Mammoißel – Redemoißel – Saggrian – Pudripp: Ortsnamen im Wendland

Die ursprünglichen Wenden, nach denen sich der Landkreis benennt, waren ein slawischer Stamm und haben die slawische Sprache „Polabisch“ gesprochen, das ist so ähnlich wie Polnisch. Genauer gesagt, hieß die Sprache „Draväno-Polabisch“. Der „Drawehn“ ist als Höhenzug ein Teil vom Wendland. Die letzte Wendländerin, die die Sprache noch aktiv gesprochen hat, ist im 18. Jahrhundert gestorben, im Jahr 1756. Heute beschäftigt sich ein Verein ein Wendland mit der Draväno-Polabischen Sprache.

Die slawische Sprache ist noch in vielen der Ortsnamen im Wendland zu erkennen. Ähnliche Namen gibt es oft im Brandenburgischen, wo die Sorben als ebenfalls slawischer Stamm gesiedelt haben.

Viele Ortsnamen im Wendland enden mit –tzen, z.B. Dommatzen, Dickfeitzen, Salderatzen. Dann gibt es noch häufig die Endung –itz: Kriwitz, Karmitz, Karwitz, Gülitz, Sipnitz, Schnadlitz, Pölitz. Oft kommt auch die Endung –ow vor: Lüchow, Wustrow, Prepow, Meetschow.

Bei vielen Ortsnamen ist aus der Endung –ow wohl im Laufe der Angleichung an die hochdeutsche Sprache ein –au geworden: Splietau, Schmarsau, Lüggau, Maddau.

Die erste Silbe „Lü-„ kommt auch häufig vor: chow, ggau, beln, bbow, sen, thenthien. Oder : sten, litz, nsche.

Und schließlich gibt es häufig die Buchstabenkombination tz, am Ende oder mitten im Wort: Middefeitz, Metzingen, Loitze, Mützen, Pretzetze.

Es kommt auch nicht selten vor, dass Ortsnamen fast gleichlautend sind, aber sich durch einen einzigen Buchstaben oder eine Buchstabenkombination wie „sch“ unterscheiden: Reddebeitz- Reddereitz; Reetze – Reitze; Schmardau – Schmarsau; Laase – Laasche; Karmitz – Karwitz; Katemin – Satemin; Klautze – Krautze; Nemitz – Neritz; Grabau – Grabow; Schnadlitz – Nadlitz; Dünsche – Künsche. Tja, bei diesen vielen Ortsgründungen vor vielen hundert Jahren gingen den Leuten wohl auch die Neuerfindungen von Namen langsam aus … da sind sie einfach auf die kreative Idee gekommen, Buchstaben auszutauschen.

Der Landkreis hat etwas mehr als 50.000 Einwohner, die sich aber auf über 220 verschiedene Ortschaften – von der Stadt über den Flecken bis zum Dorf – verteilen. 50.000 Einwohner, das ist ungefähr die Einwohnerzahl einer Mittelstadt. Man stelle sich einmal vor, eine Mittelstadt habe mehr als 220 verschiedene Stadtteile mit entsprechend vielen Namen. Im Abfallkalender mit den Abfuhrterminen der Zentraldeponie Woltersdorf beanspruchen die Ortsnamen gleich 19 DIN-A-4-Seiten.

Da muss die Post beim Briefeverteilen aber genau aufpassen! Sonst landet der Brief bei Schulz in Klautze statt bei Schulz in Krautze. Schulz ist hier nämlich auch ein sehr häufiger Familienname. Schulz ist ja ein Beruf: der Ortsvorsteher wurde in früheren Zeiten eben mit „Schulz“ oder „Dorfschulz“ benannt. Auch „Meier“ oder „Müller“ sind ja Nachnamen, die aus Berufsbezeichnungen entstanden. Warum es hier im Landkreis so viele mit Nachnamen „Schulz“ gibt, erkläre ich mir persönlich so: hier im Wendland gibt es ja mehr als 220 verschiedene Ortschaften, und wenn jeder Ort einen Vorsteher hatte, gab es eben entsprechend viele „Schulz“, während ein „Meier“ oder „Müller“ ja nicht in jedem Dorf sein musste. Das ist aber meine persönliche Erklärung, ich weiß nicht, ob das schon mal wissenschaftlich untersucht worden ist.

Zurück zu den Ortsnamen: Einige enden auch auf –leben: Gorleben, Marleben, Brandleben, Malsleben. Und einige auf –ien: Reddien, Lütenthien, Kacherien, Hohelvolkfien.

Gleich mehrere Ortsnamen und damit Orte gibt es als „Groß“ oder „Klein“: Groß Breese – Klein Breese; Groß Heide – Klein Heide; Groß Sachau – Klein Sachau; Groß Gaddau – Klein Gaddau; Groß Giusborn – Klein Gusborn; Groß Wittfeitzen – Klein Wittfeitzen; Großwitzeetze – Klein Witzeetze.

Ich fahre immer auf dem Weg nach Lüneburg durch „Schnadlitz“ durch. Ich freue mich immer, wenn ich das Ortsschild lese. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Schnad – litz. Ich find’s lustig. Da steht nur ein einziges Haus. Wirklich. Vielleicht gehören zu dem Ort noch weitere Häuser, aber sichtbar für Durchfahrer auf der Bundesstraße ist nur ein einziges.

Dann finde ich noch „Puttball“ interessant. Ich kenne das Dorf seit meiner Kindheit, weil ich immer, wenn ich meine Tante mit dem Fahrrad besucht habe, dort durchgefahren bin. Ich stellte mir damals schon immer ein Kleinkind vor, das gerade die Sprache erlernt, und dessen Ball kaputtgegangen ist: „putt – Ball“ sagt es.

Tolstefanz“ ist auch nicht schlecht. Den Ortsnamen hätte Tolkien nicht besser erfinden können. Oder „Teichlosen“: der Ort ohne Teich. Passt zu „Auenland“.

Es gibt aber auch ein „Kamerun“ im Wendland – nicht nur in Afrika!

Manche Leute wohnen in „Kröte“. Andere in „Pisselberg“, „Klöterhörn“ oder „Predöhlsau“.

Es fällt auch leicht, sich die vielen verschiedenen Namen mit Hilfe von Gedächtnistechniken über Assoziationen zu merken: Bei dem Ortsnamen „Schutschur“ muss ich immer an Karl May denken: „Der Schut“. Bei „Jiggel“ denke ich immer an das Verb „jiggeln“, das bedeutet – für mich – so viel wie Kichern. „Grippel“ merke ich mir wegen der Krankheit.

Bei „Guhreitzen“ fällt mir ein, nicht die Kuh zu reizen. „Mosebusch“ verknüpfe ich die Bibelgeschichten von Moses und Abraham (der mit dem Dornbusch). „Mützen“ sind für mich viele bunte Wintermützen. „Plumbohm“ der Pflaumenbaum. „Kloster“ ist einfach ein Kloster mit Nonnen oder Mönchen. Bei „Kremlin“ denke ich an die „Gremlins“, diese Filmbiester. Oder an den „Kreml“ in Moskau.

Bei „Kukate“ stelle ich mir einen Kuhstall vor = Kate mit einer Kuh. Bei „Lanze“ denke ich an die mittelalterliche Waffe, bei „Leisten“ an das Sprichwort mit dem Schuster. „Marlin“ verbinde ich mit dem Namen der großen Schwester in Astrid Lindgrens „Ferien auf Saltkrokan“.

Mehlfien“ ist für mich fein gemahlenes Mehl. Sich unter „Kapern“ Kapern vorzustellen, fällt nicht schwer. In „Katemin“ wohnt „meine Katze“. In „Fließau“ fließt der Fluss durch die Aue. Bei „Kähmen“ fällt mir das Kamener Kreuz auf der Autobahn durchs Ruhrgebiet ein. „Wittfeitzen“ ist für mich der weiße Weizen.

 

 

 

Spaghetti Carbonara bei Da Mario

Lüchow.
Gestern Abend habe ich mal wieder bei Mario in Lüchow Spaghetti Carbonara gegessen. Dazu ein Glas Chianti (getrunken).

Spaghetti Carbonara ist mein italienisches Lieblingsgericht. Ich probiere es in jedem Urlaub, jeder Stadt, in jedem Restaurant, und kann daher Vergleiche ziehen.

Es schmeckt irgendwie überall anders. Manchmal verwenden die Köche diesen Schinken, der aus Fleischresten zusammengeklebt wurde, den sogenannten Formschinken. Den finde ich ekelig. Aber bei Mario gibt es richtigen Schinken. Und die Spaghetti sind genau richtig – al dente. Spaghetti Carbonara bei Mario schmecken mir gut. Die Besonderheit ist, dass im Gericht Zwiebeln sind. Das kenne ich sonst eigentlich nicht. Das gehört auch nicht zum Originalrezept.

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Spaghetti Carbonara – hier schon von mir vermischt.

Mir gefällt die Einrichtung bei Mario. Liebevoll restaurierte alte Möbel machen den Charme des Restaurants aus. An den Wänden hängen geschmackvolle Bilder.

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Schöne, gepflegte alte Möbel.

 

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Blick auf den Tresen.

 

Da es kurz vor Ostern ist, ist jeder Tisch liebevoll österlich dekoriert, mit einem Papphasen und einem mit Bonbons gefüllten Körbchen sowie einer Kerze oder einem Windlicht.

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Italienische Schlager begleiten die Mahlzeit. Und natürlich die Gespräche der Mitarbeiter auf Italienisch. Manchmal kann ich sogar meine geringen Italienisch-Kenntnisse anbringen, dann freuen sie sich und ich mich auch, dass ich verstanden wurde.

Interessant ist auch, dass Mario offenbar alte Schreibmaschinen und Kaffeemühlen sammelt. Jedenfalls stehen mehrere Exemplare im Restaurant und verbreiten Nostalgie.

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Alte Schreibmaschinen und Kaffeemühlen dekorieren den Gastraum.

 

Im Sommer kann man auch in einem kleinen Garten neben dem Restaurant sitzen, gleich neben der Jeetzel.

Da Mario findet man in der Theodor-Körner-Straße neben der Brücke über die Jeetzel.

Außer Spaghetti Carbonara gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Gerichte. Die Speisekarte kann man online einsehen.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 11:30 bis 14:30 Uhr und 17:30 bis 23:00 Uhr.

 

 

Flohmarkt in Dannenberg

Dannenberg.
Die Saison geht wieder los. Gestern am Sonntag war der erste Flohmarkttermin in der Sommersaison, und er fand in Dannenberg auf dem Schützenplatz statt.

Am Morgen spürte man noch die eiskalte Nacht. Der Boden war noch immer gefroren, und die Scheiben meines Autos vereist. Die Felder und Wiesen waren von Rauhreif überzogen. Ich hatte mir eine dicke Strickjacke untergezogen und dicke Strümpfe in den Stiefeln.

Dann ging die Sonne auf – und es wurde das schönste Frühjahrswetter. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke zu sehen. Strickjacke und Socken brauchte ich nicht mehr.

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Das angekündigte schöne Wetter hatte zahlreiche Verkäufer angelockt. Neben mir war eine Frau sogar ganz aus Lüneburg gekommen. Auch das Publikum ließ sich an die frische Luft treiben.

Schön, dass es wieder das leckere Händler-Frühstück mit zwei krossen belegten Brötchen und einem Kaffee gab!

Was habe ich wieder so gefunden?? – Unter anderem einen Fahrradkindersitz aus Korbgeflecht, super gut erhalten, für meine 50er-Jahre-Sammlung. Und noch eine große alte Milchkanne aus Blech zur Dekoration. Und eine schöne Spitzentischdecke und eine Käseglocke aus Kristall. Dafür bin ich jetzt meine alte Posaune, eine rosafarbene Vase und zwei Gänse aus Messing und … los.

Einblicke in die Hofstelle der SoLaWi Volzendorf

Volzendorf.
Vergangenen Sonnabend bot die SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft)-Gruppe in Volzendorf einen Schautag an.

Um 13:00 Uhr konnten Interessierte eine Führung auf der Hofstelle der Kommune mitmachen. Vom Acker am Rand des Dorfes, den Zugpferde der IG Zugpferd Sachsen-Anhalt gepflügt und geeggt hatten (siehe auch Artikel über das Schaupflügen), gingen ungefähr 25 Gäste mit und ließen sich das Prinzip der SoLaWi erklären und das Arbeitsumfeld zeigen.

Die Kommune besteht aus 12 Erwachsenen, von denen sechs als Gärtner und Gärtnerinnen Gemüse wie verschiedene Kohlsorten, Kartoffeln, Mohrrüben, Erbsen, Bohnen usw. anbauen. Bei der Hofstelle, die von der Kommune bewohnt wird, handelt es sich um einen alten Bauernhof mit Hauptgebäuden und diversen Nebengebäuden.

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Die Hofstelle der SoLaWi Volzendorf.

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Interessiert hört die Besuchergruppe den Erläuterungen zu.

Einige der Bewohner-Innen wohnen in diversen Bauwagen auf dem Hof. Weiterlesen

Die Kapelle St. Petri in Volzendorf

Volzendorf.
Je mehr ich mich im Landkreis bewege, desto mehr Kirchen und Kapellen begegnen mir. Und sie sind sich alle irgendwie ähnlich: nämlich aus Feldsteinen gebaut und in späterer Zeit mit Ziegelsteinen weiter ausgebaut, auch oft mit neugotischen Elementen.

So auch die kleine St.-Petri-Kapelle in Volzendorf, die im 14. Jahrhundert als Eingang zum damaligen Rundlingsdorf errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert gab es in Volzendorf einen Großbrand, nach dem das Dorf nicht wieder in Form des Rundlings aufgebaut wurde. So steht die Kapelle heute mitten im Dorf.

Schaut euch einfach ein paar Fotos an:

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Schaupflügen der Interessengemeinschaft Zugpferde bei der Kooperative Landbau in Volzendorf

Volzendorf.
Am vergangenen Sonnabend war ich in Volzendorf, um dort beim Schaupflügen zuzusehen. Die Kooperative Landbau Volzendorf hatte für die Zeit von 10:00 bis 15:00 Uhr dazu eingeladen.

Ich zählte acht Pferdegespanne von je 2 Zugpferden, die mit Hilfe einer angehängten Bracke alte Pflüge, teilweise hundert Jahre alt, Furchen in ein ca. zweieinhalb Hektar großen Feldes der Solidarischen Landwirtschaft-Gruppe in Volzendorf zogen.

Zwei- bis drei Mal im Jahr veranstaltet die Kooperative Volzendorf mit der Interessengemeinschaft Zugpferde Sachsen-Anhalt einen Schaupflügetag. Dann kommen Mitglieder der IG Zugpferde und zeigen den interessierten Zuschauern, was Zugpferde leisten können. In diesem Fall: ein Feld pflügen und anschließend eggen. Die verschiedenen Doppelgespanne pflügen dann an verschiedenen Stellen des Feldes den Boden.

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Nach getaner Arbeit stehen die Mitglieder der IG Zugpferde und ihre Helfer noch ein wenig zusammen und schnacken.

Dieser Acker wurde bearbeitet:

 

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Fett und schwarz glänzt die Erde, nachdem sie aufgeworfen wurde. Bestimmt ein guter Boden.

Hier sieht man noch einmal eine Egge, die eingesetzt wurde:
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Der Acker – gepflügt und geeggt – jetzt schon etwas grau nach dem Trocknen geworden.

Ich sprach mit Tino Fehse, der sich zusammen mit seinem Bruder und seinem Sohn in der Landschaftspflege mit Zugpferden innerhalb der IG engagiert.

Die IG hält Pferde verschiedener Rassen, zum Beispiel Friesen, Rheinisch-Deutsches Kaltblut oder Bretonisches Kaltblut, und trainiert mit ihnen traditionelle Feld- und Waldarbeit. So lernen die Tiere nicht nur, einen Pflug zu ziehen, sondern auch Holz rücken im Wald, Eggen oder Heuwagen zu ziehen.

Die Pflüge, die beim Schaupflügen eingesetzt wurden, sind allesamt aus dem Schrott gerettet worden und wieder instandgesetzt worden. Dabei ist im Wesentlichen zwischen zwei Pflugfirmen hier in dieser Region zu unterscheiden, wie mir Tino Fehse erklärte: Eberhardt und Sack, weswegen die Fachleute in der IG von der „Eberhard-Karre“ und der „Sack-Karre“ unterscheiden – gemeint sind die Pflüge der beiden Firmen.

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Ein Pflugmodell – vorne die beiden Griffe zum Lenken.

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Das scharfe Pflugmesser

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Noch ein Pflugmodell

Ein Pflug besteht aus zwei Teilen: einmal das Fahrgestell mit zwei Metallrädern, und zum anderen der eigentliche Pflug, also das schräggestellte große Messer, das in den Boden eindringt. Beide Teile werden einfach durch einen Haken verbunden, eine Zwischenkette stabilisiert.

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Hier werden die vielen Pflüge schon wieder eingeladen.

Hinter den Pferden hängt der „Ortscheit“, dieser Holzbalken mit Kette, so wird er hier in der Gegend zumindest genannt, wie mir Tino Frehse erklärte, oder allgemein die „Bracke“. Das Pfluggestell wird dann einfach in einen Ring der Bracke eingehängt und nach Arbeitsende wieder ausgehängt. Solche Bracken hängen heutzutage ja an vielen alten Bauernhäusern als Dekoration. Auch ich habe so ein Teil an meinem Haus hängen.

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Hier sieht man einen Ortscheit für ein Doppelgespann.

Dann wird das Pferdegespann an das Feld gelenkt. Im Falle des Schaupflügens wurde das Pflügen generell von zwei Personen durchgeführt: die eine Person lenkte die Pferde und die zweite Person hielt die beiden Griffe des Pflugs und lenkte ihn. Normalerweise kann das aber auch eine Person alleine machen, wenn die Pferde entsprechend trainiert sind und ihre Arbeit kennen.

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Dieses Pferd hat seine Arbeit getan und freut sich auf den Feierabend.

Ich durfte eine Furche lang einmal den Pflug lenken. Das war eine interessante Erfahrung. Man muss aufpassen, dass das Pflugmesser nicht zu weit von der danebenliegenden Furche abweicht, und man muss aufpassen, dass die mittlere Eisenstange des Pflugs auch immer schön in der dafür vorgesehenen Rille des Fahrgestells bleibt und nicht rausrutscht. Drücken muss man gar nicht, nur die beiden Griffe des Pflugs und damit das Pflugmesser gerade halten. Es ist so eine Art Jonglieren, denn das Pflugmesser schneidet ja schräg in den Boden hinein.

Ja, das hört sich einfach an, als ob es gar keine Kraft kostet. Aber ich war doch ganz schön außer Atem gekommen, man braucht schon ein bisschen Kondition, erst recht, wenn ein ganzer Acker gepflügt werden soll!

Mein Großvater hat ja noch seine Felder mit dem einen Pferd, das er hatte, tatsächlich auf diese Weise gepflügt.

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Ab geht’s nach Hause in den Stall!

Die IG Zugpferde macht auch Jugendarbeit und will Jugendliche an die Arbeit mit Zugpferden heranführen. Es gibt auch Pflügewettbewerbe (vorlagen_pfluegen).

Alle zwei Jahre findet in Detmold die Messe „Pferde Stark“ statt, die Arbeitspferde vorführt, vermittelt und Kontakte ermöglicht.

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Ein schöner Pferdeschwanz – die Tiere werden allesamt gut gepflegt.

Ungefähr 50 Interessenten gleichzeitig schauten den nicht alltäglichen stundenlangen Pflügearbeiten zu, am Mittag kamen noch weitere dazu. Mit selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und Tee, Bratwurst und Pommes wurden die Gäste gut versorgt. Angeboten wurden auch ökologisch erzeugte Lebensmittel oder gestrickte Kissen. Das Wetter war schön, nicht zu kalt und nicht zu warm.

 

Nächstes Mal zum Schaupflügen unbedingt kommen, erst recht, wenn ihr Kinder habt!

Die SoLaWi lud um 13.00 Uhr zu einer Besichtigung der Hofanlage ein. Dazu ein gesonderter Beitrag.

 

 

Müllentsorgung zu Zeiten meiner Großeltern

Meine Großeltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof, dessen Erträge gerade so zur Selbstversorgung ausreichten. Es gab ungefähr fünf Kühe, zwei oder drei Schweine, einige Hühner und Gänse. Hinter dem Haus erstreckte sich ein großer Nutzgarten mit Beerensträuchern, Obstbäumen und viel Platz für Erdbeeren, Mohrrüben, Erbsen und Bohnen.

Zeitungspapier wurde wie folgt genutzt: a) zum Einwickeln von Dies und Das, b) als Unterlage bei der Gemüsevorbereitung für das Mittagessen, zum Beispiel beim Kartoffelschälen oder Mohrrübenschrabben, c) als Toilettenpapier, d) zum Anzünden der Öfen; Hochglanzprospekte lagen damals den Zeitungen noch nicht bei, e) als Bastelmaterial für Kinder: man mischte zerknülltes und feuchtes Zeitungspapier mit Kleister, knetete die Masse durch und formte daraus Gegenstände wie Masken oder Köpfe für Kasperle-Theater-Figuren, die man nach dem Trocknen anmalte, f) als Kopfbedeckung zum Schutz gegen Kleisterspritzer oder Farbkleckser beim Tapezieren und Streichen: man faltete das Zeitungspapier zu einer Art Spitzhut; jeder konnte das damals, g) als Bodenbedeckung beim Streichen und Tapezieren (Malervlies gab es noch nicht), h) zum Nachputzen beim Fensterputzen: das noch feuchte Fenster wurde mit zerknülltem Zeitungspapier trocken gerieben, wobei die Restfeuchte vom Papier aufgenommen und die Fensterscheibe blank wurde (mach ich heute noch so), h) zum Einlegen in die Schuhsohlen im kalten Winter, i) zum Umwickeln von Blumensträußen für den Transport zum Friedhof oder zum Geburtstagskind, wobei das angefeuchtete Zeitungspapier die Stiele frisch hielt.

Essensreste oder Gemüseabfälle wurden an die Tiere weitergegeben. Hühner und Schweine fressen fast alles. Hunde und Katzen freuten sich über Knochen und Fleischreste, fraßen aber auch gekochte Kartoffeln oder schleckten Suppenreste.

Wurde ein Huhn geschlachtet, sammelte man die Federn und hatte so mit der Zeit die Füllung für ein neues Kopfkissen oder eine Bettdecke zusammen.

Laub wurde im Ofen verbrannt oder auf den Feldern untergepflügt. Auch der Mist aus den Ställen wurde als Dünger untergepflügt. Zweige und Äste und der letzte Weihnachtsbaum wurden im Osterfeuer verbrannt oder zerkleinert als Anfeuerholz im Ofen genutzt. Die Holzasche wurde als Dünger im Garten genutzt. Sonstiger Grünabfall wie verblühte Blumen oder Grasschnitt wurde auf einem Komposthaufen gesammelt. Mein Großvater siebte dann den Kompost, indem er ihn mit einer Schaufel durch ein großes Sieb warf, und dann wurde der Kompost als Dünger in die Gartenerde eingearbeitet.

Alte Möbel wurden auf den großen Dachboden gestellt. Zog ein Kind aus, nahm es dieses oder jenes vielleicht noch mit. Oder Verwandte bekamen Einrichtungsgegenstände für die Hausstandsgründung. Sperrmüllabfuhr gab es nicht, einfach auch deswegen, weil die meisten Leute gar nicht so viel übrig hatten, das sie entsorgen wollten. Einmal zu Beginn der Ehe eingerichtet, behielt man die Möbel ein Leben lang bei. Worüber sich ja die Antiquitätenhändler und Trödelliebhaber heute freuen. Bei mir in der Stadt wohnen viele junge Leute in der Nähe, die häufiger mal den Arbeitsplatz wechseln und dann in eine andere Stadt ziehen. Sie nehmen schon gar nicht mehr ihre Möbel mit, sondern stellen sie zerlegt an den Straßenrand zur Sperrmüllabfuhr. In der nächsten Stadt kaufen sie sich dann die gleichen Möbel wieder neu bei Ikea. So sparen sie die Umzugskosten und sind immer neuwertig eingerichtet. Ikea-Möbel halten sowieso keinen Umzug aus.

Milch wurde entweder selbst mit Hilfe der Kühe erzeugt oder mit Hilfe einer Milchkanne beim Händler gekauft, weswegen es keine Milchverpackungen gab. Gebrauchte Flaschen, etwa vom Wein bei einer Feier, wurden aufbewahrt und für den selbst gemachten Saft im Sommer genutzt. Obst und Gemüse wurde in Weckgläser eingemacht, die nach Entleerung ausgewaschen und wieder benutzt wurden. Marmeladengläser wurden immer wieder benutzt, ausgespült und aufbewahrt für den nächsten Sommer. Colaflaschen oder dergleichen gab es nicht, weil nur Wasser oder selbst gemachter Saft mit Wasser vermischt getrunken wurde.

Auch entleerte Dosen fanden Verwendung, als Aufbewahrung für Schrauben und Nägel, um damit Hühnerfutter aus der Truhe zu schöpfen, oder im Baum aufgehängt als Vogelschreck. Die Menge der Dosen war damals auch einfach deswegen kleiner, weil es keine Getränke in Dosen gab und weil man Gemüse selbst zog und Suppe selbst kochte. Und weil man von exotischen Gerichten wie thailändisches Curry-Huhn oder Bami Goreng noch nichts wusste.

Zum Kaffeetrinken, Frühstücken und zum Mittagessen setzte man sich an einen Tisch, weswegen auch noch keine Coffee-to-go-Plastikbecher oder Styroporverpackungen nötig waren.

Tiefkühlkost war noch gar nicht erfunden, weil es auch noch gar nicht die Kühltechnik gab. Deswegen fielen auch keine Tiefkühlverpackungen an. Man kochte eben frisch, was Garten und Hof so hergaben, oder öffnete ein Weckglas mit eingemachten Gurken oder Kirschen.

Plastiktüten gab es auch noch nicht. Die Mädchen lernten gleich in der ersten oder zweiten Schulklasse, wie man ein Einkaufsnetz häkelt. Beim Kaufmann gab es Spitztüten aus Papier für Bonbons oder Obst und Gemüse. Das Papier wurde dann verbrannt.

So war das früher auf dem Land: der Abfall musste sozusagen gar nicht den Hof verlassen.

 

In Bösel

Vergangenen Sonntag war ich in Bösel. Bösel ist ein ziemlich großes Dorf in der Nähe von Lüchow mit vielen alten Fachwerk-Bauernhäusern im Dorfkern, aber auch vielen Neubauten in der nach allen Seiten hin ausufernden Peripherie. In der Dorfmitte steht die jahrhundertealte St.-Georg-Kirche. Sie ist zu einem großen Teil aus Feldsteinen erbaut worden. An einem Pfeiler am Eingang zum Kirchplatz ist ein eiserner Halsring mit einer Kette befestigt.

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Halseisen aus dem Mittelalter (Replik) an der St.-Georg-Kirche Bösel

Als ich ein Kind war, ist mein Großvater einmal mit mir mit dem Fahrrad nach Bösel gefahren und hat mir diesen Halsring mit Kette gezeigt und erklärt. In Zeiten des Dreißigjährigen Krieges bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Menschen, die sich nach Meinung der Obrigkeit nicht richtig benommen hatten, vor dem Gottesdienst dort angekettet und quasi den Kirchgängern und den Dorfbewohnern zur Schau gestellt. Es war also ein Pranger. Die Leute durften diese arme Person beschimpfen und verspotten, aber nicht schlagen oder sonstwie misshandeln. Es war also so etwas wie der Vorgänger vom Internet.

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Informationsschild neben dem Halseisen an der St.-Georg-Kirche Bösel

Der Halsring mit Kette – eigentlich als „Halseisen“ oder „Schandeisen“ bezeichnet –  hängt also dort am Pfeiler zum Eingang des Kirchhofs immer noch, ist aber leider nicht mehr das Original, das ich als Kind noch ansehen durfte. Das Original wurde nämlich 2007 gestohlen. Jetzt hängt eine Replik dort.

Wie schade. Jahrhundertelang respektierten alle Leute dieses Detail aus einer alten Zeit, und dann stiehlt es ein habgieriger Mensch, der es für sich alleine haben will. Vielleicht ist der Halsring auf irgendeinem Flohmarkt für fünf Euro verkauft worden und hängt jetzt bei irgendeinem Liebhaber antiker Dinge an der Wand, der nichts von der Herkunft weiß. Oder diese Metalldiebe, die alles klauen, was irgendwie aus Metall ist, haben das Halseisen abmontiert und beim nächsten Schrotthändler zu etwas Kleingeld gemacht.

Im Folgenden zeige ich noch einige Bilder von der St.-Georg-Kirche.

Vor dem Eingang zur Kirche liegen drei sehr alte Grabplatten. Zwei davon sind so stark verwittert, dass man auf ihnen keine Schriftzüge mehr erkennen kann. Nur auf der dritten sind noch einige erhabene Schriftzeichen wahrzunehmen.

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Stark verwitterter Grabstein vor dem Eingang zur St.-Georg-Kirche Bösel

Neben der Kirche stehen Steintafeln zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege.

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Um die Kirche herum ist der Platz zu einem großen Teil mit Moos bedeckt, der andere Teil mit Gras. Zwischen Grashalmen und Moos schauen ganz viele Blumenspitzen hervor, die sich aber noch nicht trauen, ihre Blüten zu öffnen. Wahrscheinlich sind es Narzissen und Krokusse, und in wenigen Wochen wird man hier sicherlich ein buntes Blütenmeer sehen können.

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Das hier sieht nach Krokussen aus

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Die Spitzen, die hier aus dem Moss herausschauen, werden wohl Narzissen werden

Ein Detail am Abfluss der Regenrinne: ein Bett aus Feldsteinen. Das werde ich nachmachen!

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Im Folgenden noch einige Ansichten der Kirche:

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Feldsteinkirche mit späteren gotischen Elementen.

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Der Eingang zur Kirche. Vor dem Eingang liegen drei verwitterte Grabplatten

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Die Kirche ist ungefähr 600 Jahre alt und fast ganz aus Feldsteinen gebaut.

Bei der Weiterfahrt bin ich in Bösel noch an diesem architektonisch wunderschönen alten Haus vorbeigekommen:

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Gibt es eigentlich niemanden in Bösel, der mal die Wikipedia-Seite vom Dorf ein bisschen ergänzen kann? Für ein so großes Dorf steht da wenig drin. Was ist mit dem Hinweis auf das Buerbeer-Fest??

 

 

Muss es jetzt noch so kalt sein?

Am Freitagvormittag fing es an.

Bei Gartenarbeiten spürte ich erstmals den kalten, scharfen Wind und zog meine Kapuze über. Gegen zehn Uhr fielen dann vereinzelt die ersten kleinen Schneeflöckchen. Das dauerte aber nicht lange. Ich konnte immerhin noch die Erde umgraben, sie war noch weich, und habe Rosen und Hornveilchen gepflanzt. Dann ab Mittag fiel permanent weiterer Schnee, aber es waren keine großen Schneeflocken, sondern mehr gefrorene Regentropfen. Schließlich war der ganze Boden weiß, eine dünne Schicht Schnee hatte sich gelegt und blieb über Nacht bis zum Morgen, an dem die Sonne die dünne Schneedecke wegtaute.

Der scharfe Wind war aber geblieben und wirbelte die vom Herbst liegengebliebenen Eichenblätter auf, die ich doch eigentlich jetzt endlich mal wegharken wollte. Das ärgerte mich total. Kaum hatte ich einen Haufen Blätter zusammengeharkt, um ihn in den Müllbeutel zu packen, kam wieder ein heftiger Windstoß und trieb den Haufen auseinander. Es hatte keinen Zweck. Inzwischen war der Boden auch ganz hart gefroren und hatte die unteren Blätter beim Einfrieren gleich mitgenommen. Harken funktionierte nicht mehr, graben sowieso nicht. Also habe ich dann wenigstens Äste und Zweige zusammengesammelt und zum Osterfeuerhaufen gebracht. Die Arbeitshandschuhe, die ich dabei trug, wärmten überhaupt nicht. So kalte Fingerspitzen hatte ich lange nicht gespürt. Wann war es jemals so kalt wie heute am 17. März?

Wenigstens schien tagsüber die Sonne, und der Himmel war tadellos blau, ganz ohne Wolken. In der Nacht sah ich die Millionen kleinen und winzigkleinen Sterne am tiefblauen Himmel über mir – all diese Sterne, die man in der Stadt gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Ich entschied, am nächsten Tag, dem Sonntag, nicht im Garten zu arbeiten, sondern auf den Flohmarkt zu gehen, um dort einiges Angesammelte zu verkaufen. Am späten Abend Weiterlesen

Der am dünnsten besiedelte Landkreis …

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Das Hannoversche Wendland – ein Bildband aus dem Jahr 1971, hrsg. vom Landkreis Lüchow-Dannenberg

Heute habe ich beim Aufräumen einen Bildband wiedergefunden, den ich 1972 zum Abitur geschenkt bekommen habe: „Das Hannoversche Wendland – Beiträge zur Beschreibung des Landkreises Lüchow-Dannenberg“, Lüchow 1971, herausgegeben vom Landkreis unter der Gesamtleitung von Oberkreisdirektor Wilhelm Paasche.

Gleich auf der ersten Seite lese ich: „Nach der Fläche zählt der Landkreis Lüchow-Dannenberg, … , zu den größten des Bundesgebietes (Anm.: war noch vor der Wende…). Die Bevölkerungszahl ist mit z.Z. 50 500 Einwohnern dagegen gering, da der Kreis mit 42 Einwohnern je qkm der am dünnsten besiedelte Landkreis des Bundesgebietes ist.“

Das kam mir doch sehr bekannt vor. Auf Wikipedia lese ich: „Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist der östlichste Landkreis Niedersachsens und mit etwa 50.000 Einwohnern der nach Einwohnerzahl kleinste Deutschlands sowie der am dünnsten besiedelte Landkreis der alten Bundesländer.“ Und: “ … der Landkreis (wies) im Jahr 1972 die niedrigste Bevölkerungszahl aller Kreise Westdeutschlands auf (heute hat er die niedrigste Bevölkerungszahl aller Kreise Deutschlands).“ Letzte Bearbeitung der Wikipedia-Seite vom 26.11.2017.

Im oben genannten Bildband wird der damalige geringe Einwohnerbestand so erklärt: „Diese dünne Besiedelung ist einmal die Folge der Tatsache, daß sich die das Kreisgebiet erschließenden Mittelzentren an der Peripherie außerhalb des Kreisgebietes entwickelt hatten. Die jetzt in der DDR liegenden Städte Salzwedel und Wittenberge hielten früher Arbeitsplätze und Versorgungseinrichtungen für unser Gebiet vor. Zum anderen ist die Bevölkerungsverminderung durch eine Abwanderung eingetreten, wie sie in der Bundesrepublik auf der Kreisstufe einmalig ist.“

Und auf Seite 10 heißt es dann: „Der Kreis Lüchow-Dannenberg steht wirtschaftlich am Scheidewege. Entweder es gelingt, die Abwanderung der Jugend zu stoppen und eine allmähliche Verstärkung der Bevölkerung einzuleiten, oder die Bevölkerung reicht bald nicht mehr aus, um die notwendigsten Dienstleistungsberufe, die der moderne Mensch erwartet, hier ernähren zu können. Als Folge müsste eine verstärkte Abwanderung befürchtet werden. Die für diesen Kreis Verantwortlichen sind heute optimistisch. Die Infrastruktur, d.h. die Ausstattung des Kreises mit öffentlichen und privaten Einrichtungen, ist mit Hilfe von Bund und Land auf einen Stand gebracht, daß das Leben in diesem Kreise durchaus lebenswert erscheint, insbesondere verglichen mit den wachsenden Beschwerlichkeiten in den Ballungszentren. Die Bemühungen um die Schaffung von Voraussetzungen für den Fremdenverkehr werden diesen Standard weiter verbessern.
In den letzten Jahren ist ein ständig zunehmender Zuzug von Großstädtern – vor allem aus Hamburg und Berlin – zu beobachten, die sich in den Erholungsgebieten unseres Kreises eine Zweitwohnung oder einen Alterssitz errichten. Es ist vorauszusehen, daß sich der Zug ‚zurück aufs Land‘ in der Zukunft noch wesentlich verstärken wird. Der Kreis Lüchow-Dannenberg bietet dafür besonders günstige Voraussetzungen. Er begrüßt diese Verstärkung seiner Bevölkerung auch und wird alles tun, um den Zuziehenden hier günstige Lebensbedingungen zu schaffen.“

Ja, fast fünfzig Jahre liegen zwischen dem Text aus 1971 und heute, aber der Text könnte auch heute geschrieben worden sein. Die gleichen Wünsche, Hoffnungen und Probleme … ich fand es interessant, diese Zeilen aus dem Bildband mit den heutigen Gegebenheiten vergleichen zu können.