Muss es jetzt noch so kalt sein?

Am Freitagvormittag fing es an.

Bei Gartenarbeiten spürte ich erstmals den kalten, scharfen Wind und zog meine Kapuze über. Gegen zehn Uhr fielen dann vereinzelt die ersten kleinen Schneeflöckchen. Das dauerte aber nicht lange. Ich konnte immerhin noch die Erde umgraben, sie war noch weich, und habe Rosen und Hornveilchen gepflanzt. Dann ab Mittag fiel permanent weiterer Schnee, aber es waren keine großen Schneeflocken, sondern mehr gefrorene Regentropfen. Schließlich war der ganze Boden weiß, eine dünne Schicht Schnee hatte sich gelegt und blieb über Nacht bis zum Morgen, an dem die Sonne die dünne Schneedecke wegtaute.

Der scharfe Wind war aber geblieben und wirbelte die vom Herbst liegengebliebenen Eichenblätter auf, die ich doch eigentlich jetzt endlich mal wegharken wollte. Das ärgerte mich total. Kaum hatte ich einen Haufen Blätter zusammengeharkt, um ihn in den Müllbeutel zu packen, kam wieder ein heftiger Windstoß und trieb den Haufen auseinander. Es hatte keinen Zweck. Inzwischen war der Boden auch ganz hart gefroren und hatte die unteren Blätter beim Einfrieren gleich mitgenommen. Harken funktionierte nicht mehr, graben sowieso nicht. Also habe ich dann wenigstens Äste und Zweige zusammengesammelt und zum Osterfeuerhaufen gebracht. Die Arbeitshandschuhe, die ich dabei trug, wärmten überhaupt nicht. So kalte Fingerspitzen hatte ich lange nicht gespürt. Wann war es jemals so kalt wie heute am 17. März?

Wenigstens schien tagsüber die Sonne, und der Himmel war tadellos blau, ganz ohne Wolken. In der Nacht sah ich die Millionen kleinen und winzigkleinen Sterne am tiefblauen Himmel über mir – all diese Sterne, die man in der Stadt gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Ich entschied, am nächsten Tag, dem Sonntag, nicht im Garten zu arbeiten, sondern auf den Flohmarkt zu gehen, um dort einiges Angesammelte zu verkaufen. Am späten Abend Weiterlesen

Auf Kuchensuche in Hitzacker

Hitzacker.
Ein Freitag Nachmittag Anfang September. Ich bin in Hitzacker. Es regnet leicht, es hat sich abgekühlt – ein herbstlich wirkender Tag. Erste Blätter sammeln sich auf Straßen und Gehwegen. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Ich schaue in das erste Café – das Café Knigge. Steht außen an der Fassade. Das Café Knigge kenne ich noch aus meiner Kindheit – ein traditionelles Café mit gedeckten Tischen und einem großen Angebot an Sahnetorten. Verwandte der ehemaligen Besitzer haben ein ähnliches, sehr gut besuchtes  Café im Zentrum von Bremen – eben auch „Café Knigge“.

Ein Eisanbieter hat sich in Kooperation mit dem Café eingerichtet: ein „Eisdieler“. Das Wortspiel finde ich witzig. Ein Dealer, der Eis statt Drogen verkauft…Passt in die heutige Zeit und macht deutlich, dass sich die Zeiten auch in Hitzacker gewandelt haben.

Gegenüber dem Café Knigge bietet ein Imbiss mit dem Namen „Istanbul“ orientalische Kost an.

Ich habe jedoch Lust auf Kuchen und Kaffee. Im Café Knigge gibt es leider nur noch zwei verschiedene Kuchensorten, die mir nicht zusagen. Dann noch Zwiebelkuchen vom Blech. Der sieht wirklich gut aus – Weiterlesen