KARL – der digitale Assistent zur Förderung ökologischen Verhaltens

Schon seit einigen Jahren tragen gesundheitsbewusste Menschen ein Armband mit einem Messgerät, das ähnlich wie eine Armbanduhr aussieht. Diese Messgeräte sind mit einer App ausgestattet, die verschiedene Daten erfasst und anzeigt. Je nach Modell werden die Schritte beim Jogging gezählt, der abgelegte Kilometerstand angezeigt, die verbrauchten Kalorien gemeldet oder die Dauer und Qualität des Schlafes erfasst sowie weitere Körperfunktionen wie die Herzfrequenz gemessen. Diese Messgeräte dienen der „Selbstoptimierung“, das heißt, die Menschen mit diesen Armbändern möchten sich selbst, ihre Gesundheit und ihren Körper, „optimieren“, das Beste aus sich selbst herausholen bei gleichzeitiger Beachtung der persönlichen Grenzen. Eigentlich ist es das wirtschaftliche Prinzip der Effizienz, um das es geht. Dafür kontrollieren sie sich beständig.

Nun haben Wissenschaftler der Universität Bremen ein Gerät entwickelt, das über die Selbstbetrachtung hinausgeht: hier geht es um Umweltschutz, um umweltfreundliches Verhalten der einzelnen Menschen. Viele Menschen haben die Notwendigkeit einer umweltfreundlicheren Verhaltensweise bei sich erkannt, möchten gerne dazu beitragen, die Umwelt nicht weiter zu schädigen. Aber in der Realität sieht es dann oft anders aus: wegen Zeitmangels fährt man denn doch mit dem Auto statt das Fahrrad zu nutzen, oder man isst doch schnell einen Hamburger im Imbiss, statt ökologisch wertvollere Lebensmittel zu kaufen und frisch zuzubereiten.

Wissenschaftler der Universität Bremen haben einen persönlichen digitalen Assistenten, einen sogenannten Chatbot, entwickelt, der den Konsumenten dabei unterstützen soll, sich umweltgerecht zu verhalten.

Jetzt wird’s wissenschaftlich: ein Chatbot ist ein Dialogsystem, das das Chatten einer Person – also den Dialog – mit einem technischen System erlaubt. Der Chatbot sammelt Datenmengen aufgrund des Verhaltens des Nutzers und lernt daraus als „selbstlernendes System“, sich den Bedürfnissen des Nutzers anzupassen. Der Chatbot lernt also quasi den Nutzer – sein „Herrchen“ 😉 – mit der Zeit kennen und wird ein Interaktionspartner.

Da es um Umweltschutz geht, wird dieser neu entwickelte Chatbot auch als „Ökobot“ bezeichnet und hat sogar einen Namen von den Wissenschaftlern bekommen: KARL. KARL soll dem Nutzer helfen, sich innerhalb seiner persönlichen Komfortzone nachhaltig zu verhalten und sendet daher zum Beispiel proaktive Nachrichten wie: „Das Wetter heute ist schön. Nimm doch das Fahrrad. Du wirst x Kalorien verbrauchen.“ Bei Kaufentscheidungen unterstützt KARL ebenfalls und verweist zum Beispiel beim Lebensmittelkauf auf regionale Produkte.

KARL ist am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft von zwei jungen wissenschaftlichen Mitarbeitern entwickelt worden und wurde schon mit Förderpreisen belohnt. Demnächst beginnt die Trainingsphase, in der KARL weiter entwickelt und verbessert werden soll.

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Akustische Ökologie – was ist das Klangbild des Wendlands?

Wendland.
Jeder kennt die Tonabfolge der Glocke des  „Big Ben“, Glockenturm des britischen Parlamentsgebäudes, und verbindet sie automatisch mit der Hauptstadt London. Typisch für ganz Italien ist das Brummen der überaus gebräuchlichen Vespa-Motorroller, beim Klang eines Alphorns ist man gedanklich in der Schweiz und bei Dudelsacktönen sofort in Schottland. Töne, Klänge und Geräusche sind mit Gedanken und Gefühlen verbunden, und diese Erkenntnis macht sich auch die Werbeindustrie zunutze. So erkennt man bei der Abfolge bestimmter Töne sofort einen bestimmten Handynetzanbieter oder bei einem kleinen gesungenen Reim den Hersteller von Lakritz und Gummibärchen.

„Sound branding“ heißt es in der Fachsprache der Marketingleute: eine Marke über einen „Sound“, also einen Ton, eine Melodie oder ein Geräusch in das Gedächtnis der Verbraucher einzuschleusen und dort mit einem bestimmten Produkt bzw. Produktnamen zu vernetzen. Die Stadt Wien hat zum Beispiel Weiterlesen