persönlichen Komfortzone nachhaltig zu verhalten und sendet daher zum Beispiel proaktive Nachrichten wie: „Das Wetter heute ist schön. Nimm doch das Fahrrad. Du wirst x Kalorien verbrauchen.“ Bei Kaufentscheidungen unterstützt KARL ebenfalls und verweist zum Beispiel beim Lebensmittelkauf auf regionale Produkte.

KARL ist am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft von zwei jungen wissenschaftlichen Mitarbeitern entwickelt worden und wurde schon mit Förderpreisen belohnt. Demnächst beginnt die Trainingsphase, in der KARL weiter entwickelt und verbessert werden soll.

Nähere Informationen hier.

 

 

 

Appell des BUND an die Bundesregierung: Bienenschutz

Jeder hat es wohl inzwischen mitbekommen, dass wir ein Bienensterben haben.

Der BUND hat einen Appell an die Bundesregierung gestartet, um Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Bienensterbens zu forcieren.

Wenn ihr euch beteiligen wollt und mehr Informationen braucht, ruft diese Seite auf.