Sommerfest in Waddeweitz

Waddeweitz, 14. und 15. Juli 2018.
Die Gemeinde Waddeweitz lud für den vergangenen Sonnabend und Sonntag zu ihrem jährlichen Sommerfest, das zum 52. Mal stattfand, ein. An mehreren Stellen im Landkreis standen diese netten Schilder:

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Ich kam am Sonnabend von meiner Freundin in Bevensen kommend durch Waddeweitz und schaute mal kurz auf dem Festplatz am Schornstein der alten Ziegelei vorbei.

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Der Schornstein als Überbleibsel der alten Ziegelei in Waddeweitz dient als Orientierungspunkt für den Festplatz.

Es war kurz vor 18:00 Uhr, also zu einer Zeit, zu der das Fest eigentlich beginnen sollte. Ein Festzelt für die Disco am Abend und für das Public Viewing am Sonntag war aufgebaut worden, und drum herum standen einige weitere Zelte und Holzbuden sowie diverse Imbisswagen. Im Zentrum des Festplatzes der Bierstand, um den herum sich schon einige Gäste versammelt hatten.

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Einblick in das Festgelände am Dorfgemeinschaftshaus.

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17:59 Uhr: Erst wenige Gäste haben sich eingefunden. Aber das änderte sich im Verlauf des Abends!

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Hier im Festzelt sitzen am Sonntagabend die Fußballinteressierten beim Public Viewing.

 

 

 

 

Die Technik für den Discoabend ist aufgebaut, die Techniker können ihren Truck wegfahren.

Da ich Hunger habe, bin ich in einem der Imbisswagen der erste Gast und bestelle eine Pizza Hawaii, die sehr gut schmeckt.

Die Eis- und Imbisswagenbesitzer treffen letzte Vorbereitungen, drehen Fladen für die nächste Pizza oder ordnen die Auslage.

Endlich kommen einige junge Leute und Familien mit Kindern. Das Wetter war einfach wieder zu schön, da waren viele wohl noch im nahen Naturbad.

Ich sehe mir noch das Dorfgemeinschaftshaus und den Spielplatz sowie den Grillplatz drumherum an.

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Das Dorfgemeinschaftshaus von Waddeweitz.

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Der Spiel- und Bolzplatz um das Dorfgemeinschaftshaus.

Um den alten Schornstein der früheren Ziegelei herum gibt es auch viel Platz und Grillmöglichkeiten:
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Am nächsten Tag, dem Sonntag, komme ich wieder um etwa die gleiche Zeit – kurz nach 18:00 Uhr – auf dem Festplatz vorbei.

Jetzt sitzen viele Menschen im Festzelt vor dem großen Fernseher und sehen sich gemeinschaftlich das Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft Frankreich gegen Kroatien an: Public Viewing.

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Andere sitzen lieber in der Mitte des Festplatzes zusammen und trinken ein Bier:

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In einem größeren Zelt – im Unterschied zu den Organisatoren der Pokalverleihung bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland hat man hier an möglichen Regen gedacht –  gibt es leckere Torte, von den Landfrauen im Ort selbst gebacken:

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Die Inhaberin einer kleinen Gärtnerei, die ihre schönen Blumen auch regelmäßig auf dem Lüchower Wochenmarkt am Sonnabend und auf anderen Märkten wie zum Beispiel den Kürbismarkt in Platenlaase anbietet, packt ihre verbliebene Ware zusammen.

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Neben ihr ist ein kleiner Verkaufsstand mit Kirschen, Johannisbeeren und Ähnlichem.

Dann treffe ich in einem kleinen Zelt auf die Kunsthandwerkerin Karin Mönkemann aus Kiefen, das ist ein Dorfteil von Waddeweitz. Sie wickelt gerade sorgsam ihre nicht verkauften Kunstwerke in Papier ein.
Sie hat zwei Jahre lang in ihrer kleinen Werkstatt mit dem Werkstoff Beton experimentiert, ehe sie mit der Konsistenz der Betonart und mit den Ergebnissen ihrer Arbeiten zufrieden war. Endlich hat sie sich nun das erste Mal getraut, ihre Produkte auch zum Verkauf anzubieten – und ist mit dem Erfolg durchaus zufrieden.

Für die Fertigung ihrer dekorativen Figuren nutzt sie Gießformen. So entstehen Hennen, Frösche, Engel, Guglhupfe und Tortenböden aus Beton, die man nach Belieben weiter dekorieren kann. Man kann zum Beispiel Blumen oder Kerzen oder eine Metallkugel darauf setzen und hat so schöne Dinge für Haus und Garten.

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Karin Mönkemann hat auch einen Namen für ihre Werkstatt und deren Produkte: „Beton Art“ – Kunst aus Beton.

Außer Beton-Artikeln stellt Karin Mönkemann auch Gartenstecker aus gebrauchten Glasartikeln her. Zum Beispiel kombiniert sie eine Glasvase mit einem Aschenbecher aus Muranoglas, wie hier zu sehen:

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Oder diese Kombination aus ganz verschiedenen Gebrauchsartikeln:

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Das obere Gefäß soll immer oben offen sein, damit es auch als Vogelbad bzw. Vogeltränke dienen kann.

Durch den Erfolg auf dem Sommerfest in Waddeweitz ermuntert, möchte Karin Mönkemann nun auch auf weiteren Märkten ausstellen, zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt in Waddeweitz.

Ich wünsche ihr viel Erfolg!

 

175 Jahre Erntefest in Wustrow

Wustrow ist eine kleine Stadt mit rund 3.000 Einwohnern im Wendland, ca. vier Kilometer von Lüchow entfernt, besteht schon seit etwa 1217 und ist aus einer Burg hervorgegangen.

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Jedes Jahr findet an einem Wochenende Ende Juni in der Zeit zwischen der Heuernte im Frühsommer und der Getreideernte im Spätsommer ein Erntefest statt.

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Im Wendenland das Allerbest – ist Wustrow und sein Erntefest.

Bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde auch in Wustrow ein Schützenfest für Erwachsene gefeiert, das wegen des übermäßigen Alkoholgenusses der Bevölkerung zu diesem Anlass vom damaligen Landesherrn verboten wurde. Wie mir ein Passant in Wustrow erzählte, sollen damals Menschen zu Tode gekommen sein, weil Betrunkene ihr Gewehr sozusagen in die falsche Richtung hielten.

Die Bürger feierten nun stattdessen seit 1843 das „Erntefest“. In diesem Jahr besteht dieses Bürgerfest nunmehr 175 Jahre. Um die Festorganisation kümmert sich der „Erntefestverein„. Es ist unter anderem auch ein Ersatz für das Schützenfest für Erwachsene, denn an einem Schießstand können Erwachsene auch an einem Preisschießen teilnehmen. Auf ein Königsschießen wird verzichtet. Aber für Kinder gibt es ein Kinderschützenfest, und dafür werden dann auch ein Kinderschützenkönig und eine Kinderschützenkönigin gekürt. Das Kinderschützenfest jährt sich 2018 zum 85. Mal.

Das Fest beginnt regelmäßig am Donnerstagabend – in diesem Jahr somit am 28. Juni – auf dem Marktplatz mit einer Eröffnungszeremonie, auf der unter anderem auch der amtierende Kinderschützenkönig eine Rede hält.

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Der Maibaum steht am Erntefesttag immer noch auf dem Marktplatz.

Die Wustrower und ihre Gäste können sich anschließend bis Sonntag auf dem Festplatz beim „Fehlhaus“ vergnügen.

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Gleich mehrere Schießbuden sind darunter. Es gibt verschiedene Kinderkarussells, Imbissbuden und Biertheken, aber auch einen Biergarten beim Lokal „Fehlhaus“.
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Einblick in den Festplatz am Freitagabend.

Am Abend kann man entweder im Festzelt auf dem Festplatz oder im Gemeinschaftshaus in Wustrow tanzen. Aber an dem Fest sollen alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, und so gibt es neben dem Fest für Kinder und dem Fest für „Alle“auch immer einen speziellen Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Am Freitag- und Sonnabendmorgen zieht ein Spielmannszug durch die Stadt, um die Leute zu wecken. Am Freitagmorgen sogar schon um 7:00 Uhr! Damit sich die Leute pünktlich um 9:30 Uhr in den Gruppenlokalen einfinden können, denn um 12:00 Uhr beginnt die Eröffnungsfeier mit einem Festakt im Gemeinschaftshaus.

Zum Erntefest ist die ganze Stadt festlich geschmückt. Wimpeln überspannen die Straßen, und Fahnen sind aufgesteckt. Vor den Häusern stehen in kleinen wassergefüllten Gefäßen junge Birkenzweige.
Hier ein paar Eindrücke:
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Eine junge Birke, geschmückt mit Bändchen in den Stadtfarben Wustrows: Gelb und Blau.

Am Freitagabend höre ich gegen halb elf Musik auf dem Festplatz mit seinen Buden und Karussells: der Spielmannszug mit einer jungen, den Stab schwenkenden Tambourmajorin voran zieht über den Platz. Schnell schließen sich viele Menschen an, und auch ich gehe neugierig mit. Wo soll’s hingehen?

Wir gelangen zum nahen Fußballplatz der Stadt. Erwartungsvoll schauen die Menschen zum gegenüberliegenden Rand des Platzes.

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Der Fußballplatz in Vollmondbeleuchtung. Vom gegenüberliegenden Rand wird gleich das Feuerwerk gezündet.

Wir haben Vollmond, und es ist nicht ganz dunkel, aber dunkel genug, um das Feuerwerk jetzt zu starten. Eine Rakete nach der anderen fliegt in die Höhe und explodiert in Tausend Funken und vielen Farben. Eine Drohne mit Kamera fliegt neben den Funken hin und her und soll alles aufnehmen. Nach einer Viertelstunde ist das Brillantfeuerwerk vorbei und der Spielmannszug geleitet uns wieder zum Festplatz an der Gaststätte „Fehlhaus“ zurück, wo sich die Menge verteilt und zum Biergarten, zum Bratwurststand oder zur Diskothek im Festzelt geht.

Am Sonnabend gegen 15:00 Uhr bin ich noch einmal in Wustrow. Mir begegnen viele einzelne Menschen, die alle eins gemeinsam haben: sie tragen festlich wirkende Kleidung. Die Frauen haben lange schwarze Röcke an, eine weiße Bluse und darüber eine schwarze Weste, und die Männer tragen schwarze Anzüge mit weißem Hemd und Krawatte. Allen gemeinsam ist eine rote Stoffrose am Revers. Ich frage eine der Damen, was der Sinn ist, und sie erklärt mir, dass alle auf dem Weg zum Marktplatz sind, von wo dann alle zusammen zur Weinfeierstunde im Gemeinschaftshaus gehen.

Ich treffe auch auf eine Gruppe Musiker, die ebenfalls auf dem Weg zum Marktplatz sind, um die Menschen ein wenig einzustimmen. Die Gruppe nennt sich „Die kleine Dorfmusik“ und ich darf ein Foto von ihnen machen:

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Die Wustrower Musikerkapelle „Die Kleine Dorfmusik“

Wenig später gehe ich dann am Marktplatz vorbei, und dort haben sich inzwischen sehr viele dieser stilvoll und festlich gekleideten Wustrower zusammengefunden:

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Am Sonntag beginnt dann das Kinderschützenfest, das von einem gesonderten Kinderschützenfestausschuss organisiert wird, schon um 8:00 Uhr. Der bisherige Kinderschützenkönig Felix und die bisherige Kinderschützenkönigin Celine werden zusammen mit dem Kinderkronprinzen Jacob und der Kinderkronprinzessin Alina abgeholt und zum Königsfrühstück gebracht.

Da es sich in diesem Jahr um gleich zwei wichtige Jubiläen des Erntefestes handelt, wurden auch alle bisherigen Kindermajestäten seit 1949 eingeladen (die inzwischen ja alle schon ein gewisses Alter erreicht hatten!). Ungefähr 70 der alten Kinderschützenkönige und –königinnen hatten zugesagt zu kommen. Sie dürfen im Festumzug mitfahren bzw. mitgehen.

Um 13:00 Uhr findet dann der große Festumzug mit vielen lustig und/oder festlich geschmückten Wagen und verkleideten Kindern und Erwachsenen statt, der durch die ganze Stadt zieht und viele Tausend Zuschauer an den Straßenrändern anzieht. Von einigen Wagen werden Bonbons und Lutscher in die Menge geworfen.

Dem Festumzug voran reiten drei junge Frauen mit der Standarte des Reit- und Fahrvereins Wustrow, gefolgt von einer Kindergruppe in Trachtenkleidung, die unterstützt durch einen Erwachsenen die aus Getreidehalmen geflochtene und mit Bändern in den Stadtfarben Wustrows – gelb und blau –  geschmückte Erntekrone hochhält.

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Der Erntekrone folgt der Wustrower Spielmannszug, der immer wieder mal anhält und ein Ständchen vorträgt.

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Celine und Felix: die noch amtierende Kinderschützenkönigin und der noch amtierende Schützenkönig werden in einem schicken Cabrio chauffiert.

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Das amtierende Kinderkronprinzenpaar Alina und Jacob.

Und hier kommen die phantasievoll geschmückten Festumzugswagen:

Thema „Im Märchenland“:

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Dem Märchenzug der Kleinsten mit ihren erwachsenen Begleitern folgt ein Wagen mit dem Ehrenvorsitzenden Herrn Kahrs und dem Ehrenvorstand Herrn Albrecht des Erntefestvereins sowie Herrn Fleischmann- alle Herren stilvoll mit Zylinder:

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Und lauter Buntes folgt:

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Die Knöterhörner Postkutsche von der Seite…

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Eine Kneipe – oder „Taverne“ – wie sie vielleicht im Mittelalter ausgesehen haben mag…

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Ein Wagen mit lauter Flaschen drin – wer den wohl gesponsert hat … ??

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Ein Kastenwagen.

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Die Hippies von Wustrow …

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… oder hieß das Motto „Hawaii“??

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Der Posaunenchor von Wustrow – ab und zu gibt er ein Ständchen.

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Trecker trifft Grazien.

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Wie in Rio – selbst die Temperaturen passten sich an!

Und ab hier machte der Akku meiner Kamera nicht mehr mit.

Um 15:00 Uhr am Sonntagnachmittag findet dann das Königsschießen der Kinder statt, auf dem die neuen Kindermajestäten ermittelt werden, deren Proklamation um 18:00 Uhr begangen wird. Die Kinder schießen mit Lichtpunktgewehren. Die Zieltreffer werden elektronisch erfasst und ausgewertet.

Aber auch die Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren dürfen schießen, nämlich an einem Preisschießen auf dem Schießstand am Rand des Parcoursbereichs des Reitvereins teilnehmen. Die Erwachsenen schießen dann mit echten patronengefüllten Kleinkalibergewehren.

Hier geht’s zum Schießstand:

 

Der Schießstand wird von der Niedersächsischen Kameradschaftsvereinigung, Abteilung Kameradschaft Wustrow, ein eingetragener Verein, betrieben. Für das Kinderschützenfest und das Preisschießen für Erwachsene des Erntefestes in Wustrow stellt der Verein seine Schießstände zur Verfügung.

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Der Schießstand für Kinder. Geschossen wird mit Lichtpunktgewehren, deren Treffer elektronisch aufgezeichnet werden. Daher die Computerausstattung auf dem Tisch.

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Der Schießstand für die Erwachsenen und Jugendliche ab 15 Jahren.

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Die Erwachsenen und Jugendlichen schießen mit Kleinkalibergewehren.

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Ganzweit hinten erkennt man die beiden Zielscheiben. Der Abstand zwischen Schießstand und Ziel beträgt 50 Meter.

Der Verein hat eine Erwachsenengruppe, aber auch eine – wie die Geschäftsführerin ausdrückt – leider recht kleine Kindergruppe. Die Geschäftsführerin des Vereins betont, dass die Kinder im Verein einen verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe lernen würden.

„Unsere Kinder spielen nicht diese Killerspiele im Internet, wo mit einem Mausklick ein Mensch virtuell getötet wird“, sagt die Dame in überzeugendem Tonfall. Vielmehr seien die Kinder durch die Schießübungen in Konzentrationsfähigkeit geübt, da das Zielen Präzision und Konzentration verlangen würde, und würden in Verantwortungsbewusstsein gegenüber einem Menschenleben geschult sein.

Im Vereinsheim hängen Erinnerungsstücke an frühere Zeiten, als der Verein noch Mitglied in einem anderen Dachverband war:

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Wie das Preisschießen ausgegangen ist, kann man am 7. Juli erfahren.

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Und wie die neuen Kindermajestäten heißen, kann ich euch jetzt auch sagen: Till Colin, der Zwillingsbruder des vorherigen Kinderschützenkönigs Felix, ist neuer Kinderschützenkönig, und Alina, die vorherige Kinderkronprinzessin, ist nun neue Kinderschützenkönigin.

Zum Schluss noch ein Bild vom „Fehl und Erntefesttor“ in Fachwerkbauweise, das den Eingang zum Festgelände bildet. Auf dem Gelände findet auch regelmäßig eine Gewerbeschau statt.

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In Wustrow scheint mir ein reges Vereinsleben zu bestehen: es gibt einen Reit- und Fahrverein, einen Fußballverein, einen Schützenverein, einen Posaunenchor, eine Musikgruppe, einen Spielmannszug, ein Erntefestverein und wahrscheinlich noch viele weitere Vereine.

In Wustrow gibt es auch Neubaugebiete, Grundstückspreise ab 18.– € pro Quadratmeter.

 

 

Der Kiekemarkt am 1. Mai in Trebel

Trebel, 2. Mai 2018.
In Trebel, einem Dorf mit etwa 1.000 Einwohnern,  findet zweimal im Jahr ein Markt rund um die Kirche zu Trebel statt: am 1. Mai der „Kiekemarkt“ und im Herbst der „Griepemarkt“.
Diese Märkte sind Nachfahren traditionell seit alter Zeit abgehaltener Märkte, die hauptsächlich dem Zweck dienten, Vieh, landwirtschaftliche Produkte und alltägliche Gebrauchsgegenstände zu handeln. Um Kunden anzulocken, wurden auch in früherer Zeit schon Volksbelustigungen dargeboten.

Nachdem ca. vierzig Jahre lang seit etwa 1960 kein Markt mehr in Trebel mangels Nachfrage stattgefunden hatte, wurde im September 2008 auf maßgebliche Initiative eines Trebelers wieder der traditionelle Trebeler Markt abgehalten und aufgrund des guten Zuspruchs auf Händler- und Konsumentenseite seitdem jährlich aufrechterhalten (Quelle: Puffahrt, Otto: Der historische Markt in Trebel).

Ich war gestern am 1. Mai auf dem „Kiekemarkt“ und konnte vieles „erkieken“. Der Fokus beim Kiekemarkt liegt auf kunsthandwerklichen Erzeugnissen aus dem Wendland oder aus an die Region grenzenden Gebieten und auf Gartenthemen, wozu hauptsächlich Pflanzen jeder Art, aber auch Gartendekorationen gehören. Auch für Gaumenansprüche und Spaßbedürfnisse ist gesorgt.

Wie üblich bei Festen im Wendland, war auch hier wieder die örtliche, freiwillige Feuerwehr aktiv und regelte die Einweisung in den Parkplatz. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Marktplatz an der Kirche begegnete man diesem „Feuerwehrmann“:

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Leider hielt er den Kasten in den Händen so schief, dass nur Genauhingucker erkannten, dass es sich um einen Spendensammelkasten mit einer Aufschrift mit der Bitte um eine Spende handelte.

Die Stände des Kiekemarkts waren auf zwei Plätze im Dorf Trebel verteilt. Weiterlesen

Flohmarkt in Gartow

Gartow, 22. April 2018.
Bei schönster Hochwetterlage und Temperaturen um die 30 Grad waren gestern wohl Tausende Besucher und Hunderte Verkäufer zum ersten Open-Air-Flohmarkt dieses Jahres in Gartow gekommen. Der frisch gemähte Platz am See war rappelvoll, der Veranstalter hatte sogar einen bisher nicht üblichen Abzweiger vom Hauptweg für Verkaufsstände geöffnet.

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Der Flohmarkt in Gartow ist einer der größten in Nordostdeutschland und für sich alleine schon mal einen Ausflug ins Wendland wert, vor allem, wenn man auch noch hinterher oder auch sozusagen parallel zum Flohmarktbesuch im See baden oder ein Boot mieten möchte. Kulinarisch wird man auf vielfältige Weise versorgt: es gibt Pizza, belegte Brötchen, Kuchen, Kartoffeln mit Dip, Bratwurst, Waffeln, Eis und alle möglichen Getränke. Man kann sich auf die Bänke neben den Imbisswagen – oder neuerdings sagt man ja „Food Trucks“ – setzen oder auch einen Abstecher in nahe gelegene Restaurants oder Cafés machen und dabei über den See schauen.

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Vor zwanzig Jahren ungefähr war ich das erste Mal – als Besucherin – auf dem Flohmarkt in Gartow. Damals war er noch vergleichsweise klein und recht übersichtlich. Aber seitdem ist er stetig gewachsen, was an der Organisation liegt, aber vor allem auch an der Location: eben am großen Gartower See. Wenn man Zeit hat, kann man sich auch gleich noch das nette Städtchen Gartow mit ansehen.

Ich bin ziemlich spät gekommen – erst kurz vor acht – und deshalb liegt mein Stand nicht so ganz an der Haupteinkaufsstraße. Aber auch hier schauen die Leute vorbei und ich kann doch so einiges loswerden. Zum Beispiel ein altes Nokia-Handy. Ein Mann schaut es sich interessiert an und bemerkt, dass darin wertvolle Inhaltsstoffe wie Gold und Cobalt seien. Ich biete es ihm für einen Euro, und er nimmt es mit. Viel Spaß bei der Goldsuche. Weiterlesen

Kartoffelsonntag in Dannenberg

Dannenberg.
Jeden ersten Sonntag im November findet in Dannenberg der „Kartoffelsonntag“ statt. Diesmal wollte ich ihn mir einmal ansehen. Auf dem Weg von Lüchow nach Bremen habe ich deshalb in Dannenberg Halt gemacht. Ich hatte richtig Appetit auf Kartoffelgerichte. In der Haupteinkaufsstraße, der Lange Straße, waren allerlei Stände aufgebaut.

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Die Lange Straße in Dannenberg am Kartoffelsonntag.

Ich schlenderte von Stand zu Stand, auf der Suche nach richtig leckeren Gerichten. Leider habe ich insgesamt nur vier Stände gefunden, die überhaupt Kartoffelgerichte anboten. Und dann auch nur drei verschiedene Arten: a) Rosmarinkartoffeln mit Dip, b) Bratkartoffeln und c) Kartoffelpuffer. Gibt es nicht viel mehr Variationen?? Zum Beispiel „Kartoffelsuppe“ oder „Kartoffelmus mit Zwiebeln“? Ehrlich gesagt, war ich ziemlich enttäuscht. Ach ja, Pommes Frites sind ja auch aus Kartoffeln, und die gab es zu Hauf im Angebot. Neben Brat- und Currywurst. So etwas gibt es ja nun immer irgendwo… Außerdem im Angebot: Pizza, Crepes, Nudelpfanne, Eis… Passte irgendwie nicht zum Marktthema. Außerdem hätte ich mir auch gewünscht, etwas mehr über die Kartoffel zu erfahren. Ich vermisste einen Infostand mit Informationen zum Beispiel über die verschiedenen Kartoffelsorten und über Kartoffelanbauer in der Region. Man hätte auch einen Stand mit diversen Kartoffelrezepten zum Mitnehmen einrichten können. Oder einen Stand, an dem man Kartoffeln hätte kaufen können. Im Rohzustand, meine ich. Stattdessen Stände, wie es sie auf jedem X-beliebigen Markt gibt: sogar einen mit Lebkuchenkerzen und Zuckerstangen, wie auf einem Jahrmarkt. Die Geschäfte hatten geöffnet, und zwei Blumengeschäfte hatten wirklich schöne Grabgestecke im Angebot. Angesichts der bevorstehenden Trauersonntage. Weiterlesen

Kürbismarkt in Platenlaase

Platenlaase, 26. September 2017.
Platenlaase als Ortsteil der Gemeinde Jameln ist ganz schön rührig. Im Allgemeinen verbindet man im Wendland mit „Platenlaase“ das Café Grenzbereiche, in dem vielfältige kulturelle Veranstaltungen – vom Kinoabend über das Rockkonzert bis zu afrikanischer Trommelgruppe und Salsatanzabend – stattfinden. Aber in Platenlaase wird auch jedes Jahr Ende September zur Erntezeit der „Kürbismarkt“ als sozialer Treffpunkt und besonderer Markttag mit rein regionalen Erzeugnissen abgehalten. Der Eröffnung des Markttages voraus geht stets ein Gottesdienst.

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