Ferrari, Kunst und Rock’n Roll: wie daraus das einzige Rolling-Stones-Fan-Museum der Welt wurde

Lüchow.
Beatles oder Rolling Stones – in der Jugend von Ulrich Schröder musste man sich entscheiden: die Braven oder die Wilden. Und Ulli Schröder entschied sich für die wilden, unangepassten Stones. Das, obwohl er weder rauchte noch Alkohol trank. Durch Rasenmähen oder Zeitung austragen verdiente er sich Geld, um seiner Leidenschaft als Fan der Rolling Stones nachgehen zu können. 1965 tourten die Stones das erste Mal durch Deutschland. Da war Ulli 15 Jahre alt, und als echter Fan besuchte er nicht nur ein Konzert, sondern gleich drei: in der Essener Gruga-Halle, in der Ernst-Merck-Halle in Hamburg und auch das berüchtigte Waldbühne-Konzert in Berlin. Eine Karte kostete damals zwischen sieben und neun D-Mark, und die Konzerte der Stones dauerten vielleicht 25 Minuten – nur sieben bis acht Stücke wurden gespielt. Vorher traten drei oder vier Vorgruppen auf, z.B. die Rattles.

Inzwischen hat Ulli mehr als 180 Konzerte seiner Idole auf der ganzen Welt besucht, zuletzt 2017 auf der „No-Filter-Tour“ der Stones. 2016 war er auch auf dem Mega-Konzert der Stones auf Kuba. Dort traf er übrigens zufällig auf den Sohn von Che Guevara, Ernesto. Fern von Gedanken seines Vaters veranstaltet dieser Motorradtouren auf Harley Davidsons für westliche, vor allem US-amerikanische Touristen, eine Woche für zweieinhalbtausend Dollar.

Außer Schallplatten, Zeitungsartikeln, Plakaten, Merchandising-Artikeln seiner Idole sammelte Ulli von Jugend an auch noch gleich den Zeitgeist mit ein, nämlich in Form von Möbeln wie Nierentische und Cocktailsessel sowie Fernseh- und Radiogeräten aus den 50er und 60er Jahren.

Als Sohn einer Landwirtsfamilie in Hitzacker im Wendland geboren, hatte er das Glück, Weiterlesen

Stones-Fan-Museum geht in die Winterpause – bis Ostersonnabend geschlossen

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Lüchow.
Chris Jagger, der vier Jahre jüngere Bruder von Mick, trat mit seiner Band am 28. Oktober zum fünften Mal in Lüchow im Stones-Fan-Museum von Ulli Schröder auf. Gleichzeitig war es das letzte von vier Konzerten im Stones-Fan-Museum in diesem Jahr.

Am 31. Oktober – in diesem Jahr ein Feiertag – öffnete das Museum ein letztes Mal vor der Winterpause. Aber schon für den 31. März 2018 – der Sonnabend vor Ostern – hat Ulli ein neues Konzert im Angebot: die Coverband „Stonez“ aus Österreich tritt auf.

Ulli Schröder stattet Fan-Areal im Letzigrund-Stadion Zürich für das Stones-Konzert am 20. September aus

Lüchow.
Auf der 60 cm langen Pappröhre mit 7 cm Durchmesser steht aufgedruckt „Rolling Stones European Tour Open Venue Show 2017“ – es ist der Überrest einer abgefeuerten Rakete, die im Feuerwerk für den Stones-Auftritt am 20. September im Letzigrund-Stadion in Zürich gezündet wurde. Neben einigen hundert weiteren Raketenhülsen hat Ulli Schröder sie nachts um halb eins zusammen mit dem Feuerwerker der Stones vom Dach des Stadions eingesammelt. Kommentar des Feuerwerkers, der seit zwanzig Jahren bei jeder Stones-Show für das Feuerwerk verantwortlich ist: „Sowas Durchgeknalltes haben wir hier noch nicht gehabt!“ Aber Ulli Schröder sammelt seit seiner frühesten Jugend alles, was irgendwie mit den Stones zu tun hat, und hat seine Sammlung in das einzige Rolling-Stones-Fan-Museum der Welt in der hübschen kleinen Fachwerkstadt Lüchow im Wendland eingebracht. „Gut, dass es nicht geregnet hat – die Papp-Raketenhülsen in unterschiedlichen Größen tausche ich gegen Spenden für das Museum ein“, erläutert Schröder seine Motivation, im Alter von 67 Jahren noch auf einem Stadiondach herumzuturnen. Denn das Museum ist nicht statisch, sondern wird ständig erweitert, immer wieder werden Künstler beauftragt, Arbeiten im Zusammenhang mit den Rolling Stones anzufertigen. Weiterlesen