Die St.-Jakob-Kapelle von Lübbow

Lübbow, Anfang Juli.

Lübbow ist ein Straßendorf zwischen Lüchow und Salzwedel. Straßendorf bedeutet, dass es sich nicht um einen Rundling handelt, sondern die Häuser links und rechts entlang der Hauptstraße durch das Dorf (und in einigen Nebenstraßen) angesiedelt sind.

Die kleine Kapelle habe ich bisher immer übersehen, wenn ich durch Lübbow Richtung Salzwedel gefahren bin. Weil sie so klein ist. Aber irgendwann fiel sie mir auf, und vor ein paar Tagen habe ich mal angehalten und sie mir angeschaut.

 

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Die St.-Jakob-Kapelle von Lübbow von der Straße aus gesehen.

 

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Die Kapelle von der Seite.

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Die hintere Wand der Kapelle in Fachwerkbauweise mit zwei Fenstern.

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Blick durchs Fenster in das Innere.

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Im Vordergrund ein einfacher Tisch mit dem Kreuz und mit Kerzen.

Schutzpatron der Kapelle ist der Apostel Jakob. Das Wendland hat sich überwiegend der Reformation angeschlossen, aber der Name wurde auch nach „Abschaffung“ der Heiligen  der katholischen Kirche beibehalten. Am 25. Juli wird in Lübbow der Jacobitag begangen, wobei sich die Lübbower nach dem Gottesdienst zu einer „Volksspeisung“ mit Erbsensuppe  treffen.

Die Kapelle wurde in der Zeit der Christianisierung des Wendlands um 1200 aus Feldsteinen von Zistersienser-Mönchen errichtet, die nicht immer anwesend waren. Bei Anwesenheit stellten sie ihr Kreuz in eine kleine Außennische an der Kapelle. Die Anwohner suchten dann die Mönche auf, erhielten geistliche Unterweisung, aber auch Lebensberatung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Chorraum zerstört. Im 17. Jahrhundert wurde dann die hintere Wand aus Mauersteinen mit Fachwerkbauweise errichtet, und es wurden zwei Fenster eingebaut..

In früherer Zeit hatte die Kapelle keine Sitzgelegenheiten, die Gemeinde stand während des Gottesdienstes. Im 19. Jahrhundert wurde ein Eichenstamm in die Kapelle gebracht, der als Zollschlagbaum genutzt worden war und der dann lange Zeit als einzige Sitzgelegenheit diente.

Die Eiche war in heidnischer Zeit als Gerichtseiche – der „Banneiche“ –  an einem Ort zwischen Bösel und Wustrow, der heute noch Banneick heißt, genutzt worden und wurde in der Zeit der Christianisierung des Wendlands von den Zistersiensermönchen einfach gefällt. Niemand wollte sie aus Aberglauben für den Hausbau verwenden, weil auf ihr ein „Blutfluch“ laste. Daher wurde der Eichenstamm als Zollschlagbaum für die bei Lübbow verlaufende Grenze zwischen Welfen- und Askaniergebiet bis 1866 genutzt, dem Jahr, in dem die preußische Zollunion die Grenzen aufhob. Als der Zollschlagbaum nicht mehr nötig war, brachte man den Eichenstamm in die Kapelle, wo „Gott ihn sanktionieren könne“.

Das Vorstehende habe ich Informationen in einer Schautafel neben der Kapelle entnommen.

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Inzwischen wurde die Kapelle mit einfachen Sitzbänken ausgestattet.

Vor der Kapelle steht eine alte Sitzbank.

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Der nächste Jacobitag ist am Mittwoch, den 25. Juli 2018. Um 10:00 Uhr findet dann in der Kapelle ein Gottesdienst mit anschließendem Abendmahl statt.

Danach treffen sich die Bürger*innen zu einem gemütlichen Beisammensein mit Erbsensuppenessen.

Am Nachmittag um 14:30 Uhr findet dann ein Kindertanz statt, und am Abend können sich ab 19:30 Uhr auch die Erwachsenen beim Tanzen in der alten Schule vergnügen.

 

 

 

 

 

Die Kapelle St. Petri in Volzendorf

Volzendorf.
Je mehr ich mich im Landkreis bewege, desto mehr Kirchen und Kapellen begegnen mir. Und sie sind sich alle irgendwie ähnlich: nämlich aus Feldsteinen gebaut und in späterer Zeit mit Ziegelsteinen weiter ausgebaut, auch oft mit neugotischen Elementen.

So auch die kleine St.-Petri-Kapelle in Volzendorf, die im 14. Jahrhundert als Eingang zum damaligen Rundlingsdorf errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert gab es in Volzendorf einen Großbrand, nach dem das Dorf nicht wieder in Form des Rundlings aufgebaut wurde. So steht die Kapelle heute mitten im Dorf.

Schaut euch einfach ein paar Fotos an:

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Die St.-Georg-Kirche in Bösel

Bösel, 21. März 2018.
Vergangenen Sonntag war ich in Bösel. Bösel ist ein ziemlich großes Dorf in der Nähe von Lüchow mit vielen alten Fachwerk-Bauernhäusern im Dorfkern, aber auch vielen Neubauten in der nach allen Seiten hin ausufernden Peripherie. In der Dorfmitte steht die jahrhundertealte St.-Georg-Kirche. Sie ist zu einem großen Teil aus Feldsteinen erbaut worden. An einem Pfeiler am Eingang zum Kirchplatz ist ein eiserner Halsring mit einer Kette befestigt.

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Halseisen aus dem Mittelalter (Replik) an der St.-Georg-Kirche Bösel

Als ich ein Kind war, ist mein Großvater einmal mit mir mit dem Fahrrad nach Bösel gefahren und hat mir diesen Halsring mit Kette gezeigt und erklärt. In Zeiten des Dreißigjährigen Krieges bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Menschen, die sich nach Meinung der Obrigkeit nicht richtig benommen hatten, vor dem Gottesdienst dort angekettet und quasi den Kirchgängern und den Dorfbewohnern zur Schau gestellt. Es war also ein Pranger. Die Leute durften diese arme Person beschimpfen und verspotten, aber nicht schlagen oder sonstwie misshandeln. Es war also so etwas wie der Vorgänger vom Internet.

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Informationsschild neben dem Halseisen an der St.-Georg-Kirche Bösel

Der Halsring mit Kette – eigentlich als „Halseisen“ oder „Schandeisen“ bezeichnet –  hängt also dort am Pfeiler zum Eingang des Kirchhofs immer noch, ist aber leider nicht mehr das Original, das ich als Kind noch ansehen durfte. Das Original wurde nämlich 2007 gestohlen. Jetzt hängt eine Replik dort.

Wie schade. Jahrhundertelang respektierten alle Leute dieses Detail aus einer alten Zeit, und dann stiehlt es ein habgieriger Mensch, der es für sich alleine haben will. Vielleicht ist der Halsring auf irgendeinem Flohmarkt für fünf Euro verkauft worden und hängt jetzt bei irgendeinem Liebhaber antiker Dinge an der Wand, der nichts von der Herkunft weiß. Oder diese Metalldiebe, die alles klauen, was irgendwie aus Metall ist, haben das Halseisen abmontiert und beim nächsten Schrotthändler zu etwas Kleingeld gemacht.

Im Folgenden zeige ich noch einige Bilder von der St.-Georg-Kirche.

Vor dem Eingang zur Kirche liegen drei sehr alte Grabplatten. Zwei davon sind so stark verwittert, dass man auf ihnen keine Schriftzüge mehr erkennen kann. Nur auf der dritten sind noch einige erhabene Schriftzeichen wahrzunehmen.

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Stark verwitterter Grabstein vor dem Eingang zur St.-Georg-Kirche Bösel

Neben der Kirche stehen Steintafeln zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege.

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Um die Kirche herum ist der Platz zu einem großen Teil mit Moos bedeckt, der andere Teil mit Gras. Zwischen Grashalmen und Moos schauen ganz viele Blumenspitzen hervor, die sich aber noch nicht trauen, ihre Blüten zu öffnen. Wahrscheinlich sind es Narzissen und Krokusse, und in wenigen Wochen wird man hier sicherlich ein buntes Blütenmeer sehen können.

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Das hier sieht nach Krokussen aus

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Die Spitzen, die hier aus dem Moss herausschauen, werden wohl Narzissen werden

Ein Detail am Abfluss der Regenrinne: ein Bett aus Feldsteinen. Das werde ich nachmachen!

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Im Folgenden noch einige Ansichten der Kirche:

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Feldsteinkirche mit späteren gotischen Elementen.

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Der Eingang zur Kirche. Vor dem Eingang liegen drei verwitterte Grabplatten

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Die Kirche ist ungefähr 600 Jahre alt und fast ganz aus Feldsteinen gebaut.

Bei der Weiterfahrt bin ich in Bösel noch an diesem architektonisch wunderschönen alten Haus vorbeigekommen:

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Gibt es eigentlich niemanden in Bösel, der mal die Wikipedia-Seite vom Dorf ein bisschen ergänzen kann? Für ein so großes Dorf steht da wenig drin. Was ist mit dem Hinweis auf das Buerbeer-Fest??

 

 

Die Kirche St. Johannis in Lüchow

Lüchow.
Mitten in Lüchow in der Nähe vom Glockenturm und vom Amtsturm steht die evangelische Kirche St. Johannis, eine dreischiffige gotische Hallenkirche ohne Turm mit einem Treppengiebel an der Westwand. Heute habe ich mir die Kirche einmal von außen angesehen.

 

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Der Treppengiebel der Westwand.

Erstmals erwähnt wurde die Kirche 1298. Seitdem ist sie mehrmals restauriert worden: in den Jahren 1866, 1926 und 1993. Das kann man einer Infotafel an der Kirche entnehmen, die die Stadt Lüchow – wie auch an anderen historischen Gebäuden – erstellt hat:

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Infotafel der Stadt Lüchow neben dem Kirchenportal

Hier kann man deutlich das Alter der Kirche nachempfinden:

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Feldsteine dienten zunächst als Baumaterial.

Dies ist das Eingangsportal der Kirche:

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Und hier der Blick in einige Fenster – eben Gotik: Weiterlesen